Hertha-BSC-Spieler Jordan Torunarigha schießt am 22.12.2018 ein Tor im Spiel gegen Bayer Leverkusen (Quelle: imago sportfotodienst/nph/Mauelshagen)
Audio: Inforadio | 22.12.2018 | Guido Ringel | Bild: imago sportfotodienst

1:3-Niederlage in Leverkusen - Hertha strauchelt in die Winterpause

Hertha BSC hat in Leverkusen ein 1:3 kassiert - und damit den Anschluss an die vorderen Plätze erst einmal verloren. Beim Hinrunden-Abschluss verschliefen die Berliner die ersten 20 Minuten. Das wurde zur teuren Hypothek. Von Johannes Mohren

Es war ganz anders geplant gewesen: Vier Punkte hatte Hertha-Coach Pal Dardai aus den letzten drei Partien vor der Winterpause gefordert. Die Mannschaft hatte gar gewettet, dass es sieben werden. Geworden ist es am Ende gerade einmal ein Zähler. Mit 1:3 (1:2) verloren die Berliner am Samstagnachmittag im letzten Spiel der Hinrunde bei Bayer Leverkusen. Es war eine verdiente Pleite zum Jahresausklang. "Wir müssen das einfach runterschlucken", sagte Dardai. Mit 24 Punkten gehen - oder besser straucheln - die Herthaner nun in die Winterpause.

Tor aus der Kategorie Slapstick

In Leverkusen wirkte es gut 20 Minuten lang so, als wären die Hertha-Profis gedanklich schon zwei Tage weiter - nämlich unter dem Tannenbaum. "Wir haben das verpennt", sagte Dardai. "Keine Ahnung, wie wir uns kopfmäßig auf den letzten Spieltag vorbereitet haben. Das war nicht in Ordnung." Leverkusen spielte, die Berliner träumten. Und da die Rheinländer ihre Sache durchaus gut machten, dauerte es nicht lange, bis sich das rächte.

Im ersten Anlauf klatschte Kevin Vollands Schuss noch gegen die Latte, drei Minuten später vollendete der Leverkusener Stürmer zum 1:0 (6.). Sein Tor war der Abschluss eines Spielzugs, der etwas für das Herz aller Fußball-Ästheten war - abgesehen von denen in blau-weißer Fan-Kluft. Aus der eigenen Hälfte kombinierte sich Leverkusen vor das Hertha-Tor. Schnell. Direkt. Präzise. Aber auch von den Gegenspielern gänzlich ungestört.

Danach dominierte Bayer vor 27.647 Zuschauern weiter die Gastmannschaft, deren Reihen durch verletzungsbedingt recht ausgedünnt war. Karim Rekik, Niklas Stark, Javairo Dilrosun, Marko Grujic, Salomon Kalou sind derzeit alle krankgemeldet. Und die Liste ließe sich noch fortführen. Die Zahl der Torannährungen der Hertha in der Anfangsphase? Mit gutem Willen eine halbe. Maximilian Mittelstädt spielte in den Strafraum auf Davie Selke, der aber stark bedrängt wurde und so nur einen Kullerball Richtung Bayer-Keeper Lukas Hradecky (19.) schickte. 

Auf der anderen Seite kullerte es ebenfalls. Aber ins Tor. Das 2:0 für Leverkusen, es war ein Treffer aus der Kategorie Slapstick: Jordan Torunarigha spielte einen Rückpass auf Rune Jarstein. Doch kurz bevor der Ball beim Keeper ankam, holperte er über eine Unebenheit im Rasen. Der überraschte Jarstein konnte ihn gerade noch wegstochern, jedoch direkt gegen den Leverkusener Kai Havertz, von dessen Beinen aus der Ball ins Tor sprang (23.).

Torunarigha erzielt den Anschlusstreffer

Nichts schien zu diesem Zeitpunkt für Hertha zu sprechen. Und doch kamen sie vier Minuten später zurück. Eine Ecke von Marvin Plattenhardt erreichte über Fabian Lustenberger am zweiten Pfosten Jordan Torunarigha. Der 21-Jährige machte sich und dem Verein nun mit dem 1:2 (26.) ein Geschenk für die vor wenigen Tagen geschlossene Vertragsverlängerung. Es sollte der Auftakt zu den besten 20 Hertha-Minuten der Partie werden. Plötzlich war die Schläfrigkeit des Beginns vorüber und die Berliner stürmten. Mathew Leckie, Vladimir Darida und Ondrej Duda sorgten dafür, dass auch Leverkusens Torwart Hradecky am Spiel teilnehmen musste.

Hertha nahm sich in der Pause etwas vor. "Dann kommst du raus. Und hast wieder zwei, drei Spieler, die in einer Situation etwas schlafen", sagte ein enttäuschter Valentino Lazaro. Kai Havertz zeigte, dass er nicht nur Slapstick-Tore kann. Nach Zuspiel von Charles Aranguiz tauchte er frei vor Jarstein auf und traf mit einem sehenswerten Lupfer über den Hertha-Torwart hinweg ins Netz (49.). Es war ein Tor, das den offensiven Aufwind der Hertha wieder ein wenig einschlafen ließ. Zwar hatten die Berliner weiter Chancen. Die größten hatten Pascal Köpke (73.) und Davie Selke. Letzterer scheiterte nach Zuspiel von Vedad Ibisevic nur, weil Hradecky glänzend parierte. Über Schlussphase ist auch wahr, was Dardai sagte: "Leverkusen hätte durch Konter noch mehr Tore schießen können."

Hoffnung auf Rückkehrer

Der größte Weihnachtswunsch der Hertha? "Dass die Spieler gesund bleiben", sagte Dardai leicht gequält. "So ist es sehr schwierig." Bei Lazaro klang das ähnlich: "Ich hoffe, dass wir wieder mit 100 Prozent angreifen können, weil einfach viel, viel mehr möglich ist für uns", so der Österreicher. An die "sehr, sehr guten Phasen anknüpfen, die es in der Vorrunde gab" wollen sie dann. Die erste Chance dazu gibt es am 20. Januar. Dann reisen die Berliner nach Nürnberg. Zum derzeitigen Tabellenletzten.

 

Sendung: rbb24, 22.12.2018, 21.45 Uhr

Beitrag von Johannes Mohren

Kommentar

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5 Kommentare

  1. 5.

    Mensch Berliner versteh doch, mir geht's auch um die Hertha.....und leider entwickelt sich die Mannschaft nicht weiter. Ich denke,wenn ein neuer Trainer kommt,kann der was verändern.
    Das ist ähnlich wie in Leverkusen, da wurde Heiko Herrlich auch entlassen,weil er die Mannschaft nicht weiter brachte.
    Ich mag PAL sehr,aber ...........alles gesagt.
    Mal die Hertha-brille absetzen und objektiv nachdenken.... Frohe Weihnachten

  2. 4.

    und auch hier: erst denken, dann schreiben. Hertha war mehrfach auf dem 1. Platz, vor einigen Jahren durfte man sogar kurz von der Schale träumen. Und wie kann man bei Tabellenplatz 8 (ACHT!!!!) von Abstieg reden?! Leute......
    Derzeit sind 10 Mannschaften in der 1. Liga schlechter. Und wenn Hertha etwas weniger verletze gehabt hätte......
    Ohne Worte.

  3. 3.

    Der war gut, Hertha war noch nie auf 1.
    Natürlich gibt es immer eine Mannschaft,die noch schlechter ist.
    Aber wenn sie wieder absteigen,will keiner tauschen.

  4. 2.

    Immer das Gleiche.....maulen wenn Hertha nicht auf Platz 1 steht .

    Blick auf Punkte und Tabelle, nachdenken, und dann reden.

    Andere Vereine weiter unten würden sofort mit uns tauschen

  5. 1.

    Immer das Gleiche.... Hertha ist die graue Maus der Liga.
    Wann begreifen die endlich,dass Herr Dardai die Mannschaft nicht weiter bringt....??!!

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