Valentino Lazaro bejubelt ein Tor. Quelle. imago/Bernd König
Video: rbb UM6 | 05.12.2018 | Dennis Wiese | Bild: imago/Bernd König

Interview | Valentino Lazaro - "Ich wollte unbedingt Hertha-Stammspieler werden"

Valentino Lazaro ist der Dauerbrenner bei Hertha BSC. In 15 Pflichtspielen verpasste er bislang keine Minute. Im Interview mit dem rbb spricht der Österreicher über Privates in den sozialen Medien, die Musikauswahl in der Kabine und seine Rolle in der Mannschaft.

rbb: Valentino Lazaro, Sie sind der Kabinen-DJ bei Hertha BSC. Wie kam es zu dieser Aufgabe?

Valentino Lazaro: Ich weiß nicht genau, wie es dazu gekommen ist. Es hat sich irgendwie eingelebt, dass ich nach dem Abgang von Mitch (Mitchell Weiser Anm. d. Red.) den Job des Kabinen-DJs übernommen habe und meine Musik abgespielt habe. Bislang gab es noch keine großen Beschwerden.

Welche Musikrichtungen laufen in der Kabine?

Verschiedenes. Die Musik muss motivieren. Nach dem Training gibt es vielleicht auch mal was ruhigeres aber das Meiste ist schon Hip-Hop, Pop und immer mal wieder Rock. Das gefällt dann eher den älteren. Wir haben da eine gute Mischung.

Sie sind auch in den sozialen Medien sehr aktiv. Warum öffnen Sie sich so sehr?

Das habe ich mir über die letzten Jahre angewöhnt. Ich glaube, dass soziale Medien in meiner Generation dazugehören. Ich mag das.

Gerade bei Fußball-Profis kommen die Fragen auf: Wie viel gebe ich Preis? Wie viel zeige ich? Warum entscheiden Sie sich dazu sehr viel Privates zu teilen?

Ich bin so wie ich bin. Ich habe nichts zu verstecken. Mir macht es Spaß, mein Leben zu teilen. In ein paar Jahren ist es dann interessant, zurückzuschauen. Ich habe vor kurzem auf meine ersten Beiträge zurückgeschaut, das ist schon lustig.

Ein Bild zeigt Sie mit Jadon Sancho von Borussia Dortmund bei der Dopingprobe nach dem Spiel. Wie kam es zu der Verbindung mit Sancho?

Wir kennen uns über gemeinsame Freunde in London. Er ist ein super Fußballer. Es war lustig, als wir dann gemeinsam bei der Dopingprobe waren, weil wir schon gesagt hatten, dass wir nach dem Spiel ein bisschen quatschen wollen. Da haben wir dann das Bild gemacht.

Wie sehen Sie Ihre Spielergeneration? Was macht die Generation aus?

Das ist schwer zu sagen. Ich sehe mich ein wenig zwischen zwei Generationen. Es gibt die ältere Generation und die ganz junge. Es herrscht ein Wandel im Fußball. Es gibt mittlerweile viele junge Spieler, die vielleicht noch nicht den Reifeprozess hinter sich haben, wie ältere Spieler. Durch soziale Medien gibt es jetzt viel mehr Einblicke in das Privatleben der Spieler. Wenn man das im Rahmen hält, ist das auch okay.

Kommen wir zum Sportlichen: Sie sind zusammen mit Arne Meier der einzige Hertha-Spieler, der alle 15 Pflichtspiele über die vollen 90 Minuten absolviert hat. Was bedeutet Ihnen das?

Ich spüre seit meinem ersten Tag im Club eine große Wertschätzung. Ich wollte hier unbedingt Stammspieler werden. Jetzt gilt es für mich auf und neben dem Platz voranzugehen. Ich bin ein Spieler, der gerne Probleme in der Kabine anspricht. Ich will der Mannschaft helfen, weiter zu kommen.

Seit dieser Saison spielen Sie auf der Rechtsverteidigerposition. Wie sehr sind Sie schon angekommen auf der für Sie neuen Position?

Ich habe schon mal unter Adi Hütter bei Salzburg auf der Position gespielt. Das hat damals schon gut funktioniert. Auch als Flügelspieler war es im Training immer schon wichtig zu verstehen, was der Mann hinter mir erledigen muss. Deshalb konnte ich mich jetzt leichter in die Position hereinfinden.

Es sind jetzt noch vier Spiele bis zur Winterpause. Was ist noch drin für Hertha BSC?

Wir möchten immer jedes Spiel gewinnen, haben jetzt aber mit Frankfurt einen starken Gegner vor der Brust. Die sind aber auch anfällig, wie man am letzten Spieltag gesehen hat (1:2 gegen Wolfsburg Anm. d. Red.). Wir möchten offensiv nach vorne spielen und werden auf Sieg spielen. Mein Wunsch ist es, uns weiter zu steigern und dieses Sieges-Gen, das wir am Anfang der Saison hatten, wieder zu entwickeln. Dann stehen wir am Ende der Saison hoffentlich auf den internationalen Plätzen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte Dennis Wiese

Sendung: rbbUM6, 05.12.18, 18:00 Uhr

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