Marcel Noebels, Louis-Marc Aubry und Andre Rankel schauen auf das Eis (Quelle: imago/Eibner)
Audio: Inforadio | 30.12.2018 | Karsten Steinmetz | Bild: imago/Eibner

Jahresrückblick | Eisbären Berlin - Auf der Suche nach Stabilität

Hinter den Eisbären liegt ein Jahr voller Aufs und Abs. Nach dem starken Auftritt in der Finalserie gingen die Berliner als Vizemeister voller Euphorie in die neue Saison - und sind seitdem auf der Suche nach Konstanz.

Über viele Jahre waren die Eisbären Berlin der Inbegriff von Stabilität. Sieben Meistertitel haben sie in neun Jahren gewonnen. Immer nur kleine Änderungen am Kader vorgenommen. Nach fünfjähriger Durststrecke waren sie im Frühjahr nur einen Schritt vom achten Titel entfernt. Doch auf die große Euphorie folgte in der laufenden Saison schnell Ernüchterung.

Eisbären verpokern sich bei Trainer Krupp

Im April in den Playoffs blühte die Mannschaft unter dem ambitionierten Trainer Uwe Krupp auf. "Mein Ziel als Trainer ist es, dass ich irgendwann mal hinter der Bande einer Mannschaft stehe, die die Meisterschaft gewinnt", sagte Krupp. Wolfsburg und Nürnberg wurden aus dem Titelrennen geworfen. Gegen Meister München, das Team des Ex-Berliners Don Jackson, standen sie in der Finalserie mit 1:3 mit dem Rücken zur Wand.

Doch die Eisbären kämpften, erspielten sich mit zwei Siegen ein entscheidendes Spiel um den Titel. Die Partie ging mit 3:6 verloren, doch die Einstellung stimmte. "Ich glaube, das ganze Trainerteam hat einen hervorragenden Job gemacht", lobte Geschäftsführer Peter John Lee. Doch den Vertragspoker mit Uwe Krupp trieben die Berliner wohl zu lange. Der Trainer hatte sich inzwischen mit Sparta Prag geeinigt.

Trainerentlassung nach nur sechs Monaten: Jodoin muss gehen

Der neue hinter der Bande war kein Unbekannter. Unter Krupp war er noch Co-Trainer: Clément Jodoin wurde zum neuen Coach ernannt. Doch der Erfolg blieb aus. Die Berliner blieben weit hinter den eigenen Erwartungen zurück, mussten sich mit dem Mittelfeld in der Tabelle begnügen.

Nach einer 2:5-Heimniederlage, der vierten in Folge, feuerten die Berliner den Trainer. Sportdirektor Stéphane Richer leitet seitdem die Geschicke. Am zweiten Weihnachtsfeiertag freute er sich besonders. "Ich bin glücklich für unsere Fans, dass die Jungs ein kleines Weihnachtsgeschenk gemacht haben und wir zu Hause drei Punkte erspielt haben."

Der neue Held im Tor

Die zweite große personelle Veränderung gab es im Tor. Nach dem Karriereende von Torhüter Petri Vehanen sollten Marvin Cüpper (24 Jahre) und Maximilian Franzreb (22 Jahre) das neue Goalie-Duo bilden. Doch Cüpper verletzte sich in der Saisonvorbereitung schwer am Knöchel und fiel lange aus. Die Verantwortlichen des siebenfachen deutschen Meisters reagierten - und präsentierten kurz nach Saisonbeginn Kevin Poulin.

Der 28-jährige Kanadier, der bei den Olympischen Spielen Bronze gewonnen hatte, entwickelte sich  in Berlin schnell zum Publikumsliebling. Mit einer überragenden Fangquote von über 95 Prozent nach den ersten Spielen rettete er seinem Team so manchen Sieg - und trat damit in die Fußstapfen seines finnischen Vorgängers Vehanen.  

Am Ende gab es doch noch Gold

Zumindest für Stürmer Marcel Noebels und die Verteidiger Frank Hördler und Jonas Müller wurde das Jahr zum Abschluss noch vergoldet. Die drei wurden zu Berlins Sportler des Jahres und mit der gesamten Nationalmannschaft zur Mannschaft des Jahres gewählt.

Beim Olympischen Eishockey-Turnier hatten sie Geschichte geschrieben und erst im Finale knapp gegen Russland verloren. Nach dem Treffer des 23-jährigen Müller zum 3:2 für Deutschland kurz vor Schluss war sogar die Goldmedaille zum Greifen nahe. Die verpasste das deutsche Team zwar bekanntermaßen, mit Gold geehrt wurden die drei Berliner aber dennoch.

Sendung: Inforadio, 30.12.2018, 9.14 Uhr

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