Die Turbine-Spielerinnen jubeln nach einem Tor (Quelle: imago/Camera 4)
Audio: Inforadio | 29.12.2018 | Lars Becker | Bild: imago/Camera 4

Jahresrückblick | Turbine Potsdam - Zufrieden, aber nicht euphorisch

In der letzten Saison mussten die Fußballerinnen von Turbine Potsdam die Hoffnungen auf eine Champions League-Teilnahme früh begraben. In diesem Jahr starteten sie einen neuen Anlauf - und sind auch ohne zwei langjährige Stammkräfte bisher ganz erfolgreich.

Das Karl-Liebknecht-Stadion am 5. Dezember. Es lief die 83. Minute zwischen Turbine Potsdam und dem Tabellenführer Wolfsburg, als Viktoria Schwalm mit einem Traumtor der Ausgleich zum 1:1-Endstand gelang. Als erste Mannschaft nahmen die Postdamerinnen in der laufenden Saison Meister Wolfsburg einen Punkt ab. Auch das anschließende ärgerliche Unentschieden zum Jahresabschluss gegen Hoffenheim ändert nichts an der insgesamt positiven Jahresbilanz von Trainer Matthias Rudolph.

"Wir hatten am Anfang diese unglückliche Niederlage in Hoffenheim und haben dann nochmal in Essen verloren. Ansonsten haben wir eine richtig gute Hinrunde gespielt. Nicht nur punktemäßig, sondern auch von den Leistungen her", sagt der Coach.

Turbine musste eine große Lücke füllen

Dabei musste der Trainer im Sommer eine große Lücke im Kader füllen. Mit Turbine-Urgestein Tabea Kemme und Kapitänin Lia Wälti verließen zwei Führungsspielerinnen den Verein. Beide zog es ins Ausland, zum FC Arsenal. "Wir sind natürlich stolz darauf, dass wir zwei so hochkarätige Spielerinnen ausbilden und dann ins Ausland verabschieden konnten", kommentierte Rudolph.

Bereits den Ausfall von Tabea Kemme in der Rückrunde konnte die Mannschaft gut kompensieren. "Es musste sich natürlich erst die Hierarchie der Mannschaft neu zusammenfinden, was am Anfang noch nicht ganz so gut funktioniert hat", blickt der Trainer zurück. "Im Endeffekt hätten wir gerne beide behalten, ist ja völlig klar."

Neuzugang Petermann kämpft sich rein

Doch der sechsfache deutsche Meister fand in Sarah Zadrazil und Lena Petermann zwei Spielerinnen, die die entstandene Lücke schnell schließen konnten. Zadrazil hat Kapitänin Wälti bisher ansprechend ersetzt. In ihrer Heimat Österreich wurde sie gerade zur Fußballerin des Jahres gewählt.

Auch Nationalspielerin Lena Petermann, der Königinnentransfer der Potsdamerinnen, hat das Team bereichert - auch wenn der Anfang schwer war. Gleich zwei Mal, in der Vorbereitung und zu Saisonbeginn, warfen sie Verletzungen zurück. "Man nimmt es so, wie es kommt", so die 24-Jährige. "Ich habe mich ganz gut zurückgekämpft."

Alles auf Angriff nach der Winterpause

Sieben Tore hat sie in sieben Spielen erzielt. "Da sind wir völlig zufrieden", urteilt Trainer Matthias Rudolph. "Sie ist schwer in die Saison gekommen, weil sie am Anfang verletzt gewesen ist. Sie ist auf einem guten Weg, aber wir wissen, dass sie noch viel mehr Potential hat."

Das wollen Petermann und ihre Teamkolleginnen nach der Winterpause zeigen und noch einmal voll angreifen. Im Pokal stehen die Potsdamerinnen im Viertelfinale. In der Bundesliga fehlen bei einem Spiel Rückstand acht Punkte auf die Bayern und Champions League-Platz zwei.

"Dass wir in die Champions League kommen, haben wir nie gesagt", bremst der Trainer die Euphorie. "Wir haben einen richtigen guten Lauf, haben viele Punkte gesammelt und sind dadurch eben weit nach oben herangerückt. Das weckt die Begehrlichkeiten und diese Gier, noch weiter nach vorne zu kommen und am besten Platz zwei anzugreifen. Jetzt müssen wir versuchen, uns weiter ran zu arbeiten und Punkte zu sammeln."

Sendung: Inforadio, 29.12.2018, 12.15 Uhr

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