Füche-Torhüter Silvio Heinevetter jubelt nach einem gehaltenen Wurf (Quelle: imago/Bernd König)
Audio: Inforadio | 30.12.2018 | Jens-Christian Gußmann | Bild: imago/Bernd König

Jahresrückblick | Füchse Berlin - Dem Verletzungspech getrotzt

Das Jahr 2018 war für die Füchse vor allem von Verletzungen geprägt. Als Team gingen die Berliner Handballer aus dieser schweren Zeit noch stärker hervor, durchkreuzten die Pläne des Meisters und gewannen auch einen Titel.

Der letzte Eindruck ist bekanntlich der, der bleibt. Und weil die Füchse Berlin im letzten Monat des Jahres alle sechs Spiele gewannen und damit einen goldenen Dezember erlebten, fällt die Jahresbilanz der Berliner insgesamt positiv aus. "Hinten raus gut gegangen", meint Torhüter Silvio Heinevetter trocken.

Dabei hätten der Nationaltorhüter und seine Mitspieler durchaus Grund zum Jammern gehabt. In der laufenden Spielzeit fehlten zeitweise zehn Spieler des 18 Mann starken Kaders verletzt. Es schien, als sei die ganze Saison schon im Herbst gelaufen.

Unwort des Jahres: Verletzungspech

Über ihr persönliches Unwort des Jahres herrscht bei den Füchsen deshalb Einigkeit. "Das Unwort des Jahres ist wirklich Verletzungspech", sagt Manager Bob Hanning. "Das habe ich noch nie erlebt, was uns passiert ist und ich möchte auch nicht, dass es uns je wieder in dieser Form passiert."

Doch die Füchse haben auch etwas Positives aus der Situation mitgenommen. "Wir hätten einen Jakob Holm nie geholt, wenn wir nicht die vielen Verletzten gehabt hätten, und er ist eine absolute Rakete geworden", betont Hanning. "Und auch Frederik Simak hätte sich natürlich nie entwickelt, wenn wir nicht so viele Verletzte gehabt hätten."

Holm kam aus Dänemark, Simak aus dem eigenen Nachwuchs. Nach seinen beeindruckenden Auftritten bekam der 20-jährige Rückraumspieler Angebote aus der halben Liga. Die Füchse haben seinen Vertrag schnell der Sicherheit halber bis 2023 verlängert.

"In jedem Schicksal liegt auch eine Chance und die Jungs haben es dann auch genutzt. Das macht mich umso glücklicher, dass wir aus einer ganz beschissenen Situation, anders kann man es nicht formulieren, dann doch eine sehr gute Situation geschaffen haben", so Hanning weiter.

Nachwuchskonzept der Füchse zahlt sich aus

Ein Beispiel: Die Vereins-Weltmeisterschaft in Doha. In vier Spielen verletzten sich gleich vier Berliner Spieler. Dennoch beendeten sie das Turnier als Vize-Weltmeister. Den Preis dafür zahlten die Füchse dann allerdings in der Bundesliga. A-Jugendliche und Spieler aus der zweiten Formation tauchten sogar in der Startelf auf.

"Ich glaube, das hätte kein anderer Verein der Welt geschafft", lobt Manager Hanning, "weil er nicht diesen Nachwuchs und diese nachhaltigen Konzepte hat."

Trainer Petkovic ist stolz auf seine Mannschaft

Auch in der ersten Jahreshälfte hatten die Berliner mit Personalsorgen zu kämpfen. Doch in der Mannschaft von Trainer Velimir Petkovic ist das Team der Star. Und so eilte seine verschworene Truppe von Sieg zu Sieg - und ließ ihren Trainer staunen.

"Super, phänomenal. Wir haben 2018 den Europapokal geholt. Wir haben das beste Ergebnis erkämpft, seit wir in der Bundesliga spielen. Wir waren Dritter in der Tabelle", lobt der Coach.

Die Weichen für ein gutes neues Jahr sind gestellt

Er ist ein weiterer Grund für das erfolgreiche Jahr der Berliner. Der 62-jährige Trainerfuchs brachte all seine Erfahrung ein. Kein einziges Mal beklagte er sich über die vielen Verletzungen, um seinen Spielern keine Alibis für schlechte Leistungen zu liefern.

Und so rettete der EHF-Pokalsieger die Saison mit vereinten Kräften. Trotz der ein oder anderen ungeplanten Niederlage liegen sie als Tabellenfünfter derzeit auf Kurs Richtung Europacup-Qualifikation. Im europäischen EHF-Cup haben sie die Gruppenphase erreicht und als die ersten Verletzten zurückgekehrt waren, rangen sie Ex-Meister Rhein-Neckar Löwen in einem dramatischen Viertelfinalspiel im DHB-Pokal nach Verlängerung nieder. "Wir sind überglücklich und ich schließe mit einem sehr zufriedenen Jahr ab", bilanziert Hanning.

Das Jahr 2018 hat den Füchsen alles abverlangt. Aber eines ist sicher: Wenn die Berliner im kommenden Jahr vom Verletzungspech verschont bleiben, muss jeder mit ihnen rechnen.

Sendung: Inforadio, 30.12.2018, 12.14 Uhr

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