Mario Basler am Ball (Quelle: imago/Rust)
Audio: inforadio | 18.12.2018 | Stefan Kersthold | Bild: imago/Rust

Fußball | 50 Jahre Mario Basler - "Bis zum Hals Weltklasse, darüber Kreisklasse"

Mario Basler hatte das, was Fußballer zu großen Stars wachsen lässt: Talent. Leider fehlte ihm Disziplin. Bevor er allerdings als "Super Mario" bekannt wurde, spielte er in der 2. Bundesliga für Hertha BSC.

15. März 1992 - 89. Spielminute. In der Zweitliga-Partie Bayer Uerdingen gegen Hertha BSC steht es 2:2. Nach einem Foul bekommt Hertha einen Freistoß zugesprochen, kurz hinter dem Mittelkreis in der gegnerischen Hälfte.

Ein gewisser Mario Basler, der vom neuen Hertha-Trainer Günter Sebert gerade aus der Abwehr ins Mittelfeldt versetzt wurde, steht bereit. Ein paar Schritte Anlauf und dann schickt der gebürtige Pfälzer den Ball auf seine Reise. Wie ein Geschoss zischt das Spielgerät ins Tor, oben rechts im Winkel knallt die Kugel gegen den Pfosten und prallt von da ins Tornetz. Dieser Treffer soll Baslers erstes Tor des Monats sein, aber nicht sein letztes.

Auf der Herrentoilette in Berlin

Eine weitere Saison bleibt Mario Basler der Hertha noch erhalten, durch seine konstant guten Leistungen weckt er das Interesse größerer Clubs und wechelt zur Saison 1993/94 zum Bundesligisten nach Bremen. Werders Trainer Otto Rehagel hatte Basler genau beobachtet und ihn angeblich bei einem Hallenturnier in Berlin auf der Toilette angesprochen.

In Bremen wird Rehagel zum Förderer von "Super Mario" und verzeiht ihm dank guter Leistungen auf dem Platz die ersten Ausrutscher neben dem Platz. Dabei hätte Bremens Trainer gewarnt sein müssen, denn Baslers Ex-Trainer Bernd Stange hatte noch zu Hertha-Zeiten über den Pfälzer gesagt, dass er "bis zum Hals Weltklasse, darüber Kreisklasse" sei.

Markenzeichen direkte Eckentore

Bei Werder Bremen verfeinert Mario Basler seine Schusstechnik und entwickelt sich zum gefürchteten Freistoßspezialisten und direkten Eckstoßverwandler. Mit dem Innenrist zwirbelte der Kunstschütze den Ball im Bogen auf das Tor, bei Werder war er so dreimal in einer Saison erfolgreich. 1995 darf sich Mario Basler Bundesliga-Torschützenkönig nennen, ein Jahr später Europameister, ohne einen einzigen Spieleinsatz.

Bei Bayern München erreicht "Super Mario" seinen Zenit und macht sich im Champions League-Finale 1999 gegen Manchester United unsterblich. Er trifft zur zwischenzeitlichen 1:0-Führung. Natürlich mit einem Freistoß. Am Ende gewinnt ManU 2:1 und den Freistoßkünstler zieht es erst zurück in seine pfälzische Heimat zum 1. FC Kaiserslautern, danach verschlägt es ihn sogar bis nach Katar.

SWR Aktuell Rheinland-Pfalz

Basler ballert wieder

Als Fußball-Trainer kann sich Mario Basler von 2004 bis 2017 nicht etablieren, als polarisierender Sprücheklopfer aber schon. Schiefe Vergleiche, freche Antworten oder einfach viel feiern und rauchen - auch das zeichnet den heute 50-Jährigen als Fußballer aus. Nach eigenen Angaben soll Basler in seiner Karriere 400.000 Mark an Strafgeldern für Allüren und Eskapaden bezahlt haben, für seine Klartext-Sprache lieben ihn aber die Fans.

Unvergessen auch eine Szene beim Spiel von Kaiserslautern gegen den FC St. Pauli im November 2001: Mario Basler will die Ecke mit einem Hut auf dem Kopf ausführen, den ihm vorher ein Fan gereicht hatte.

"Ich würde heute zu 97 Prozent wieder alles so machen wie damals", bemerkt Basler zu seinem Jubiläum. Aktuell können ihn seine Fans auf der Bühne in Kaiserslautern erleben. "Basler ballert", heißt seine Show. Darin gibt er den Comedian, wobei der frühere Fußballer eigentlich nur von seiner Zeit als aktiver Sportler erzählt.

Sendung: Inoradio, 18.12., 13:15 Uhr

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