Archivbild: Der Eingang des Karl-Liebknecht-Stadions in Potsdam (Quelle: imago/Martin Müller)
Video: Brandenburg aktuell | 02.12.2018 | Stephanie Teistler | Bild: imago/Martin Müller

Fußballverband ermittelt - Manipulationsvorwürfe nach Halberstadt-Spiel in Babelsberg

Schwere Vorwürfe gegen den Sportdirektor von Germania Halberstadt: Vor der Regionalliga-Partie beim SV Babelsberg am Freitag soll er mehrere Babelsberger Spieler angesprochen und ihnen Geld angeboten haben. Jetzt ermittelt der Verband wegen Spielmanipulation.

Der Nordostdeutsche Fußballverband (NOFV) ermittelt nach dem 3:1-Sieg des SV Babelsberg gegen Germania Halberstadt in der Regionalliga am Freitagabend wegen einer möglichen Spielmanipulation.

Die Vorwürfe richten sich gegen Andreas Petersen, den Sportdirektor der Halberstädter. Das bestätigte der neu gewählte Präsident des Verbandes, Erwin Bugar, am Samstag auf Nachfrage dem rbb. "Wir gehen erst einmal von der Unschuldvermutung aus", sagte Bugar, betonte aber auch: "Wir sind betroffen, dass es im NOFV-Gebiet so ein Vorkommnis geben soll. Es gilt nun, das allumfassend aufzuklären."

Mehrere tausend Euro als Gegenleistung

Babelsbergs Trainer Almedin Civa hatte die mutmaßlichen Vorgänge auf der Pressekonferenz direkt nach dem Spiel öffentlich gemacht. Es könne nicht sein, sagte Civa, dass "zwei Spieler angerufen werden und ihnen Geld angeboten wird, damit sie die Füße hochlegen". Damit löste er auf dem Podium große Betretenheit aus.

Nach Informationen der "Potsdamer Neuesten Nachrichten" sollen es frühere Akteure des Regionalligisten aus Sachsen-Anhalt gewesen sein, die nun bei den Nulldreiern unter Vertrag stehen, welche Petersen kontaktiert haben soll. Einen dritten Ex-Halberstädter habe der Sportdirektor demnach erfolglos versucht zu erreichen. Wie die Zeitung weiter schreibt, soll es um mehrere tausend Euro gegangen sein, die den Spielern geboten wurden.

Petersen bestreitet Vorwürfe

Die Spieler informierten Trainer Civa und der SV Babelsberg umgehend den Verband - es folgte eine Anzeige. In den Abendstunden unmittelbar vor dem Spiel habe die Nachricht den Verband erreicht, sagte NOFV-Präsident Bugar dem rbb. "Wir haben dann alles in Gang gesetzt, um mögliche Beweise zu sichern." Das bestätigte auch der Vorsitzende des NOFV-Sportgerichts, Stephan Oberholz, der dpa. Demnach ist der Spielbeobachter vor Ort angewiesen worden, Videoaufzeichnungen zu machen. Die Vereine bekamen gezielte Ansprachen vor Anpfiff.

Petersen - Vater von Nationalspieler Nils Petersen - bestritt gegenüber den PNN zwar nicht die Kontaktaufnahme mit den Spielern, wohl aber den Vorwurf, dass er versucht habe, sie mit Geld zu beeinflussen. "Das ist ein riesen Blödsinn und an den Haaren herbeigezogen", sagte er der Zeitung. Die Anrufe bei seinen Ex-Akteuren begründete er wie folgt: "Das ist doch so in diesem Geschäft. Man will den Gegner etwas locken, etwas verunsichern. Ein Jux."

Entsetzen bei Almedin Civa

Bugar konnte und wollte das am Samstag nicht kommentieren - es gelte nun, die Ermittlungen abzuwarten. Civa rechnet damit, dass die mutmaßlichen Vorgänge weiter hohe Wellen schlagen. Der Babelsberger Trainer zeigte sich entsetzt. "Ich bin jetzt seit 1990 im Männerfußball tätig und so etwas ist mir noch nie passiert", sagte er auf der Pressekonferenz. "Das sind Dinge, bei denen ich den Glauben an den Fußball verliere. Ich glaube, dass die nächsten Tage sehr turbulent sein werden - für Halberstadt und auch für unsere Spieler."

Sendung: rbb24, 01.12.2018, 21:45 Uhr

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