Volleyball-Pokal Potsdam vs Schwerin (Quelle: rbb)
Video: rbb24 | 12.12.2018 | Jörg Hellwig | Bild: rbb

Aus im Halbfinale gegen Schwerin - Potsdam verpasst Pokalsensation knapp

Der neue Trainer der Volleyball-Damen vom SC Potsdam, Guillermo Hernandez, ist erst seit wenigen Tagen im Amt und hätte fast einen sensationellen Einstand gefeiert. Seine Spielerinnen sind im Pokal-Halbfinale erst im Tiebreak gegen Schwerin ausgeschieden.

Der neue Trainer vom SC Potsdam steht gezeichnet am Spielfeldrand. In einem wahren 5-Satz-Krimi mit keinem Happy End für die Brandenburgerinnen hatte Guillermo Hernandez soeben alle Gefühlsebenen der Sportwelt durchlebt: Rückstand, Kampf, Begeisterung, Führung und am Ende doch verloren. Der 41-Jährige betreute vor wenigen Tagen noch eine Volleyball-Mannschaft in Polen, jetzt trainiert er die Damen vom SC Potsdam.  

Vor dem Pokal-Halbfinale hatte sich der Spanier sehr zuversichtlich über seinen neuen Arbeitgeber geäußert. "Ich muss hier nicht viel ändern, nur ein paar taktische Kleinigkeiten." Es gehe ihm eher darum, eine gute Atmosphäre zu haben. Im deutschen Frauen-Volleyball war Guillermo Hernandez schon erfolgreich, saß vier Jahre lang in Stuttgart auf der Trainerbank, holte zwei Mal den Pokal. Diese Erfahrung muss der Spanier seiner neuen Mannschaft irgendwie vermittelt haben, denn das Spiel der Potsdamerinnen im Halbfinale gegen die Favoritinnen vom SSC Schwerin hatte es wirklich in sich.

Rückstand, Führung, Tiebreak

Vor knapp 1.000 Zuschauern waren die Gastgeberinnen in der MBS-Arena den Mecklenburgerinnen im ersten Satz (18:25) klar unterlegen und der Meister aus Schwerin zeigte klar, dass er schnell und ohne Umwege ins Finale einziehen möchte. Doch dann schien Guillermo Hernandez die richtigen Worte an seine Spielerinnen gerichtet zu haben, denn der SC Potsdam spielte mutiger und variierte im Angriffsspiel. Dazu verbesserte sich die Blockarbeit der Brandenburgerinnen und der Meister aus Schwerin wackelte. Gewannen die Gastgeberinnen den zweiten Satz noch mit 25:19, so zerlegten sie die Favoritinnen aus der Sieben-Seen-Stadt im dritten Satz mit 25:14.

Fast schien es so, als ob der SSC keine Antwort finden würde und der SCP zum ersten Mal in seiner Clubgeschichte das Pokalfinale erreichen könnte. Doch im vierten Satz spielten die Norddeutschen ihre Erfahrung aus und kämpften sich zurück, erzwangen mit 19:25 den Tiebreak. Die Potsdamerinnen wehrten sich weiterhin heftig, führten sogar, aber die besseren Nerven behielt der Meister aus Schwerin. 12:15 endete der fünfte Satz und eine gelb-blaue Jubeltraube auf dem Feld zeigte deutlich, wie sehr dieser Kraftakt doch an den Nerven der SSC-Spielerinnen genagt hatte.

"Viele gute Ansätze für den Rest der Meisterschaft"

Direkt nach der Partie sagte ein enttäuschter Guillermo Hernandez, dass es jetzt darum gehe, nach vorne zu schauen. "Ich habe ihnen schon gesagt, dass sie heute wundervoll waren und gute Ansätze für den Rest der Meisterschaft gesehen." Am Sonnabend reist er mit seinem Team zum Tabellenzweiten nach Dresden. Wenn die Potsdamerinnen dort gewinnen, würden sie die Sächsinnen als Tabellenzweiten ablösen und eventuell erneut ein wenig Druck auf die Tabellenführer aus Schwerin ausüben.

Sendung: rbb24, 12.12.2018, 21:45 Uhr

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