Geht mit großem Selbstbewusstsein ins Spitzenspiel: Turbine-Coach Matthias Rudolph. / imago/foto2press
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Interview | Coach Matthias Rudolph - Turbine-Trainer: Bei uns kann das gesamte Team Tore schießen

Turbine Potsdam hat nach einem holprigem Saisonstart einen Lauf in der Frauenfußball-Bundesliga. Am Mittwochabend reisen mit Tabellenführer Wolfsburg starke Gegnerinnen an. Trainer Matthias Rudolph setzt mit breiter Brust auf einen Sieg. Von Johannes Mohren

rbb|24: Matthias Rudolph, ein kleines Zahlenspiel zum Start - inspiriert von den vergangenen Bundesliga-Ergebnissen Ihres Teams. Wir beginnen eine Reihe. Und Sie ergänzen bitte: 4:0, 2:0, 7:0, 3:0, 8:1...

Matthias Rudolph: (zögert kurz) ... 2:0. Oder 2:1.

Sie tippen also auf einen Heimsieg für Turbine im Spitzenspiel gegen Tabellenführer Wolfsburg. Gegen die Mannschaft, die in dieser Saison noch keinen einzigen Punkt abgegeben hat. Die Siegesserie scheint für großes Selbstbewusstsein zu sorgen?

Es muss einfach groß sein. Die Ergebnisse sprechen für sich. Und wir haben in den Spielen ja auch wirklich überzeugende Leistungen gebracht und sehr guten Fußball gezeigt - sowohl im kämpferischen als auch im spielerischen Bereich. Dementsprechend sind wir wirklich guten Mutes und freuen uns auf die Partie.

Was ist es konkret, das Turbine derzeit auszeichnet?

Wir sind sehr ballsicher. Auch wenn der Gegner versucht, uns anzupressen, sind wir in der Lage, hintenheraus zu spielen und viele Sachen fußballerisch zu lösen. Wir spielen mit wenigen Kontakten und können gut nach vorne kombinieren. Da sind wir variabel über die Flügel und durchs Zentrum und haben sehr viele Torchancen.

Daraus resultieren - beim Blick auf die letzten Ergebnisse - auch viele Tore.

Ja. Ein Plus unserer Mannschaft ist dabei, dass viele verschiedene Spielerinnen treffen. Wir haben nicht nur ein oder zwei Akteurinnen, die Tore schießen können, sondern das zieht sich durch das gesamte Team.

Kommt da das Spiel gegen den Spitzenreiter Wolfsburg - mittwochabends unter Flutlicht - genau zur richtigen Zeit?

Das denke ich schon. Wir sind in Top-Form. Wir müssen nur schauen, dass wir nicht zu nervös sind. Weil wir ja gegen die vielleicht beste - oder zumindest eine der besten - Mannschaften Europas spielen. Wenn wir das in den Griff kriegen, bin ich überzeugt, dass wir ein richtig gutes Spiel machen können.

Sie sprechen die Qualität des Gegners an. Bei dem ist das Zahlenwerk mindestens genauso beeindruckend: Neun Spiele, 27 Punkte, 48:2 Tore...

Sie haben eine wahnsinnig hohe individuelle Qualität in allen Mannschaftsbereichen. Insbesondere in der Offensive. Das ist Extra-Klasse. Alle schnell. Alle technisch sehr versiert. Das macht es so schwer, gegen Wolfsburg zu spielen und auch zu bestehen. Wir wollen sie in viele Zweikämpfe verwickeln, weil wir da unsere Stärke sehen. Es soll ein richtiges Kampfspiel werden. Aber wir wollen auch unsere eigene spielerische Klasse auf den Platz bekommen.

Oberes Tabellendrittel war die Zielvorgabe vor der Saison. Dann folgte der holprige Saisonstart - mit zwei Niederlagen aus den ersten vier Spielen. Und nun die beeindruckende Serie. Was ist möglich mit dieser Mannschaft?

In den vergangenen Monaten und Jahren waren wir meistens schlecht beraten, wenn wir angefangen haben, in die Zukunft zu blicken. Oder wir mehrere Spiele zusammengefasst haben und überlegt haben, was passieren könnte. Deshalb wollen wir den Fokus lieber nur auf das nächste Spiel werfen und gegen Wolfsburg - wie gesagt eines der europäischen Top-Teams - mal schauen, wie stark wir wirklich sind.

Was muss passieren, damit Trainer Matthias Rudolph am Mittwochabend zufrieden nach Hause geht?

Ich gehe zufrieden nach Hause, wenn wir auf jeden Fall Punkte geholt haben. Und ich spreche da bewusst auch in der Mehrzahl. Wir wollen schon gewinnen. Wenn am Ende weniger rauskommt, hängt meine Zufriedenheit von unserer Leistung ab. Das ist der zweite Punkt. Wir wollen gegen Wolfsburg wie in den letzten Wochen zeigen, dass wir als Mannschaft richtig stark sind.

Vielen Dank für das Gespräch!

Sendung: rbb24, 05.12.2018, 21:45 Uhr

Beitrag von Johannes Mohren

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