Stephane Richer steht bei einem Heimspiel der Eisbären hinter der Bande (Quelle: imago/Andreas Gora)
Bild: imago/Andreas Gora

Eishockey | Eisbären Berlin - Gefangen in der Krise

Vor einem Monat haben die Eisbären Berlin die Konsequenzen aus dem durchwachsenen Saisonstart gezogen und Trainer Jodoin gefeuert. Unter seinem Nachfolger läuft es sogar noch schlechter. Doch das nächste Spiel scheint ideal für einen Neuanfang. Von Lisa Surkamp

Hinter der Bande der Eisbären Berlin hat sich etwas verändert im letzten Monat - das ist nicht zu übersehen. Nicht mehr der 67-jährige Clement Jodoin zieht die Fäden, nach dessen Entlassung am 19. Dezember hat Sportdirektor Stéphane Richer das Amt des Trainers übernommen.

Eines aber ist gleich geblieben: die Mienen der Verantwortlichen. Nicht nur, dass die erhoffte Trendwende ausblieb - der Hauptstadtclub ist stattdessen sogar noch tiefer in die Krise geschlittert.

Bilanz unter Richer schlechter als bei seinem Vorgänger

Aktuell muss der deutsche Rekordmeister den Blick weit nach unten senken, um sich in der Tabelle wiederzufinden. 53 Punkte reichen nur zu Platz neun. Eine Position, die weit unterhalb der eigenen Erwartungen liegt. Selbst die Qualifikation für die erste Playoff-Runde könnte der Club im ungünstigsten Fall noch verpassen, denn dafür müssen die Eisbären die Vorrunde mindestens mit dem zehnten Platz abschließen. Ein No-Go, das Richer unbedingt verhindern soll.

Doch in den bisher gespielten neun Partien unter seiner Leitung sprangen gerade einmal drei Siege für die Eisbären heraus. Unter Vorgänger Jodoin konnte das Team immerhin 55 Prozent der Spiele für sich entscheiden. Doch warum zeigt der Trainerwechsel keine Wirkung?

Den Eisbären fehlt die Konstanz

Unter Jodoin war vor allem die Einstellung der Spieler ein Problem. Zu behebig und unmotiviert wirkten sie. Das änderte sich unter Richer zumindest teilweise, wie das letzte Spiel der Berliner in Mannheim gezeigt hat. Das ging zwar am Ende deutlich mit 2:6 verloren. Doch gegen den Tabellenführer zeigten die Eisbären über fast zwei Drittel eine gute Leistung, gingen zwischenzeitlich sogar in Führung.

Doch mit dem weiteren Spielverlauf offenbarte sich schon das zweite Problem des Teams: die fehlende Konstanz. Zu selten schaffen es die Berliner, über 60 Minuten eine dauerhaft gute Leistung abzurufen. Zu viele Strafzeiten oder einfache Fehler führen zu leichten Gegentoren - und kosten dem Team am Ende den Sieg.

Das Selbstvertrauen schwindet

Auf dem Eis wirkte der siebenfache deutsche Meister zuletzt, als sei alles Selbstvertrauen verspielt worden. Vor allem bei Heimspielen steht das Team von Richer unter großem Druck - und das überträgt sich auf die Spielweise. In aussichtsreichen Schusspositionen suchen die Spieler derzeit lieber den Pass auf den Nebenmann, statt den direkten Abschluss aufs Tor. Zu groß scheint die Verunsicherung.

Hinzu kommt, dass auch die personelle Lage bei den Berlinern wieder angespannt ist. Auf sieben Spieler muss der Trainer momentan verzichten. Vor allem der jüngste Ausfall von Topscorer James Sheppard wiegt schwer.

Am Sonntag sind die Eisbären in Wolfsburg zu Gast. Auch die Grizzlys spielen keine gute Saison - sind sogar Tabellenletzter. Vielleicht ist das also eine gute Gelegenheit für die Eisbären, den ersten Schritt heraus aus der Krise zu machen.

Beitrag von Lisa Surkamp

Kommentar

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1 Kommentar

  1. 1.

    Wenn es doch nur den BSC Preussen noch gäbe.
    Die waren auch viel sympathischer.

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