(Archiv) Ein Banner der Gruppe "Inferno Cottbus". Quelle: imago/pmk
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Reaktion auf rbb-Recherche - Energie Cottbus will über rechte Fans beraten - demnächst

Nach den rbb-Recherchen, dass Rechtsextreme in der Fanszene von Energie Cottbus großen Einfluss gewonnen haben, hat der Verein ein Treffen mit Polizei und Verfassungsschutz angekündigt.

Nach rbb-Recherchen, dass Rechtsextremisten die Fanszene von Energie Cottbus dominieren, hat der Verein Konsequenzen angekündigt: Am 6. März solle es einen Runden Tisch mit Vertretern der Polizei und des Verfassungsschutzes zu der Fan-Problematik geben, hieß es am Mittwoch.

"Im Moment haben wir wegen der noch laufenden Transferperiode keine Zeit, um uns damit aktuell zu beschäftigen. Das Sportliche hat zunächst Vorrang. Aber in zwei Tagen werden wir uns damit befassen", erklärte am Mittwoch Vereins-Sprecher Stefan Scharfenberg-Hecht der Deutschen Presse-Agentur und verwies darauf, "dass wir uns stets von Fremdenfeindlichkeit, Gewalt und Rechtsextremismus distanziert haben".

"Inferno Cottbus" weiter mit großem Einfluss

Nach rbb-Recherchen gibt derzeit eine rechtsextreme Fangruppe in der Fanszene von Energie Cottbus den Ton an. Eigentlich hatte sich die Ultragruppierung "Inferno Cottbus" vor knapp zwei Jahren aufgelöst, um einem Vereinsverbot durch das brandenburgische Innenministerium zuvorzukommen - die Recherchen zeigen nun, dass die Rechtsextremisten ohne die Marke "Inferno" ihre Aktivitäten seitdem sogar noch verstärkt haben.

Informanten berichteten dem rbb von Einschüchterungsmaßnahmen und Gewaltandrohungen gegenüber anderen Fangruppen. Dies soll auch dazu geführt haben, dass in der Fan-Kurve der Ultragruppen bei Heimspielen nur noch eine einzige Fahne hängt. Für den Fan-Forscher Robert Claus ist die Verdrängung anderer Zaunfahnen "das Ergebnis dieser Machtdemonstration von Inferno Cottbus".

Auch auf verschiedenen Fanseiten im Internet haben die Rechtsextremen laut rbb-Recherchen mittlerweile vollen Zugriff und verkaufen darüber unter anderem ihre T-Shirts und verbreiten ihre Ideologie. Energie Cottbus verweist darauf, dass das Banner den Vorgaben des Vereins entspreche und verwies auf die eigene Distanzierung von "Rechtsextremismus, Fremdenhass und Gewalt".

Sendung: rbbUM6, 30.01.19, 18:00 Uhr

Kommentar

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4 Kommentare

  1. 4.

    @M.Mustermann: Zu Ihrem Verständnis ist das Lesen des rbb-Artikels „Rechtsextreme Hooligans kontrollieren Cottbuser Fanszene“ dienlich.

    Dann wird Ihnen deutlich werden, dass es einer Gruppe um ihre Dominanz, auch gewalttätig durchgesetzt, geht. Zitat: „... ein einziges Riesenbanner hängt über die gesamte Kurve. Diese sogenannte Zaunfahne trägt die Bezeichnung "Betriebssportgemeinschaft Energie Cottbus seit 1966". Klingt unverfänglich, doch tatsächlich ist die Fahne eine eindrucksvolle Machtdemonstration der angeblich aufgelösten rechtsextremistischen Ultra-Gruppierung Inferno Cottbus 1999.“

  2. 3.

    Was ist denn bitte an dem Banner flasch? Da steht Betriebssportgemeinschaft Energie Cottbus... Das war einst der Name des Vereins und hat nichts mit einem politischem Symbol zu tun...

    "Der FC Energie Cottbus (vollständiger Name: Fußballclub Energie Cottbus e. V.) ist ein Fußballverein aus Cottbus. Er wurde 1963 als SC Cottbus gegründet und 1966 in BSG Energie Cottbus umbenannt. 1990 wurde die Betriebssportgemeinschaft (BSG) aufgelöst und der Verein in FC Energie Cottbus umbenannt. "

  3. 2.

    "Im Moment haben wir wegen der noch laufenden Transferperiode keine Zeit,........"
    Das sagt doch schon alles darüber, wie unwichtig das in den Augen der Vereinsbosse ist.
    Wenn dieses Problem nicht in den Griff zu bekommen ist, hat der Verein bald
    alle Zeit der Welt, sobald der Lizenzentzug seitens des DFB beschlossen ist.

  4. 1.

    "... Energie Cottbus verweist darauf, dass das Banner den Vorgaben des Vereins entspreche ..."
    Ziemlich armselig erscheint mir dieser Rückzug auf's Bürokratische.
    '"... und verwies auf die eigene Distanzierung von "Rechtsextremismus, Fremdenhass und Gewalt"'. Formelhaft. Blutleer.

    Ich vermisse FORMAT, innere Größe, die nach außen sichtbar wird, wenigstens eine Vision davon, wozu Energie Cottbus - außer nur Bälle fliegen zu lassen - DA ist. Ich sehe bürokratische Rechtfertigung ohne inneres Feuer. Armselig. Dieses Land braucht einen solchen Akteur nur dann, wenn er sich für die grundlegenden Werte dieses Landes wirklich interessiert: sie zu beleben und erfahrbar zu machen weiß.

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