1. FC Union jubeln gemeinsam nach dem 1:0 gegen den VfL Bochum, Stürmer und Torschütze Sebastian Polter hält den Ball in seinen Händen, während er läuft. (Quelle: imago/Contrast)
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Union Berlin empfängt den 1. FC Köln - Bock auf die Geißböcke

Nach einer beeindruckenden Hinrunde wartet gleich im ersten Pflichtspiel des Jahres ein echter Hammer auf den 1. FC Union. Gegen Aufstiegsfavorit Köln brauchen die Eisernen einen Sahnetag. Helfen könnte dabei Neuzugang Carlos Mané. Von Stephanie Baczyk

Urs Fischer ist Realist. Künstlich erzeugte Spannung ist nicht so sein Ding, dafür ist der Trainer des 1. FC Union zu lange im Geschäft. Er zuckt, angesprochen auf die Partie seiner Mannschaft zuhause gegen den 1. FC Köln am Donnerstag, nur einmal kurz mit den Schultern. "Du brauchst 'ne Topleistung", sagt der Schweizer. "Das ist immer möglich, aber wir müssen schon alles abrufen, was wir drauf haben."

Der Effzeh, neben dem Hamburger SV klarer Favorit auf den Aufstieg in die Bundesliga, hat nicht nur einen qualitativ stark besetzten Kader - die Kölner haben in 18 Spielen auch beeindruckende 47 Tore erzielt. Die Eisernen halten dagegen: Mit der besten Abwehr der Liga. Die Partie Union gegen Köln ist definitiv ein Spitzenspiel.

"Wir müssen den Mut haben, auch was zu zeigen"

"Es spielt nicht mal so eine Rolle, wer da aufläuft", so Fischer. "Alle sind gut." Besonders heraus sticht ein ehemaliger Unioner: Simon Terodde, von 2011 bis 2014 bei den Eisernen unter Vertrag, hat mit seinen 22 Buden fast die Hälfte der Kölner Hinrundentreffer alleine erzielt. Sturmpartner Jhon Córdoba, Keeper Timo Horn oder Verteidiger Jonas Hector sind dazu nur drei von vielen Bundesliga-erfahrenen Profis bei den Geißböcken - und auch, wenn Letzterer im Spiel gegen Union gelbgesperrt fehlt, macht das die Aufgabe aus Sicht von Urs Fischer nicht einfacher.

"Da habe ich jetzt nicht das Gefühl, wenn ich den Kader so anschaue", so der Schweizer. "Sie haben einen großen, ausgeglichenen Kader. Sowohl Hector als auch der verletzte Louis Schaub werden da eins zu eins ersetzt." Der 1. FC Union geht als Underdog in die Partie, allerdings mit einer beachtlichen Ausbeute vor eigenem Publikum: 21 Zähler haben die Köpenicker in neun Heimspielen geholt. Klar, dass sie durchaus mutig auftreten wollen. "Nur verteidigen wird nicht aufgehen", sagt Coach Fischer. "Wir müssen den Mut haben, auch was zu zeigen."

Eine ergebnistechnisch durchwachsene Vorbereitung

Ergebnistechnisch lässt sich die Wintervorbereitung als durchwachsen bezeichnen. Von vier Testspielen konnte Union nur das gegen den chinesischen Zweitligisten FC Shenzhen gewinnen. Gegen die SpVgg Unterhaching verloren die Eisernen mit 1:2, die Partie gegen den FC Lausanne fielen keine Tore. Der letzte Härtetest vor dem Pflichtspielauftakt gegen Köln zwischen den Berlinern und dem Schweizer Dauermeister FC Basel endete 2:2.

Fischer ist dennoch zufrieden. "Vorbereitungsspiele sind mit Punktspielen nicht zu vergleichen", sagt der 52-Jährige. "Es braucht jetzt ein, zwei, drei Spiele, bis du in etwa siehst, wo du stehst." Das Trainingslager im spanischen Jerez de la Frontera haben der Trainer und sein Team genutzt, um beispielweise am Spiel mit dem Ball zu arbeiten. Während Union in der Hinserie mit einer starken Defensive überzeugte, tat sich die Mannschaft in der Offensive teilweise schwer.

Mané ist "topfit und spielbereit"

Kapitän Christopher Trimmel jedenfalls geht mit einem positiven Gefühl aus den letzten Wochen in das Spiel gegen Köln. "Ich werte jetzt hauptsächlich die Trainingseinheiten, die waren alle sehr sehr gut", so der Österreicher. "Da war wenig dabei, wo der Trainer unzufrieden war. Fit sind wir und Fußball spielen können wir auch." Trimmel dürfte auf der rechten Abwehrseite wie gewohnt gesetzt sein, auf anderen Positionen wird es dagegen interessant.

Während Innenverteidiger Nicolai Rapp, im Winter vom FC Erzgebirge Aue nach Köpenick gewechselt, gegen den Effzeh verletzungsbedingt passen muss, hat der zweite Neue im Team der Berliner durchaus Startelfchancen. Flügelspieler Carlos Mané, bis zum Saisonende ausgeliehen vom portugiesischen Erstligisten Sporting Lissabon, ist eine Option.

"Der kommt von Sporting und ist im Meisterschaftsmodus", so Fischer über den 24-Jährigen. "Er ist topfit, spielbereit. Das haben wir jetzt auch in den einzelnen Trainings gesehen." Gegen den FC Basel durfte der Ex-Stuttgarter eine halbe Stunde ran, ließ in der ein oder anderen Szene seine technischen Fähigkeiten aufblitzen. Und der Neue hat ein klares Ziel. "Ich will dem Team helfen, in die Bundesliga aufzusteigen", so Mané. "Das sind gute Jungs hier."

Spitzenspiel vor ausverkaufter Hütte

Geht es nach Urs Fischer, führt der Weg in die Bundesliga nur über die Relegation, über Platz drei. Sowohl der Hamburger SV, als auch der 1. FC Köln sieht der Schweizer am Ende der Saison in der Tabelle besser postiert. Ob die Rheinländer das Spitzenspiel im Stadion An der Alten Försterei für sich entscheiden können, wird sich aber zeigen - der 1. FC Union hält mit ausverkauftem Haus dagegen.

Sendung: rbb Inforadio, 31.01.2019

Beitrag von Stephanie Baczyk

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