Doppeltorschütze Ondrej Duda lässt sich feiern. / imago/ActionPress
Audio: Inforadio | 20.01.2019 | 18:15 Uhr | Patrick Schmid | Bild: imago/ActionPress

3:1-Sieg in Nürnberg - Doppelter Duda lässt Hertha jubeln

Gelungener Rückrundenstart für Hertha BSC: Beim Tabellenletzten 1. FC Nürnberg gewannen die Berliner mit 3:1 und rücken auf Tabellenplatz sieben vor. Ondrej Duda wurde in Halbzeit zwei zum Matchwinner. In der Startelf gab es derweil eine Überraschung.

Es waren wichtige drei Punkte. Für die klare Mission. Eine bessere Rückrunde als in den vergangenen Jahren wollen die Berliner spielen - beim 1. FC Nürnberg legten sie den Grundstein dafür. Mit 3:1 (1:1) gewannen sie vor 36.112 Zuschauern beim Tabellenletzten. Es war ein verdienter Sieg. Einer, der auch bei Trainer Pal Dardai für hörbare Erleichterung sorgte. Gerade nach dem schlechten Hinrundenausklang. "Für uns ist das ein riesiger Schritt", sagte er - und: "Ich bin heute sehr zufrieden - aber wichtig ist: Wir müssen bissig bleiben."

Grujic in der Startelf

Die erste große Überraschung gab es bereits eine Stunde vor dem Anpfiff: Bei den Herthanern tauchte auf dem Spielberichtsbogen die 15 auf; die Nummer, die Marko Grujic auf dem Rücken trägt. Mit einem Kurzeinsatz des 22-jährigen Serben war nach seiner Verletzungspause gerechnet worden. Allerhöchstens. Dass Pal Dardai ihn bereits in die Startelf beorderte, war nicht abzusehen.

In der 15. Minute zeigte sich gleich wieder, warum der Leihspieler von Liverpool so wichtig für die Berliner ist. Viel Ballbesitz hatte Hertha bis dahin gehabt, ohne jedoch eine entscheidende Lücke zu finden. Das lag auch daran, dass die Priorität der Nürnberger deutlich auf einer stabilen Defensive lag. Nun ging es plötzlich einmal schnell. Aus dem Mittelfeld spielte Grujic zwischen zwei Gegenspieler hindurch auf Vedad Ibisevic, der fand in Davie Selke einen Doppelpass-Partner und stand schließlich frei an der Strafraumgrenze: Bei seinem Schuss aus 16 Metern durch den tiefgefrorenen Strafraum war Keeper Christian Mathenia ohne Chance.

Behrens gleicht für Nürnberg aus

Hertha verwaltete in der Folge die Führung. Bis auf einen Schuss von Ondrej Duda passierte nach vorne nicht mehr viel (29.). Und Nürnberg schöpfte neuen Mut. "Wir haben uns zu sicher gefühlt und nicht mehr versucht, auf das zweite Tor zu spielen. Deswegen sind sie besser ins Spiel gekommen", sagte Innenverteidiger Niklas Stark. Chancen hatten die Franken jedoch zunächst nicht. Vielmehr zeigte sich beim Team von Michael Köllner das, was ihnen schon in der Hinrunde zum Verhängnis geworden war: große offensive Harmlosigkeit.

Bis zur Winterpause waren den Franken gerade einmal 14 Treffer in 17 Liga-Spielen gelungen - der zweitschlechteste Wert der Liga. Das 1:1 war dann auch zum großen Teil ein Produkt das Zufalls. Eine Ecke konnten die Berliner nicht richtig klären, Eduard Löwen zog auf gut Glück ab - und sein eigentlich verunglückter Versuch landete bei Hanno Behrens, der den Ausgleich erzielte (42.). Möglich wurde das auch, weil die Herthaner nicht konsequent herausgerückt waren. Es war eine Folge der "unnötigen Hektik", die Dardai nach dem Spiel bemängelte.

Zielstrebigkeit kehrt zurück

"In der Pause haben wir dann einiges umgestellt", sagte der Coach - und: "Die Mannschaft hat es sehr gut umgesetzt und verdient gewonnen." In der Tat kehrte nach dem Seitenwechsel die Zielstrebigkeit der Berliner zurück. Der Wille, das 2:0 zu erzielen, war nun spürbar. Eine heikle Situation musste die Hertha nach einem Schuss von Mikael Ishak noch überstehen (49.) - es sollte die (vorerst) letzte Nürnberger Großchance sein.

Nur eine Minute später jubelten die Berliner. Wie beim 1:0 war es schnell gegangen. Zu schnell für den Tabellenletzten. Valentino Lazaro hatte halbhoch in den Nürnberger Strafraum gespielt, Vedad Ibisevic elegant per Hacke abgelegt - und Ondrej Duda traf aus zentraler Position (50.). Das achte Saisontor für den Slowaken, der sein Torekonto nur wenig später aufstocken sollte (70.). Spätestens jetzt war die Entscheidung gefallen. Und hätte Davie Selke an seinem 24. Geburtstag ein wenig mehr Glück gehabt, wäre das Ergebnis sogar noch höher ausgefallen: Sein Schuss knallte an den Pfosten des Nürnberger Tors (80.).

"In Ruhe arbeiten"

Hertha steht nun auf Platz sieben. Das internationale Geschäft ist in Sichtweite. Eine Perspektive, um die auch Pal Dardai weiß. Dennoch betonte er: "Das war vor allem wichtig, damit wir in Ruhe arbeiten können." Die Vorbereitung gilt nun dem Spiel gegen Schalke 04. Die Trainingswoche bis dahin ist kurz. Bereits am Freitag (20:30 Uhr) sind die Gelsenkirchener zu Gast im Olympiastadion. Es ist die Chance auf den nächsten großen Schritt.

 

Sendung: rbb UM6, 20.01.2018, 18 Uhr

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