Gemeinsam spielen, gemeinsam jubeln: Vedad Ibisevic und Davie Selke. / imago/Zink
Audio: Inforadio | 23.01.2019 | 10:15 Uhr | Astrid Kretschmer | Bild: imago/Zink

Davie Selke und Vedad Ibisevic - Die Zwei in Herthas Spitze

Der eine ist 34 Jahre alt. Der andere zehn Jahre jünger. Beide sind sie zentrale Stürmer. Zuletzt in Nürnberg bildeten Vedad Ibisevic und Davie Selke wieder Herthas Doppelspitze. Eine Variante, die - allen Skeptikern zum Trotz - funktionierte. Besonders in einer Szene.

Es lief die 15. Minute im Max-Morlock-Stadion am Sonntag in Nürnberg. Und es ereignete sich das, was sich in Kurzform so zusammenfassen lässt: Ibisevic, Selke, Ibisevic - und: Tor! Es war ein Doppelpass der Doppelspitze. Schnell - ja leichtfüßig - und mitten durch die Abwehr des überforderten Gegners hindurch. Es war das 1:0 für die Berliner beim Tabellenletzten. Danach setzten die beiden zum Jubellauf über die Bande Richtung Hertha-Fanblock an. Ebenfalls ganz einträchtig. Es wurde sich geherzt: innige Umarmung, Stirn an Stirn.

Aus Sicht von Dardai ein Trainingserfolg

Das Tor war kein Zufall. Zumindest nicht nur. Es war Ergebnis intensiven Trainings. Das erzählte in der Woche nach der Ibisevic-Selke-Koproduktion Hertha-Trainer Pal Dardai. Anspielen durch das Zentrum, klatschen lassen, Schuss - diese Abfolge habe man ausführlich geprobt. Dass es dann im Spiel genauso klappte, freute den Hertha-Coach: "Das war schön zu sehen."

Und es blieb nicht der einzige Auftritt der beiden. Als Ondrej Duda per Doppelpack den 3:1-Sieg beim 1. FC Nürnberg perfekt machte, ging eine der beiden Vorarbeit auf das Konto von Ibisevic, die andere auf das von Selke.

"Eine super Variante"

Es sind Szenen, die so nur bedingt geplant waren. Denn eigentlich war der eine (Davie Selke, 24 Jahre) vor gut eineinhalb Jahren zur Hertha gekommen, um den anderen (Vedad Ibisevic, zehn Jahre älter) nach und nach zu ersetzen. Doch nun heißt es oftmals Sturmduo statt Wachablösung. Davon ist nicht jeder überzeugt. Und so helfen Momente wie der Doppelpass auf eisigem Boden in Nürnberg auch, den Kritikern Wind aus den Segeln zu nehmen. Es sind diejenigen, die finden, die Spielertypen Ibisevic und Selke seien sich zu ähnlich, um gemeinsam auf dem Platz zu stehen.

Selke bleibt bei solchen Stimmen gelassen. "Das haben wir nicht erst in Nürnberg widerlegt. Es hat schon ein paar Mal geklappt dieses Jahr", sagt er - und: "Das ist eine super Variante. Die einfach gut funktioniert - für den Gegner ist es nicht einfach, dagegen zu spielen." Das liegt auch daran, dass weder Ibisevic noch sein jüngerer Sturm-Partner Klischees erfüllen. Das etwa des egoistischen Knipsers, der immer in erster Linie auf den eigenen Torerfolg aus ist - und erst dann nach links und rechts schaut. Sie wollen mitspielen. "Es ist wichtig, dass wir als Mannschaft Erfolg haben", sagt Selke.

Zweites Saisontor soll bald fallen

Sein Beitrag sind momentan - wie in Nürnberg - eher die Vorlagen. Erst ein Tor hat der 24-Jährige in dieser Saison geschossen. Ibisevic bereits sieben. "Solange wir gewinnen, ist es für mich völlig okay", sagt der Mann, der im Sommer 2017 aus Leipzig nach Berlin kam. Pal Dardai weiß das zu schätzen. Es sei ein Fortschritt bei Selke, betont der Coach, "dass er so ein sauberes Tor vorbereitet und nicht gleich den zweiten Gedanken im Kopf hat".

Was nicht heißt, dass der Vollblutstürmer im ehrgeizigen Selke verloren gegangen ist. "Das ein oder andere Tor will ich in dieser Saison schon noch machen", stellt er klar. Vielleicht gelingt es ja schon gegen Schalke und es heißt dann: Doppelpass andersherum. Selke, Ibisevic, Selke - und: Tor! Damit könnte sich sicherlich nicht nur das Sturm-Duo anfreunden.

Sendung: Inforadio, 23.01.2019, 10.15 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereNetiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

Das könnte Sie auch interessieren

In dieser Szene nicht aufzuhalten: Luke Sikma (Alba Berlin). / imago/Nordphoto
imago/Nordphoto

Alba gewinnt 98:83 in Ulm - Dem Halbfinale ganz nah

Alba Berlin hat auch das zweite Spiel im Playoff-Viertelfinale gewonnen. In Ulm setzten sich die Albatrosse mit 98:83 durch. Damit fehlt ihnen nur noch ein Sieg zum Einzug ins Halbfinale. Die Gegenwehr war allerdings teils größer als noch zum Auftakt der Serie.