Schlussjubel der Herthaner Spieler um den zweifachen Torschuetzen Ondrej Duda mit Trainer Pal Dardai und Vedad Ibisevic am 20.01.2019 (Quelle: imago/Sven Simon)
Audio: Inforadio | 02.02.2019 | Jakob Rüger | Bild: imago/Sven Simon

Hertha BSC vor dem Duell mit Wolfsburg - Die Rückrunden-Bestmarke in Reichweite

Hertha BSC ist mit guten Ergebnissen in die Rückrunde gestartet. Nun könnte gegen Wolfsburg eine alte Bestmarke eingestellt werden und die Europapokalplätze sind wieder erreichbar. Von Jakob Rüger

Pal Dardai ist nicht als Lautsprecher bekannt. Doch vor dem Heimspiel gegen die deutlich finanzstärkeren Wolfsburger macht Herthas Trainer eine selbstbewusste Ansage: "Gegen Wolfsburg musst du zu Hause gewinnen." Diese Worte spiegeln das gestiegene Selbstvertrauen der Berliner wieder. Mit einem Sieg und einem Unentschieden ist man so gut in die Rückrunde gestartet, wie noch nie unter Dardai. "Wir bleiben fokussiert", gibt der Ungar entsprechend als Marschrichtung aus.

Wolfsburg in der Krise

Mit dem von Dardai erhofften Heimerfolg würde Hertha die Bestmarke von 2008/09 einstellen. Damals holten die Berliner unter Trainer Lucien Favre, erstmals seit Einführung der Dreipunkte-Regel, sieben Punkte aus den ersten drei Spielen. Das Heimspiel im Olympiastadion wird allerdings kein Selbstläufer, denn auch Dardai hat erkannt: "Da treffen zwei gleich starke Mannschaften aufeinander, wir haben den Heimvorteil und vielleicht die bessere Form." In der Autostadt wurde, anders als in Berlin, der Rückrundenstart mit zwei Niederlagen in den Sand gesetzt.

Europapokalplätze wieder greifbar

Mit dem ICE benötigt man von Wolfsburg nach Berlin planmäßig keine 90 Minuten, wenn der Zug denn in der niedersächsischen Stadt hält. In der Bundesliga-Tabelle liegen die beiden Erstligavereine ihrer Städte noch näher zusammen. Aktuell sind beide Teams punktgleich, doch dank der hohen Niederlage der Wölfe gegen Leverkusen sind die Berliner aufgrund der knapp besseren Tordifferenz vorbei gezogen.

Nun sind die Europapokalplätze wieder in Reichweite, schon am Samstag kann Hertha die punktgleichen Hoffenheimer auf dem sechsten Tabellenplatz ablösen. Darüber will allerdings rund um den Schenckendorffplatz derzeit niemand reden. Viel eher fragt man sich, was nach einem schwachen Jahresabschluss die Gründe für den Formanstieg der Alten Dame sind.

"Der Gegner soll es merken"

Der Trainer kann wieder aus dem Vollen schöpfen. Javairo Dilrosun fällt zwar wegen einer Wirbelblockade für das Spiel gegen Wolfsburg aus, ansonsten sind aber alle Berliner fit. Gerade Defensiv eröffnet das Dardai eine hohe Flexibilität. Viererkette oder Dreierkette? Alles ist möglich: "Jedes System hat seine Schwachstelle", sagt Dardai, der die Taktik vom Gegner abhängig machen will. "Ich werde nicht sagen was wir spielen, aber der Gegner soll es von der ersten Minute an merken." Mit der klaren Vorgabe eines Heimsieges dürfte der Trainer auf ein aggressives Pressing setzen.

Konter als Waffe

Hertha will in Kontersituationen kommen, denn dort sind die Berliner überraschend effektiv. Hatte Dardai in den letzten Jahren immer wieder das schnelle Umschalten kritisiert, sind die Berliner mit sieben Toren das drittbeste Konterteam der Liga. Bedeutet für ersatzgeschwächte Wolfsburger: Bloß nicht den Ball verlieren. Immerhin sind die Wölfe gegen Hertha seit sechs Partien ohne Sieg. Im Hinspiel gab es ein wildes 2:2. Zweimal verspielten die Berliner dabei eine Führung. Doch mit dem Heimvorteil im Rücken soll nun alles anders werden für Pal Dardai und sein Team. Schließlich will man einen weiteren Schritt auf dem Weg zu einer endlich einmal starken Rückrunde machen.

Sendung: rbb UM6, 31.01.2019, 18 Uhr

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1 Kommentar

  1. 1.

    Ojemine!
    Immer wenn über Medien oder aus der Hertha Beletage ein "Griff" in die Europaliga angedacht wurde, hat es für die Festigung nicht gereicht - die Sportlerbeine blockiert.
    Wie überall gilt auch hier: Der Wille MUSS im Kopf sitzen!
    Der muss glühen. Dann freue ich mich mit.

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