Kevin Prince Boateng breitet die Arme aus (Quelle: imago/AFLOSPORT)
Video: rbb|24 | 22.01.2019 | Bild: imago/AFLOSPORT

Kevin-Prince Boateng wechselt zum FC Barcelona - Die Krönung für den "Prince"

Er galt als Riesentalent, wurde zum Bad Boy, später zum Vorbild und auch zum Weltenbummler. Kevin-Prince Boateng hat bereits einen turbulenten Werdegang hingelegt. Nun wechselt der Berliner zum FC Barcelona - und krönt damit seine Profikarriere.

Es ist fast noch untertrieben, wenn man von einer echten Überraschung spricht. "Boateng wechselt zum FC Barcelona" - diese Schlagzeile schlug am Montag in die Fußballwelt ein wie eine Bombe. Doch es ist nicht etwa Weltmeister Jerome, der sich dem spanischen Spitzenclub anschließt, sondern sein älterer Bruder Kevin-Prince.

Dass der gebürtige Berliner bis Saisonende auf Leihbasis mit Messi, Suarez und Co. um Titel spielt, ist die Krönung einer Karriere, die von Auf und Abs geprägt ist. Der 31-Jährige wurde vom talentierten Rohdiamanten zum Bad Boy, schließlich zum Vorbild - und hat es jetzt bis ganz nach oben geschafft.

Das junge Talent aus dem Wedding

Die Karriere von Kevin-Prince Boateng begann im Wedding. In der "Panke", einem Fußballkäfig unweit der Osloer Straße, verbrachte der Junge seine Freizeit. In Gummistiefeln kickte er mit seinen Brüdern George und Jerome.

Schon früh war klar: Er hat Talent. Mehr als alle anderen Jungs seiner Generation. Dem Sohn eines ghanaischen Vaters und einer deutschen Mutter wurde die ganz große Karriere prophezeit. Bei Hertha BSC durchlief er sämtliche Jugendabteilungen. Mit 18 Jahren gab er gegen Eintracht Frankfurt sein Bundesliga-Debüt.

Kevin-Prince Boateng foult Michael Ballack (Quelle: imago/Sportimage)
Kevin-Prince Boateng foult Micheal Ballack. Der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft verpasst daraufhin die WM 2010 in Südafrika. | Bild: imago/Sportimage

Bad Boy Boateng

Doch der schnelle Erfolg stieg dem Jungen, der in einfachen Verhältnissen groß wurde, zu Kopf. Mit teurem Schmuck behangen fuhr der junge Profi im schicken Wagen zum Training vor, doch auf dem Platz fehlte ihm die richtige Einstellung. "Ich bereue, dass ich erst so spät angefangen habe, Profi zu sein - professionell zu leben. Das hätte ich vielleicht schon früher bei Hertha machen sollen. Dann wäre meine Karriere vielleicht ganz anders verlaufen", sagte er in einem Interview 2016 rückblickend.

Aus dem angehenden Fußballstar wurde ein Bad Boy. Zu diesem Image trug auch sein Foul an Michael Ballack 2010 bei. Im Finale des FA Cups traf der für Portsmouth spielende Boateng auf den FC Chelsea. Nach einer Rangelei mit Michael Ballack foulte Boateng den Kapitän der deutschen Nationlmannschaft - die WM in Südafrika war für den verletzten Ballack vorbei, bevor sie begonnen hatte.

Weltenbummler Boateng

In Italien machte der 1,85 Meter große Mittelfeldspieler sportlich auf sich aufmerksam. Beim ruhmreichen AC Mailand entwickelte sich Boateng zum Stammspieler - neben Stars wie Pirlo, Ibrahimovic und Ronaldinho. 2011 wurde er mit den Italienern Meister und Pokalsieger. Bei der Feier legte der Michael-Jackson-Fan einen sehenswerten Moonwalk aufs Parkett.

Länger als drei Jahre hielt es ihn dennoch nirgendwo. Boateng wurde zum Weltenbummler, spielte für neun Vereine in Deutschland, Spanien, Italien und England.

Kampf gegen Rassismus - Boateng als Vorbild

Doch im Laufe seiner Karriere ist Boateng gereift, übernahm nicht nur sportlich Verantwortung. Als der zweifache Vater während eines Freundschaftsspiels zwischen Mailand und einem Viertligisten immer wieder rassistisch beleidigt wurde, verließ er den Platz. Seine Mannschaftskollegen folgten Boateng in die Kabine. Das Spiel wurde abgebrochen, Boateng hatte ein klares Zeichen gegen Rassismus im Sport gesetzt.

Wenige Wochen später durfte er sogar vor den Vereinten Nationen sprechen. "Wir machen einen gefährlichen Fehler, wenn wir glauben, Rassismus irgendwie ignorieren zu können", sagte er. Aus dem Bad Boy Boateng wurde ein meinungsstarker Führungsspieler. Einer, der voran geht.

Einen gewaltigen Schritt voran geht es nun auch noch einmal mit seiner Karriere. Von Berlin aus hat es der kleine Junge aus dem Wedding zu einem der angesehensten Clubs der Welt geschafft.

Sendung: Inforadio, 22.01.2019

Vom Weddinger Jungen zum Fußball-Weltstar

 

 

Kommentar

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1 Kommentar

  1. 1.

    Ich frage mich ja schon, was Barca mit dem will. Aber ganz ehrlich, für die Sache mit Ballack bin ich ihm heute noch dankbar :-)))

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