Die deutsche und die die koreanische Mannschaft haben sich für die Nationalhymnen vor dem Spiel aufgestellt in der Halle am Ostbahnhof. (Quelle: imago/Oliver Ruhnke)
Video: Abendschau | 10.01.2019 | Uri Zahavi | Bild: imago/Oliver Ruhnke

Beim Public Viewing und in der Arena - Berlin feiert den Start der Handball-WM

2007 wurde die Deutsche Handball-Nationalmannschaft zum letzten Mal Weltmeister, jetzt spielen sie erstmals wieder eine WM im eigenen Land. Für viele Berliner Grund genug, das DHB-Team beim Public Viewing anzufeuern - so wie in Hermsdorf.

Martins Augen strahlten. "Ich will auch mal bei der WM mitspielen", sagte der 10-Jährige mit dem markanten blonden Pony, als wäre es das Selbstverständlichste der Welt. Er hatte sich am Donnerstag beim Public Viewing seines Vereins, der SG Hermsdorf-Waidmannslust im Nordwesten Berlins, einen Platz in der ersten Reihe gesichert. Mit bester Sicht auf seine Idole: die Spieler der deutschen Handball-Nationalmannschaft.

Die Organisatoren der Weltmeisterschaft hatten vor dem Auftaktspiel des deutschen Teams gegen Korea selbstbewusst verkündet: dieses Turnier wird rekordverdächtig - was die Besucherzahlen betrifft. "Wir werden nach aktuellen Zahlen mehr als 500.000 Zuschauer in Deutschland und mehr als 350.000 in Dänemark haben", so der Präsident des Deutschen Handballbunds, Andreas Michelmann. Es ist das erste Mal, dass eine WM in zwei Ländern gleichzeitig ausgetragen wird.

Public Viewing in der Schulkantine

Die Halle am Berliner Ostbahnhof war an diesem Donnerstagabend voll - 13.500 Fans feierten die Truppe von Bundestrainer Christian Prokop. Sie sahen einen souveränen Auftritt gegen das vereinte Team aus Nord- und Südkorea. In der Schulkantine der Romain-Rolland-Oberschule war die Stimmung auch ausgelassen, etwas mehr als hundert Handballbegeisterte bejubelten jeden gelungenen Spielzug.

"Der Auftritt der Deutschen gefällt mir sehr gut", sagte Christoph Staude, der Trainer der ersten Mannschaft SG Hermsdorf-Waidmannslust. "Es wird auf jeden Fall schwierig bei dieser WM. Da spielen mehrere Topklubs um den Titel. Aber das Halbfinale sollten wir schon erreichen."

2007 wurde Deutschland zum letzten Mal Weltmeister - ausgerechnet im eigenen Land. Damals hieß der Coach noch Heiner Brand. Der ist heute 66 Jahre alt und wurde jetzt auch in Hauptstadt gesichtet - Salzstangen futternd und fachsimpelnd auf der Tribüne.

Jubeln für die Berliner im WM-Kader

Dass die deutsche Mannschaft das Spiel gegen die Koreaner am Ende mit 30:19 (17:10) für sich entscheiden konnte, freute auch Nachwuchsspieler Ole Lenz. "Jeder, der irgendwie was mit Handball zu tun hat, mag diese WM", betonte der junge Mann in der blau-grauen Trainingsjacke. "Aber ich finde, es sollte mehr in die Öffentlichkeit gebracht werden. Damit dieser Sport noch attraktiver wird."

In Hermsdorf jedenfalls waren sie begeistert von dem Auftritt des Teams um Silvio Heinevetter, Paul Drux und Fabian Wiede von den Füchsen Berlin - und wollen es auch während der kommenden Partien bleiben. Dann sind Martin, Christoph und Ole bestimmt auch wieder am Start - das Public Viewing soll bei jeder deutschen Partie stattfinden.

Sendung: Abendschau, 10.01.2019, 19:30 Uhr

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1 Kommentar

  1. 1.

    Handball ist ein toller und schneller Sport, der beim Zusehen nie langweilig wird-anders als oft beim Fußball. Es braucht dazu extreme Kondition und eine ungeheure Körperspannung. Dass dieser Sport so relativ wenig öffentliche Aufmerksamkeit bekommt, ist völlig unverständlich. Positiv daran ist aber, dass es sich bei so einer WM noch wirklich um den Sport dreht, nicht um Millionen, Egoismus, Eitelkeit und völlig überzogenen Ruhm. Ich hoffe, dass das Deutsche Team weit kommt. Viel Glück!!!

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