Silvio Heinevetter, Paul Drux und Fabian Wiede von den Füchsen Berlin. (Quelle: imago/O.Ruhnke/B.König/O.Behrendt)
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Füchse-Spieler bei der Handball-WM in Berlin - Das Torwart-Ass, der verhinderte Weltstar und der Entscheider

Wenn die deutsche Handball-Nationalmannschaft am Donnerstag in Berlin gegen Korea in die Weltmeisterschaft startet, sind auch drei Berliner Füchse dabei: Fabian Wiede, Paul Drux und Silvio Heinevetter. rbb|24 stellt die drei vor und schätzt ihre Rolle bei der Heim-WM ein.

Drei von 16 – so viele Spieler in der Auswahl von Handball-Bundestrainer Christian Prokop kommen aus Berlin von den Füchsen. Torhüter Silvio Heinevetter ist der erfahrenste, Rückraumspieler Fabian Wiede sammelte von den Dreien die meisten Titel im Nationalteam und Paul Drux glänzt als bester Torschütze des Berliner Trios.

Silvio Heinevetter

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Silvio Heinevetter ist in Handball-Deutschland eine Marke und mit 180 Länderspielen der erfahrenste Spieler im gesamten Kader. In Berlin ist der Torhüter, der seit 2009 für die Füchse spielt, Kult. Für die Handballfans, weil er an guten Tagen die Gegner mit seinen Paraden in den Wahnsinn treibt und ein Meister der Psychospielchen auf dem Parkett ist. Außerhalb der Max-Schmeling-Halle ist er als Partner der Schauspielerin Simone Thomalla auch den Fachfremden ein Begriff. Pünktlich zur Heim-WM hat sich der 34-Jährige sogar ins soziale Netzwerk Instagram getraut und sein Neujahrspost zeigt: Er hat auch hier Unterhaltungstalent.

In der Nationalmannschaft musste sich Heinevetter trotz seiner unumstrittenen Qualität immer wieder mit der Rolle als zweiter Torwart zufrieden geben, so auch bei diesem Turnier. Bundestrainer Christian Prokop hat sich bereits im Dezember auf den Kieler Andreas Wolff als Nummer eins festgelegt. Das heißt aber nicht, dass Heinevetter nicht noch enorm wichtig werden kann bei diesem Turnier: Er ist mit seinem spektakulären und manchmal unorthodoxen Torwartspiel ein Ass im Ärmel des Bundestrainers.  

Paul Drux

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Paul Drux im Nationalmannschaftstrikot. Bild: imago/Oliver Ruhnke
Will in seiner Wahlheimat Berlin glänzen: Paul Drux. | Bild: imago/Oliver Ruhnke

Obwohl Paul Drux erst 23 Jahre alt ist, hat er in seiner Karriere schon ein paar große Spiele und Turniere verletzungsbedingt verpasst - nur einmal konnte er ein Turnier mit der Nationalmannschaft fit beginnen und beenden, 2016 bei den Olympischen Spielen. Bei der Europameisterschaft 2018 zog sich Drux einen Meniskusriss zu. Und so wird Bundestrainer Prokop schon mal kurz geschluckt haben, als Drux sich Anfang Oktober erneut verletzt abmeldete.

Denn der Rückraumspieler, der mit 17 Jahren sein Bundesligadebüt für die Füchse Berlin gab und mit 19 zum ersten Mal für die Nationalmannschaft auflief, gilt als eines der größten Talente weltweit. Füchse-Manager Bob Hanning sagte nach der Verpflichtung des damals 16-Jährigen aus Gummersbach einmal, Drux könne der "neue Nikola Karabatic werden." Den Vergleich mit dem dreimaligen Welthandballer kann Drux sieben Jahre später noch nicht aufnehmen, aber wie wichtig er ist, zeigte er, als er seine Füchse im Dezember wenige Tage nach seinem Comeback zum Pokalsieg gegen die Rhein-Neckar Löwen führte. Bundestrainer Prokop freute sich damals besonders darüber, dass Drux "direkt Verantwortung übernommen hat." Das soll er nun auch in der Nationalmannschaft. Mit seiner Wucht kann der wohl beste Eins-gegen-Eins Spieler im Deutschen Kader eine Schlüsselfigur werden. Hauptsache, er bleibt diesmal über das ganze Turnier fit.

Fabian Wiede

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Fabian Wiede im Nationaltrikot. Bild: imago/Agentur 54 GradVielseitiger Ideengeber: Fabian Wiede.

Fabian Wiede ist "heiß", na klar: Seitdem er 15 Jahre alt ist, spielt der gebürtige Belziger bei den Füchsen Berlin, er ist eine der Identifikationsfiguren des Berliner Vereins, die Vorrunde ist für kaum einen so viel Heimspiel wie für ihn. Der Rückraumspieler ist rechtzeitig zur Weltmeisterschaft wieder fit und in Form gekommen, nach seiner Verletzung beim Super Globe im Oktober. 

Das ist wichtig für ihn, weil er es so in den Kader von Bundestrainer Prokop schaffte, aber auch wichtig für die Nationalmannschaft. Denn der Linkshänder Wiede hat von Füchse-Manager Bob Hanning nicht umsonst den Spitznamen "Der Entscheider" verpasst bekommen. Füchse-Trainer Petkovic lässt in Überzahl am liebsten Wiede den Ball verteilen, weil er kreativ ist und spielerische Ideen hat, mit denen er entscheidende Lücken in der gegnerischen Deckung reißen kann. Bundestrainer Prokop nennt Wiede einen "Straßenhandballer". Als Linkshänder ist der Europameister von 2016 klassischerweise im rechten Rückraum zuhause, von Prokop wurde Wiede zuletzt aber immer öfter in die Rückraum-Mitte beordert, auf die Spielmacher-Position - das zeigt die Wertschätzung die Wiede aktuell in der Nationalmannschaft genießt.

Sendung: Inforadio, 10.01.2018, 8 Uhr

Kommentar

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2 Kommentare

  1. 2.

    Von uns auch toi toi toi. Tolles Team, super Sport, wir wünschen alles Gute!!!

  2. 1.

    Viel Glück!

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