Archivbild: Handball-Nationalspieler Fabian Wiede (Quelle: imago/Claus Bergmann)
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Video: zibb | 03.01.2019 | 18:30 Uhr | Dietmar Teige | Bild: imago-Archivbild/Claus Bergmann

Handball | Berlin vor der Heim-WM - "Sowas zu erleben ist einmalig"

Die Vorfreude ist riesig bei den deutschen Handballern. Auf die Heim-WM. Und auf Berlin. Die deutsche Hauptstadt ist einer von sechs Austragungsorten des Turniers. 15 Gruppenspiele finden in der Arena am Ostbahnhof statt. Eine große Hoffnung ruht auf den Fans.

Fabian Wiede strahlt sie aus - die absolute Vorfreude. Wer aktuell mit dem 24-Jährigen spricht, der hört den Rückraumspieler der Füchse Berlin oftmals schwärmen. Über die Handball-Weltmeisterschaft in Deutschland und Dänemark, die für das DHB-Team am 10. Januar mit dem Spiel gegen Korea beginnt. Und das nicht nur in Deutschland, sondern auch noch genau in Berlin - in der Arena am Ostbahnhof. "Das ist gerade für uns Berliner etwas ganz besonderes", sagt er im Gespräch mit dem rbb - und: "Ich glaube, sowas zu erleben, ist einmalig."

Euphoriewelle mit Berliner Fans im Rücken

In der Vorrunde in der Hauptstadt gilt es den Spirit zu entfachen, der das Team dann - im Idealfall - ganz weit tragen soll. Die Gruppe A wird in Berlin ausgetragen. 15 Spiele bedeutet das insgesamt. Fünf Mal mit Beteiligung der deutschen Mannschaft. "Ich freue mich tierisch. Ich bin schon sehr heiß", sagt Wiede. Nach dem Auftaktspiel gegen Korea (10. Januar, 18:15 Uhr) spielt das DHB-Team noch gegen Brasilien (12., 18:15 Uhr), Russland (14., 18 Uhr), Frankreich (15., 20:30 Uhr) und Serbien (17., 18 Uhr) vor dem Berliner Publikum. Dann zieht die Mannschaft - wenn der sportliche Plan aufgeht - zur Zwischenrunde nach Köln weiter.

Eine große Hoffnung ruht auf den Fans in der Hauptstadt. Die Atmosphäre soll den entscheidenden Rückenwind geben. "Wenn wir mit ihnen zusammen auf einer Welle der Euphorie schwimmen, ist viel möglich", sagt Fabian Wiede. Bei Paul Drux klingt das ganz ähnlich. Er ist der zweite Füchse-Spieler im vorläufigen 18-Mann-Kader von Bundestrainer Christian Prokop, Nummer drei ist Keeper Silvio Heinevetter. "Wenn wir jetzt in der hoffentlich ausverkauften Halle in Berlin spielen und als Team das Gefühl rüber bringen, dass wir wollen, dann kann mit den Fans im Rücken etwas unheimlich Cooles geschaffen werden", sagt Drux der dpa.

Großer Zuschauerzuspruch

Und der Zuschauerandrang ist groß. Bereits kurz vor Weihnachten waren für Berlin 93 Prozent der verfügbaren Karten verkauft. Es gibt aktuell nur noch wenige freie Plätze. Auf den Rängen ist der Grundstein also gelegt für ein Handball-Fest. Die Organisatoren sind zufrieden. Sehr sogar. Das große Vorbild: die letzte Heim-WM. 2007 war das. Deutschland stürmte zum Titel und die Handball-Euphorie war riesig.

Paul Drux saß damals als 12-jähriger Junge auf dem Sofa in seiner Heimat Gummersbach und verfolgte die Spiele. Mit seinen Eltern, Geschwistern - "und ein paar Kumpels". Es waren Momente, die ihn fesselten und dafür sorgten, dass er den Sport noch intensiver betrieb. "Wir waren heiß. Wir wollten nach den Partien direkt in die Halle uns selbst spielen", erinnert er sich.

"Wir leben davon, dass Idole sichtbar sind"

Nun soll auch eine neue Generation begeistert werden. "Die Heim-WM ist für die Spieler toll, die Fans großartig und wichtig für den deutschen Handball allgemein", sagt eine der deutschen Größen des Sports, Stefan Kretzschmar imm Gespräch mit dem rbb-Inforadio - und: "Wir leben davon, dass unsere Idole sichtbar sind. Dass die Kids ihre eigenen Helden vielleicht sogar live vor Ort in der Halle erleben können - und am nächsten Tag dann mit Handball anfangen oder neu motiviert werden."

Damit das klappt, sollen nicht nur 13.000 in der Arena am Ostbahnhof feiern. Das gesamte Umfeld soll das Handball-Fieber packen. Es ist ein Großprojekt. 250 Volontiers sind für einen reibungslosen Ablauf im Einsatz. Unter anderem soll eine Fan-Zone auf über 1500 Quadratmetern in der Verti Music Hall direkt neben der Halle entstehen, kündigt der Deutsche Handball-Bund an. Es wird ein kleines Handball-Feld geben. Eine Mini-WM Berliner Grundschüler. Und zahlreiche Symposien, etwa zum Thema Nachhaltigkeit. "Es geht auch darum, sich Gedanken zu machen, was ich für die Gesellschaft tun kann. Und was eine WM der Bevölkerung und dem Handball in Berlin bringt", sagt der Berliner OK-Chef Matthias Auth der dpa.

Die Handball-WM im Überblick

Das Turnier findet vom 10. bis zum 27. Januar in Deutschland und Dänemark statt. Es ist damit die erste Handball-WM, die von zwei Verbänden gemeinsam organisiert wird. 24 Nationen nehmen teil. Die deutschen Spielorte sind neben Berlin auch Köln, Hamburg und München. In Dänemark wird in Kopenhagen und Herning (Finalort) gespielt. Titelverteidiger ist Frankreich.

Sendung:  zibb, 05.01.2019, 18:30 Uhr

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