Michael Preetz vor einem Spiel von Hertha BSC. Quelle: imago/Bernd König
Audio: Inforadio | 21.02.19 | Dennis Wiese | Bild: imago/Bernd König

Interview | Hertha-Manager Michael Preetz vor Bayern-Spiel - "In München zu punkten, ist das Ziel"

Hertha BSC steht vor dem dritten Duell mit Bayern München in dieser Saison. In München konnten die Herthaner allerdings schon lange nicht mehr gewinnen. Warum die Berliner dennoch selbstbewusst nach München fahren, verrät Michael Preetz im Interview.

rbb|24: Herr Preetz, zuletzt gab es drei Unentschieden gegen Bayern, den Sieg im Hinspiel und jetzt das knappe Pokalspiel. Sind die Münchener am Samstag fällig?

Michael Preetz: (lacht) Wir wären glücklich, wenn wir diese Reihe in der Liga fortschreiben könnten. In München zu punkten, ist das Ziel. Dass die Trauben dort hoch hängen, erfahren wir aber seit 1977 (letzter Hertha-Sieg in München, Anm. d. Redaktion) Jahr für Jahr. Wir haben zuletzt aber gute Ergebnisse erzielt. Deswegen reisen wir mit Selbstvertrauen nach München.

Erich Beer und Gerd Müller vor dem Spiel 1977. Quelle: imago/WEREK
Erich Beer (l.) und Gerd Müller (r.) bei der Seitenwahl 1977. Herthas letzter Sieg in München. | Bild: imago/WEREK

Arne Maier steht möglicherweise vor der Rückkehr in die Startelf. Er sagt, dass es bereits für Samstag reichen könnte, der Trainer wartet lieber noch bis zum Spieltag ab. Inwiefern macht Arne Maier Hertha besser?

Wir sind froh, dass er wieder zur Verfügung steht. Er hat in den letzten Spielen gefehlt, davor aber alle Spiele gemacht. Er ist der jüngste Stammspieler, der eigentlich nicht mehr wegzudenken ist aus der ersten Elf. Es geht jetzt darum, dass er den richtigen Moment erwischt, um wieder einzusteigen. Möglicherweise in München, vielleicht aber auch erst nächste Woche. Er wird sich aber als technisch beschlagener Spieler mit einer guten Balance zwischen Defensive und Offensive wieder in der ersten Mannschaft fest spielen.

Sie haben vor Beginn dieser Rückrunde eine Ansage an die Mannschaft und das Trainerteam gemacht, dass die zwei Gesichter zwischen Gala-Auftritten und mutlosen Auftritten abgelegt werden müssten. Jetzt sind sechs Spiele gespielt in der Rückrunde. Wie fällt das Zwischenfazit aus?

Ganz positiv. Ich denke, dass wir gut reingefunden haben in diese Rückserie, was auch wichtig war. Die Tabellenkonstellation war sehr eng. Da war es wichtig, gleich das erste Spiel gegen Nürnberg zu gewinnen. Auch in der Folge haben wir gute Spiele gezeigt. Die Punkteausbeute hätte zwar besser sein können, ist aber okay. Gerade über das Spiel gegen Bremen haben wir lange diskutiert. Das war wahnsinnig unglücklich, dass wir da am Ende nicht drei Punkte verbuchen konnten. Jetzt fahren wir nach München und sind gespannt auf die Aufgabe.

Es gibt diese Fußball-Floskel: "Das Glück erzwingen". Jetzt die Frage an einen langjährigen Profi und Manager: Kann man so ein Tor wie das von Claudio Pizarro erzwingen oder war das einfach Glück für Bremen und Pech für Hertha?

Es ist eine Mischung aus beidem. Natürlich kann man das besser verteidigen. Wenn die Mauer stehen bleibt, wird nichts passieren. Pizarro trifft den Ball ja noch nicht mal richtig. Auf der anderen Seite werden solche Dinge im Fußball immer wieder passieren. Die kuriosen Tore machen den Sport letztlich aus. Für uns war es an diesem Abend extrem bitter, weil die Mannschaft die Punkte verdient gehabt hätte.

Ein kleiner Blick auf die kommende Saison: Sie hatten bezüglich Marko Grujic für den Februar ein Treffen mit dem FC Liverpool vereinbart. Laufen da bereits Gespräche über eine Leihe über den Sommer hinaus?

Ja, wir sind in einem permanenten Austausch mit Liverpool. Es wird aber keine Entscheidung vor dem Saisonende geben. Marko ist ein Spieler des FC Liverpool und der Klub wird die komplette Saison abwarten und dann für sich eine Entscheidung treffen. Da geht es darum, ob Liverpool bereits für die neue Saison mit Marko Grujic plant oder ob sie ihn vielleicht nochmal woanders sehen. Wir werden uns noch gedulden müssen.

Das Interview führte Dennis Wiese, rbb-Sportredaktion.

Dieser Text ist eine redigierte Fassung. Das gesamte Interview können Sie mit einem Klick ins Titelbild nachhören.

Sendung: Inforadio, 21.02.19, 18:14 Uhr

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1 Kommentar

  1. 1.

    Klasse!

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