Davie Selkes Torschuß Tor zum 2:2-Ausgleich gegen den FC Bayern am 6. Februar 2019 im DFB-Pokal (Quelle: imago/O.Behrendt)
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Audio: Inforadio | 06.02.2019 | Guido Ringel | Bild: imago sportfotodienst

Aus im Achtelfinale des DFB-Pokals - Bayern München lässt Herthas Pokaltraum platzen

Hertha BSC ist am Mittwochabend aus dem DFB-Pokal ausgeschieden. Im Achtelfinale gegen den FC Bayern München schnupperten die Berliner zwar an der Überraschung - doch das Finale im eigenen Stadion bleibt weiterhin ein Traum.

Hertha BSC hat am Mittwochabend den Einzug ins Viertelfinale des DFB-Pokals verpasst. Gegen den FC Bayern München unterlagen die Berliner nach Verlängerung mit 2:3 (2:2, 1:1).

Nach der überraschenden Führung durch Maximilian Mittelstädt und dem glücklichen 2:2-Ausgleich von Davie Selke nach einem Patzer von Mats Hummels musste der Rekordmeister zwar in die Verlängerung, jubelte aber schließlich verdient über den Einzug ins Viertelfinale. Vor dem Anpfiff fand eine Schweigeminute für den am Nachmittag verstorbenen ehemaligen Schalke-Manager Rudi Assauer statt.

Große Hoffnungen bei den Hertha-Fans

Die Botschaft der Hertha-Fans war deutlich. "Hertha ist unschlagbar" stand auf einem großen Banner über der Ostkurve. Und auch wenn die Berliner erst bei der 0:1-Niederlage gegen Wolfsburg ihre Verwundbarkeit gezeigt hatten, konnte die jüngste Statistik gegen den FC Bayern München den Fans Hoffnung machen.

In den letzten vier Duellen gegen den Rekordmeister hat das Team von Trainer Pal Dardai nicht verloren. Beim 2:0-Erfolg in der Bundesliga entzauberten sie die Bayern sogar.

"Hertha ist unschlagbar"-Banner in der Ostkurve des Olympiastadions (Quelle: imago/Matthias Koch)

Jeder Schuss ein Treffer

Auch diesmal wurden die knapp 75.000 Zuschauer im Berliner Olympiastadion von Beginn an bestens unterhalten. Nach einem Doppelpass mit Salomon Kalou hatte Maximilian Mittelstädt (3.) viel Platz am Strafraumrand und erzielte mit dem ersten Torschuss die Führung für die Hausherren. "Es war für mich ein besonderes Erlebnis. Mein erstes Tor im Olympiastadion vor so einer Kulisse", schwärmte der Torschütze.

Doch die Antwort der Bayern ließ nicht lange auf sich warten. Serge Gnabry (7.) knallte den Ball per Drop-Kick mit viel Wucht ins Berliner Tor. Nach dem Ausgleich bestimmten die favorisierten Münchner das Spiel. Vor allem Serge Gnabry sorgte immer wieder dafür, dass Hertha-Keeper Rune Jarstein bei frischen zwei Grad keine kalten Hände bekam.

Hummels-Aussetzer bringt Hertha in die Verlängerung

Zu Beginn der zweiten Halbzeit musste sich der Norweger dann aber erneut dem starken Serge Gnabry (49.) geschlagen geben. Der Münchner wurde perfekt von James Rodriguez bedient und schloss eiskalt zum 2:1 ab.

Das Spiel schien aus Sicht der Gäste unter Kontrolle - bis sich Mats Hummels einen riesigen Patzer erlaubte. Der Verteidiger wollte den Ball auf Torhüter Sven Ulreich spielen, doch seine lasche Rückgabe landete auf dem Fuß von Davie Selke (67.). Der eingewechselte Stürmer umkurvte den Keeper und erzielte mit seinem ersten Ballkontakt den überraschenden Ausgleich.

"Naive Verteidigung" ermöglicht den Siegtreffer

Hertha hatte die Bayern, wenn auch dank Mithilfe des Gegners, in die Verlängerung gebracht. Und auch dort machte der Favorit weiter Druck und sicherte mit vereinten Kräften wieder die Führung. Kingsley Coman (98.) setzte sich vor dem Tor gegen drei Herthaner durch und köpfte den Ball zum 3:2-Endstand ein.

"Beim dritten Tor haben wir naiv verteidigt", analysierte Pal Dardai. "Fünf Herthaner stehen im Tor, da haben wir etwas falsch gemacht." Dennoch war der Ungar nicht unzufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft. "Ich glaube, es gibt keinen Fan, der der Mannschaft heute etwas vorwerfen kann", lobte er den Einsatz und die Laufbereitschaft. Aber am Ende war Hertha BSC eben doch schlagbar.

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  • Pal Dardai 

    Pal Dardai vor einem Spiel seiner Mannschaft. Quelle: imago/Eibner
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    "Beim dritten Tor haben wir naiv verteidigt"

  • Maximilian Mittelstädt 

    Maximilian Mittelstädt läuft bei einem Trainingsspiel von Hertha BSC über einen Fußballplatz (Quelle: imago/Metodi Popow)
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    "Wären natürlich gerne weitergekommen"

  • Niklas Stark 

    Hertha-Innenverteidiger Niklas Stark. / imago/osnapix
    imago/osnapix

    "Wollten vorne noch irgendwas reindrücken"

Sendung: rbb24, 06.02.2019, 21.45 Uhr

Kommentar

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5 Kommentare

  1. 5.

    Sorry Trainer, einmauern gegen fcb hat noch nie geholfen! Platte grottIg wie zuletzt leider häufig.Positiv , weil so nicht erwartet :"Schelle "und Klünter ( vielleicht gegen bmg? )

  2. 4.

    Sie haben sich gut verkauft und super gekämpft. Da kann man Ihnen nix vorwerfen. Und eigentlich haben sie ja Unentschieden gespielt. 2:2 nach 90 Minuten. Also regulär auch wieder unbesiegt geblieben.
    Hätten sie nicht gekämpft, wäre das ne andere Geschichte, aber solange das Team kämpft, rennt, und alles versucht, ist auch eine solche Niederlage. okay. Allerdings war die rechte Seite immer offen, Coman und Alaba konnten machen was sie wollten. Da hätte Dardai aus meiner Sicht schneller reagieren können.

  3. 3.

    Einsatzbereitschaft war zweifelsohne da, obwohl ich nach dem 2:1 des FCB ein Aufdrehen der Leistung vermisste. Hertha spielte wie in der Bundesliga weiter, scheinbar ignorierend, dass Pokalspiele einfach kein Unentschieden kannen. Da stimmte das Mentale vielleicht nicht. In Hz2 und Verlängerung fehlten auch deutlich die spielerischen Mittel, die z.B. demonstriert zum 1:0 führten. Die Mannschaft ist halt trotz der Senioren nicht so reif und stabil im Spielverhalten und auch im direkten Aufeinandertreffen waren klare Defizite erkennbar. Coman wurde einfach nicht gestoppt. Da kann ich das Aufregen von Skjelbred schon verstehen.

    Naja, hilft nur weiter dran arbeiten. In Summe auf jeden Fall ansehnlicher als vo einigen Jahren.

  4. 2.

    Sie haben alles gegeben, nur gegen den Patzer in der eigenen Abwehr waren sie machtlos. Kopf hoch. Es war ein tolles Spiel.

  5. 1.

    Mensch Hertha..nicht jede Tradition ( zeitiges Ausscheiden aus dem DFB Pokal ) muss gelebt werden. Schade, wie man es hinbekommt, hat Bremen gezeigt. Trotzdem, gekämpft, aber das reicht nicht. Bayern war besser.

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