Beim letzten Heimspiel gegen Bayern gab's für die Berliner Grund zum Feiern: Sie gewannen mit 2:0. / imago/Camera 4
Audio: Inforadio | Dennis Wiese | 04.02.2019 | 14:24 Uhr | Bild: imago/Camera 4

Hertha BSC vor dem Pokal-Kracher - "An einem guten Tag können wir Bayern schlagen"

Volles Olympiastadion, Flutlicht, Übertragung im Free-TV. Hertha BSC fiebert mit dem Pokal-Achtelfinale gegen Bayern München auf einen der Saison-Höhepunkte hin. Die bittere Wolfsburg-Pleite ist abgehakt und das Selbstvertrauen groß. Auch dank guter Erinnerungen.

Das rbb-Inforadio überträgt das Spiel in voller Länge.

Pal Dardai hatte den Journalisten etwas mitzuteilen. Gleich vorweg, noch bevor die Fragerunde auf der Pressekonferenz überhaupt begonnen hatte. Dabei ging es nicht um das Pokalspiel. Nicht um die Bayern. Ja, nicht einmal um Fußball. "Zuhause gibt es richtig gute Kalbsschnitzel", erzählte der Hertha-Coach, grinste und tippte mit dem Zeigefinger ein paar Mal auf seine Uhr. Schnell solle es also bitte gehen. "Wenn ich zu spät bin, dann meckert meine Frau", sagte der Ungar - und: Kalt würden die Schnitzel nicht mehr so gut schmecken.

Vier Mal ungeschlagen gegen München

Der Exkurs an den Mittagstisch der Dardais zeigte gleich zu Beginn eines: Die Stimmung hat sich aufgehellt. Der nachdenkliche Dardai, der am Tag nach der Wolfsburg-Pleite über den nebligen Trainingsplatz schlenderte, konnte wieder lachen. Vergessen war die verpasste Chance an die oberen Bundesligaplätze anzuschließen.

Vielmehr freut man sich bei Hertha BSC auf das Flutlichtspiel im vollen Olympiastadion. Hertha kann guten Mutes in die Begegnung gegen den Rekordpokalsieger gehen. Seit September 2016 sind die Berliner gegen die Münchener ungeschlagen. Zudem gewann man das Hinspiel der laufenden Bundesligasaison im heimischen Olympiastadion. Pal Dardai weiß zwar, dass es einen "guten Tag" braucht, um gegen die Bayern zu gewinnen, ist aber dennoch optimistisch: "Wenn wir uns richtig reinbeißen, ihren kreativen Spielern keinen Raum lassen und bei uns alle eine gute Tagesform haben, hast du eine Chance".

Besonderer PK-Gast für besondere Begegnung

Die spezielle Bedeutung des Pokal-Achtelfinals zeigte sich auch in der Tatsache, dass neben Pal Dardai ein ungewohnter Gesprächsgast der Pressekonferenz beiwohnte.  Hertha-Kapitän Vedad Ibisevic nahm neben seinem Trainer auf dem Podium Platz und stellte sich den Fragen der Journalisten. Auch bei Ibisevic sind die Ausrutscher der Münchener in dieser Saison nicht unbemerkt geblieben: "Natürlich gibt das Mut, dass sie immer Mal wieder einen Ausrutscher haben. Flutlicht, ein volles Stadion - was gibt es Schöneres als ein Spiel gegen Bayern", freute sich der 34-Jährige auf das Pokal-Duell.

Pal Dardai hingegen bremste seinen Stürmer und äußerte gezügeltere Worte: "Jetzt haben sie einmal verloren. Das bedeutet nicht, dass sie schlecht sind. Wenn die einen guten Tag haben, steht es schnell 0:3". Gerade nach der enttäuschenden Niederlage gegen Wolfsburg war es dem Trainer daran gelegen nicht in allzu große Euphorie zu verfallen. Und auch Ibisevic ist sich trotz des jüngsten Patzers der Münchener gegen Leverkusen über die Qualität der Gegners bewusst: "Im Hinterkopf wissen wir trotzdem, was es für ein Gegner ist. Sie sind einfach eine Topmannschaft in Europa".

Systemumstellung und das Hoffen auf Maier

Trotzdem wird man bei Hertha BSC wie in jeder Saison vom Pokalfinale im eigenen Stadion träumen. Um diesen Traum am Leben zu halten, wird Trainer Dardai wohl wieder auf das defensivere Spielsystem mit einer Viererkette in der Abwehr, zwei defensiven und drei offensiven Mittelfeldspielern, sowie einem Stürmer umstellen. Unklar ist zudem, ob der zuletzt angeschlagenen Arne Maier rechtzeitig fit wird.  

Natürlich wird Dardai auf seinen Zentrumspieler hoffen, der gemeinsam mit Marko Grujic in dieser Saison in der Herthaner Schaltzentrale überzeugt und von immenser Bedeutung für die Berliner ist. Spätestens um 20:45 Uhr am Mittwochabend, wenn die Partie im Olympiastadion angepfiffen wird, wird auch Dardai alle Gedanken auf das Duell gegen Bayern München gerichtet haben. Nach der kurzgehaltenen Pressekonferenz war der 42-Jährige allerdings erstmal froh, dass er es pünktlich zum Kalbsschnitzel nach Hause schaffen würde: "Schaff ich noch, das Mittagsessen", sagte Dardai, guckte erneut auf die Uhr und verließ den Raum.

Sendung: Inforadio, 04.02.2019, 14:24 Uhr

Kommentar

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4 Kommentare

  1. 4.

    So, Jungs, macht das möglich, was Bremen gelang.
    Dazu gehört der absolute Siegeswille!!!!

  2. 3.

    Und manchmal werden Träume wahr, siehe das Hinrunden-Spiel in der Bundesliga! Warum darf man denn nicht träumen? Ist doch schön, wenn Träume wahr werden.
    Übrigens: ja, im Moment sind wir vielleicht Mittelmaß, aber bei Hertha wird mit und durch Pal Dardai etwas aufgebaut, hier wird viel auf die eigene Jugend gesetzt. Vielleicht können wir dann irgendwann mal das ernten, was wir säen. Und dann sind Sie bestimmt ganz plötzlich auch im Stadion und jubeln der Hertha zu. Aber solange ist es für Sie als Erfolgsfan ja viel einfacher sich mit den Bayern zu freuen...

  3. 2.

    Frage von Radio Eriwan: Wann ist denn ein guter Tag um die Bayern mal wieder zu schlagen? Antwort: Wenn es warm und trocken ist, da spielt es sich angenehmer.

  4. 1.

    Was für eine "Träumer Truppe". Die begreifen es nie, dass sie immer nur Mittelmaß sein werden, vielleicht mal mit einem Ausrutscher um 2 oder 3 Plätze nach oben für 3 oder 4 Spieltage.

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