Claus-Dieter Wollitz gestikuliert am Spielfeldrand. (Quelle: imago/Steffen Beyer)
Bild: imago/Steffen Beyer

Energie Cottbus in Unterhaching - Alte Probleme und neue Gesichter

Eine schwierige Woche liegt hinter Energie Cottbus: Der Drittligist musste dringend neue Spieler verpflichten, gleichzeitig sorgte die rechte Fangruppierung "Inferno" für Schlagzeilen. Am Sonntag in Unterhaching geht es weiter um den Klassenerhalt. Von Andreas Friebel

Müde und abgekämpft wirkt Energie Trainer Claus-Dieter Wollitz, als er am Freitagmittag vor die Presse tritt. Hinter dem 53-Jährigen liegt eine kräftezehrende Woche. Zwischen den Trainingseinheiten versuchte er Spieler davon zu überzeugen, in Cottbus beim Kampf um den Klassenerhalt zu helfen. "Wir wussten, dass es bis zur letzten Minute der Transferzeit gehen würde. Gut, dass mein Handy eine Flatrate hat. Die habe ich auch gebraucht."

Mit Robert Müller (KFC Uerdingen), Luke Hemmerich (FC Erzgebirge Aue/Leihe), Daniel Bohl (Hallescher FC) und Jürgen Gjasula (Viktoria Berlin) hat Cottbus nun vier Neue verpflichten können, die allesamt zum Kader für das Auswärtsspiel am Sonntag in Unterhaching (Anpfiff 14 Uhr) gehören. "Mir war wichtig, dass wir nur Spieler holen, die uns sofort weiterhelfen. Nur um unseren Kader aufzufüllen haben wir sie nicht geholt", so Wollitz.

"Kurz vor Transferschluss gab es noch zwei Absagen"

Müller wird den nach Stuttgart abgewanderten Kapitän Marc Stein ersetzen. "Er ist ein Topprofi, der mal abgesehen von zuletzt Uerdingen, immer Stammspieler war", sagt der Cottbuser Trainer. Gjasula wird im defensiven Mittelfeld für den verletzten Tim Kruse gebraucht. "Er weiß wie Fußball geht. Er war bis zum Sommer Stammspieler in Fürth in der zweiten Liga." Hemmerich soll die rechte Abwehrseite stabilisieren und Daniel Bohl das zentrale Mittelfeld. "Wir hätten auch noch gern einen offensiven Mittefeldspieler verpflichtet. Aber kurz vor Transferschluss gab es noch zwei Absagen", erklärte Wollitz am Freitagmittag.

Wollitz schockiert über "Inferno"-Enthüllungen

Auch zu den neuerlichen rbb-Enthüllungen zur rechten Fangruppierung "Inferno" sprach der Cottbuser Trainer. Er zeigte sich darüber schockiert und mache sich Sorgen über die Folgen, die daraus dem Klub und der Stadt drohen. Denn zum wiederholten Mal dominieren rechte Gewalttäter aus der eigenen Fanszene die Schlagzeilen. "Wir sind in einer Schublade. Um da wieder raus zu kommen, braucht es harte Entscheidungen. Entscheidungen, die erkennen lassen, dass man sich nicht unterdrücken lässt."

"Wir können nicht allein die Probleme unseres Landes lösen"

Energie Cottbus hat in den vergangenen zwei Jahren viel unternommen, um aus der rechten Ecke wegzukommen. Nun zeigt sich: Das reicht nicht aus. Und auch nicht jede Entscheidung war richtig. Es zeigt sich aber auch, dass der Fußball-Drittligist dieses Problem nicht lösen kann, so Sprecher Stefan Scharfenberg-Hecht. "Wir stehen als Verein für Vielfallt und Toleranz. Das haben wir oft genug betont und gezeigt. Unsere Aufgabe ist es in erster Linie, Fußball zu spielen. Wir können nicht allein die politischen und sozialen Probleme unseres Landes lösen."

Der Lausitzer Fußball-Klub will nun in den nächsten Tagen die jüngsten Vorgänge auswerten und Anfang März in einer großen Runde mit Innenministerium und Verfassungsschutz weitere Schritte beraten.

Sendung: rbb UM6, 01.02.2018, 18 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereNetiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

Das könnte Sie auch interessieren

Ansprache von Urs Fischer beim Training des 1. FC Union Berlin am 09.05.2019. (Quelle: imago/Matthias Koch)
imago/Matthias Koch

Erstes Relegationsspiel - Union hofft auf Erfolg beim VfB Stuttgart

Jetzt wird es ernst für Union Berlin: Heute Abend steigt das erste Relegationsspiel beim VfB Stuttgart - und natürlich wollen sich die "Eisernen" eine möglichst gute Ausgangslage verschaffen. Unions Trainer Urs Fischer setzt auf den Mut, "nach vorn zu spielen".