Robert Lewandowski (Bayern Muenchen) im Zweikampf gegen Maximilian Mittelstaedt (Hertha) (Quelle: imago/Frank Hoermann/Sven Simon)
Audio: Inforadio | 23.02.2019 | Bild: imago/Frank Hoermann/Sven Simon

Hertha verliert 0:1 in München - Das Ende der Serie

Nach vier Liga-Spielen ohne Niederlage gegen Bayern hat Hertha BSC in München mit 0:1 verloren. Dabei machten die Berliner lange ein gutes Spiel - defensiv stabil und sogar mit der Top-Chance zur Führung. Die Entscheidung brachte eine Standardsituation.

Als der Schlusspfiff in München ertönte, haderten die Berliner. Mit 0:1 (0:0) hatten sie verloren - an einem Samstagnachmittag, an dem für Hertha beim Rekordmeister mehr möglich gewesen wäre. In den letzten vier Liga-Spielen mussten sich die Berliner nicht gegen die Bayern geschlagen geben. Eine beachtliche Leistung - gegen keinen anderen Bundesligisten waren die Bayern länger ohne Sieg.

Und die Serie hätte nicht enden müssen. "Wir hätten etwas mitnehmen können", sagte Hertha-Coach Pal Dardai - und: "So ist Fußball. Das ist bitter. Ich warte, wann das Glück auf unsere Seite kommt." Tatsächlich brauchten weitestgehend ideenlose Bayern ein Standardtor, um die Berliner zu bezwingen - und zudem in der ein oder anderen Szene auch einen kräftigen Schuss Defensiv-Glück.

Bayern einfallslos gegen Berliner Kollektiv

Hertha war vor 75.000 Zuschauern in der ausverkauften Arena in München von Beginn an vor allem eines: diszipliniert. Und den Bayern fiel gegen das defensivstarke Berliner Kollektiv wenig, ja fast gar nichts ein. Um die Herthaner wirklich unter Druck setzen zu können, fehlten Tempo und Kreativität im Offensivspiel der Münchener. Beides zeigten hingegen die Berliner in der 10. Minute: Da spielte Arne Maier auf Davie Selke, der umkurvte Bayern-Keeper Manuel Neuer - doch die Fahne des Assistenten ging hoch. Und das zu Recht: Der 24-Jährige Stürmer stand einen halben Schritt im Abseits.

Bayern wurde vier Minuten später zum ersten Mal gefährlich. Joshua Kimmichs Distanzschuss ging aber knapp links am Tor vorbei (14.). Es sollte die beste Gelegenheit der Bayern in der gesamten ersten Halbzeit bleiben. Mehr als - eher ungefährliche - Kopfbälle von Robert Lewandowski (16.) und Javi Martinez (23.) ließ Berlin nicht zu. "Wir haben in der ersten Halbzeit richtig gut gespielt, hoch verteidigt, hatten Ballbesitz und genug Möglichkeiten", sagte Dardai. Die beste Chance für Hertha hatte Salomon Kalou: Nach einem Doppelpass mit Marko Grujic war er auf der linken Seite durch, spielte an Bayern-Keeper Neuer vorbei und es brauchte eine spektakuläre Rettungstat von Jerome Boateng, der so gerade noch in höchster Not klärte (29.).

Top-Chance für Selke

Und auch nach der Pause sorgten zunächst die Berliner für Aufsehen. In der 55. Minute ging plötzlich alles ganz schnell. Fast zu schnell für die Bayern. Kalou, Selke, Duda, Selke - mit Top-Geschwindigkeit und wenigen Kontakten durchspielten die Berliner die Abwehrreihe der Münchener. Und es fehlte nicht viel, da wäre die bis dahin beste Chance des Spiels mit einem Tor belohnt worden. Den Schuss von Selke aus halblinker Position rettete Bayern-Verteidiger Joshua Kimmich so gerade noch auf der Linie - der Ball ging schließlich knapp am Pfosten vorbei.

Die Führung erzielte stattdessen Bayern - und es war bezeichnend für das Spiel, dass sie einen Standard brauchten. Eine Ecke von James, der aus dem Spiel unter ständiger Bewachung von Arne Maier lange keine Impulse setzen konnte, köpfte Martinez ein. Es war das erste Tor des Spaniers seit über einem Jahr. Hertha-Keeper Rune Jarstein sah nicht gut aus. Danach tat sich Hertha schwerer - hatte kaum noch offensive Szenen und war dem Ausgleich nie wirklich nahe. "Wir haben es nicht mehr geschafft, die Konter so richtig zu Ende zu führen. Es war ein anderes Spiel als in der ersten Halbzeit", sagte Dardai.

Rekik fliegt vom Platz

Zudem spielten die Berliner die letzten Minuten in Unterzahl. Karim Rekik flog vom Platz. Der Niederländer hatte sich mit Robert Lewandowski einen Zweikampf geliefert und den Polen beim anschließenden Aufstehen umgecheckt. Der Schiedsrichter entschied auf Tätlichkeit. Wohl auch, weil Rekik seinen Arm recht heftig einsetzte. Eine harte Entscheidung - und ein bitteres Nebenereignis bei einer bitteren Niederlage. "Man kann schon ein bisschen von Pech sprechen, wenn der Ball zwei Mal auf der Linie geklärt wird. Es war ein glücklicher Sieg für Bayern - verdient war er nicht. Mit ein bisschen Spielglück hätten wir sogar gewinnen können", sagte auch Fabian Lustenberger. Trotzdem könne man Positives mitnehmen - um sich dann am nächsten Samstag (15:30 Uhr) gegen Mainz auch mit Punkten zu belohnen.

 

Sendung: rbb UM6, 23.02.2019, 18 Uhr

Kommentar

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2 Kommentare

  1. 2.

    Lewandowski ist so ein schlechter Schauspieler. Er scheint es ja mächtig nötig zu haben. Im Übrigen war ein paar Sekunden zuvor Lewandowskis Fuß direkt an Rekiks Kopf.

  2. 1.

    .....wenn ein (Reaktion )Schubser von Rekik gegen den aggressiven Lewandowski für eine glatt Roten ausreicht ?! Na ja Bayern halt!

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