Gute Laune: Pal Dardai in närrischen Zeiten. / imago/ActionPictures
Bild: imago/ActionPictures

Hertha vor Spiel gegen Mainz - Dr. Dardai im Dirndl

Nach Bayern ist vor Mainz. Hertha BSC will in Karnevalshochzeiten dem Klub aus der närrischen Hochburg die gute Laune verderben. Und wenn's mit dem Sieg klappt, könnte der Coach in ein Kostüm schlüpfen - unter einer Voraussetzung. Von Astrid Kretschmer

Wenn das man nicht ein närrisches Heimspiel wird. Schließlich erwartet Hertha BSC am Samstag mitten in den tollen Tagen den selbsternannten Karnevalsverein Mainz 05. Da wollte auch Trainer Pal Dardai, obwohl er in der Karnevals-Diaspora Berlin arbeitet, beim Thema fünfte Jahreszeit kein Spielverderber sein. Der Ungar stellte bei einem Sieg gegen Mainz in Aussicht, sich zu verkleiden. "Also wenn wir gewinnen, was soll ich anziehen?", fragte Dardai bei der Pressekonferenz. Der Vorschlag eines Journalisten: "Ein Dirndl" . Dardai nahm's lachend mit Humor.

Zahlreiche Verletzte

Herthas Trainer ist bester Laune - und das trotz zahlreicher Personalprobleme. Jordan Torunarigha könnte zwar nach Achillessehenenproblemen zurückkehren. Der U-21 Nationalspieler trainierte am Donnerstag wieder mit der Mannschaft. Dardai klang jedoch eher skeptisch. "In Prozente ausgedrückt ist es 50:50, ob er spielt", sagte Herthas Trainer. Torunarigha selbst ist optimistischer. Beim Verlassen des Platzes nach dem Training sagte er: "Alles ok, ich kann spielen." 

Kann er nun oder kann er nicht? Möglich, dass sich Dardai bei der wichtigen Personalfrage, wer den rotgesperrten Innenverteidiger Karim Rekik ersetzt, nicht in die Karten schauen lassen will. Schließlich richtet sich die taktische Ausrichtung danach. "Wenn er nicht kann, müssen wir bei der Viererkette bleiben", sagte Dardai. Mit Torunarigha würde es auf die in den vergangenen Spielen bevorzugte Dreierkette hinauslaufen. 

Auch Mathew Leckie steht wieder im Kader, Per Skjelbred soll am Freitag nach einem grippalen Infekt wieder mit der Mannschaft trainieren. Javairo Dilrosun spielt dagegen erst einmal in der U23. Sicher fehlen werden neben Rekik die verletzten Darida, Plattenhardt, Pekarik und Köpke. "So langsam bin ich Doktor Dardai", scherzte der Hertha-Coach bei all den Ausfällen.

Der Kapitän weiter in der Warteschleife

Vedad Ibisevic sitzt gegen Mainz zu Beginn wieder nur auf der Bank. Dardai lobte den Kapitän dafür, dass er "sehr professionell" mit der Situation umgehe. "Er war nicht einmal beleidigt, wenn er nicht gespielt hat", berichtete der Trainer. Der Vertrag mit dem 34-Jährigen Stürmer läuft zum Saisonende aus. Michael Preetz sieht die laufenden Vertragsverhandlungen durch dessen geringe Spielzeit in diesem Jahr nicht belastet: "Ich kann mir nichts daraus ableiten für den Ausgang der Gespräche", so der Manager.

Keinen Spaß verstehen die Hertha-Verantwortlichen, wenn es um die Frage geht, wann es endlich mit dem ersten Heimsieg in diesem Jahr klappt. Beim unglücklichen 1:1 gegen Bremen im Olympiastadion mit dem späten Ausgleich von Werder sei "man ja denkbar knapp dran gewesen", gab Preetz zu bedenken. "Klar wollen wir am Samstag dieses Spiel gewinnen", so der Manager, "das sieht ja keiner anders, der Trainer nicht, die Mannschaft und auch ich nicht und unsere Fans ganz besonders nicht. Und Karnevals-Samstag könnte ein guter Zeitpunkt sein."

Gegen die Großen hui - gegen die Kleinen pfui? 

Auch Dardai zeigte sich optimistisch, obwohl Hertha als Tabellen-Zehnter (32 Punkte) den direkten Anschluss an die Europa-League-Plätzen verloren hat. Trotz guter Leistungen in den letzten drei Partien (3:0 in Gladbach, 1:1 zu Hause gegen Bremen, 0:1 beim FC Bayern) wurden nur vier Punkte geholt. Er erwarte "eine ähnliche Spielweise wie gegen Bremen zu Hause", so Dardai. "Wir sind der Favorit, weil wir zu Hause spielen. Mainz und Hertha sind zwei ähnliche Mannschaften. Wir haben Respekt, aber wir wollen gewinnen", sagte Dardai.

Nach dem Highlight gegen die großen Bayern geht es nun also gegen Mainz zurück in den Liga-Alltag. Hertha tut sich gegen die vermeintlich kleineren Gegner auch in dieser Saison schwer. Michael Preetz gefällt so eine Kategorisierung nicht. "Ich glaube, wir sollten vielleicht eher darüber reden, dass jedes Bundesliga-Spiel ein Festtag ist und das gilt dann auch für eine Partie wie Mainz 05", so der Manager. Zudem stünden die Rheinhessen als Tabellenelfter nur zwei Zähler hinter den Berlinern.

"Muss ich Monika fragen, ob ich das darf"

"Also, je nachdem wie das Spiel ausgeht, könnten die mit einem Sieg in Berlin an uns vorbeigehen", gibt Preetz zu bedenken, "das zeigt schon, dass das kein kleiner Gegner ist." Für Hertha gehe es darum, "an die ansprechenden Leistungen in den letzten Heimspielen anzuknüpfen, aber natürlich auch das Ergebnis diesmal über die Linie zu bringen". Und Preetz fügte humorlos an: "Es wird mal Zeit, zu Hause wieder ein Spiel zu gewinnen."

Sollen se' also kommen, die Jecken aus Meenz. Hertha will sich nicht zum Narren machen lassen. Und mal ganz nebenbei; Pal im Dirndl, sollten seine Jungs gegen den 'Karnevalsverein' gewinnen, das hätte schon was. Auch wenn der Ungar noch nachschob, dass seine Ehefrau ein Wörtchen mitzureden hat: "Muss ich Monika fragen, ob ich das darf."

Sendung: rbb UM6, 28.02.2018, 18 Uhr

Beitrag von Astrid Kretschmer

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereNetiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

Das könnte Sie auch interessieren