Am Ende souverän: Fabian Wiede und Co. gewinnen auch das zweite Spiel der Gruppenphase im EHF-Cup. / imago/Jan Huebner
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EHF-Cup | Sieg bei Balatonfüredi KSE - Füchse Berlin jubeln in Ungarn

Am Ende war es deutlich: Die Füchse Berlin haben im EHF-Cup den zweiten Sieg im zweiten Gruppenspiel gefeiert. Bei Balatonfüredi KSE gewann das Team von Velimir Petkovic mit 29:24 - auch weil der Trainer seine Spieler mit einer Standpauke wachrüttelte.

32 Minuten waren gespielt, da nahm Füchse-Coach Velimir Petkovic die Auszeit. Der Serbe hatte genug gesehen. Er war sicht- und hörbar wütend. Der Außenseiter Balatonfüredi KSE hatte gerade in Unterzahl das 16:16 gegen die Berliner Handballer erzielt. "Was sind wir für eine Mannschaft hier?", schimpfte Petkovic - und seine Standpauke zeigte Wirkung. Die Füchse zeigten fortan ein anderes Gesicht.

Am Ende gewann der Bundesligist in der Gruppenphase des EHF-Cups am Donnerstagabend deutlich mit 29:24 (16:14) beim Vertreter aus Ungarn. Es war der zweite Sieg im zweiten Spiel. Zum Auftakt hatten die Füchse bereits gegen St. Raphael Var gewonnen. Damit sind die Berliner nun mit vier Punkten Tabellenführer der Gruppe A.

Nach gutem Start die Führung verspielt

Zu Beginn hatte nichts darauf hingedeutet, dass es überhaupt eine laute Ansprache von Petkovic brauchen würde. Die Füchse starteten konzentriert und dominierten die Partie vor eher spärlich besetzten Rängen in Veszprem. In der Universitätsstadt - gut zwanzig Fahrminuten entfernt von der eigentlichen Heimstätte - muss Balatonfüredi im EHF-Cup antreten, weil die eigene Halle nicht den Regularien des EHF-Cups genügt. Früh führten die Berliner mit 3:0 (4.), nach einer guten Viertelstunde lagen sie mit vier Treffern vorne (10:6). Die Deckung stand ordentlich und die Füchse konnten immer wieder nach schnellen Kontern jubeln.

Jedoch verpassten es die Füchse, weiter davonzuziehen. Das hatte vor allem zwei Gründe: Balatonfüredi verteidigte zusehends besser - und der Bundesliga-Fünfte ließ Chancen liegen. Immer wieder scheiterten die Berliner bei offenen Würfen. Torwart-Oldie Nandor Fazekas, bereits 42 Jahre alt, konnte glänzen. So bauten die Füchse die Gastgeber in dieser Phase wieder auf. Kurz vor der Pause war dann von der komfortablen Führung nichts mehr übrig geblieben. Die Ungarn kamen wieder auf einen Treffer heran. Die Füchse kassierten viele "zu einfache Tore", wie Trainer Petkovic monierte. Es war ein plötzlicher Leistungsabfall, der auch schon zuletzt in der Liga in Lemgo zu beobachten war - und den Berlinern da den Sieg kostete.

Petkovic tobt

Nach der Halbzeitpause setzte sich der Negativtrend zunächst fort. Und Balatonfüredi, die große Unbekannte aus Ungarn, war drauf und dran, den Berlinern die Dienstreise richtig zu verhageln. Doch dann kam die Auszeit von Petkovic - und das Toben des Trainers. Stinksauer redete er auf seine Spieler ein. Es war ein Wachrüttler zur rechten Zeit. 

Kurze Zeit konnte Balatonfüredi noch mithalten, dann war die Hoffnung des Außenseiters auf eine Sensation beendet. Silvio Heinevetter im Tor parierte stark, die Abwehr stand stabil und vorne machten die Berliner nun die Tore. Mit einem 6:0-Lauf zogen sie davon. Nach 45 Minuten stand es 24:18. Es war die Vorentscheidung. Mit bis zu acht Toren lagen die Füchse zwischenzeitlich vorne und ließen am Sieg keinen Zweifel mehr. Bjarki Elisson war mit sieben Treffern bester Schütze an einem Abend, an dem am Ende auch Petkovic wieder besänftigt gewesen sein dürfte.

Sendung: rbb24, 14.02.2019, 21:45 Uhr

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