Alexander Meier (FC St. Pauli) im Zweikampf mit Florian Hübner (1.FC Union Berlin) am 4. Februar 2019 (Quelle: imago/O.Behrendt)
Audio: Inforadio | 04.02.2019 | 23:24 Uhr | Thorsten Iffland | Bild: imago sportfotodienst

2. Fußball-Bundesliga - Union verliert Fußballdrama auf St. Pauli

Mit einem furiosen Doppelschlag kurz vor Schluss schien Union Berlin am Montag auf St. Pauli eine Niederlage verhindert zu haben. Doch St. Paulis Rückkehrer Alex Meier zerstörte die Aufholjagd der Köpenicker kurz vor dem Abpfiff. Von Jonas Bürgener

Union Berlin hat nach einem couragierten Auftritt und einer zwischenzeitlichen Aufholjagd die zweite Niederlage der Saison hinnehmen müssen. Die Köpenicker verloren am Montagabend ihr Auswärtsspiel beim FC St. Pauli mit 2:3. Die Hamburger ziehen damit in der Tabelle an Union Berlin vorbei. Fußball-Urgestein Alex Meier avancierte zum späten Matchwinner.

Urs Fischer zur Rotation gezwungen

Es war das Spiel um den zweiten Platz in der 2. Fußball-Bundesliga. Nach der Spielabsage von Erzgebirge Aue gegen den 1. FC Köln konnte der Gewinner des Duells am Montagabend im ausverkauften Hamburger Millerntor-Stadion auf den zweiten und damit auf einen direkten Aufstiegsplatz vordringen. Unions Trainer Urs Fischer ersetzte die gesperrten Christopher Trimmel und Ken Reichel durch Julian Ryerson und Christopher Lenz. Zudem rückte Sebastian Andersson für den verletzten Sebastian Polter in die Startelf. Sein Debüt für die Köpenicker feierte Neuzugang Carlos Mané.

Und der begann direkt temporeich: In der vierten Minute flankte der Portugiese von der rechten Seite scharf in den Strafraum der Hamburger – Felix Kroos in der Mitte verpasste knapp. Anschließend geriet ein Rückpass von Manuel Schmiedebach zu kurz, doch St. Pauli konnte aus dem Fehler kein Kapital schlagen. Es war ein munterer Beginn in diesem Spitzenspiel der 2. Liga. Beide Mannschaften versuchten früh nach vorne zu spielen und den Gegner so unter Druck zu setzen.

Ereignisreiche erste Hälfte und die Führung für St. Pauli

Im Anschluss zerfuhr das Spiel zwar zunehmend, trotzdem ergaben sich immer wieder Chancen auf beiden Seiten. Die beste für die Köpenicker vergab Felix Kroos in der 20. Minute. Insgesamt war Union Berlin in diesem Spielabschnitt die bessere Mannschaft. Daher kam das erste Tor der Begegnung überraschend und zum Unmut von Unions Trainer Urs Fischer. Sami Allagui konnte den Ball nach eigentlich missglücktem Zuspiel in der 23. Minute erneut kontrollieren und schoss aus knapp 25 Metern sehenswert zum 1:0 für St. Pauli ein.

Union Berlin, das nach dem Sieg gegen Köln auch beim FC St. Pauli unbedingt punkten wollte, ließ sich von diesem Rückschlag nicht beirren und versuchte das Spiel wieder an sich zu reißen. Den Eisernen fehlte in der ersten Halbzeit allerdings die letzte Spielidee und so ging die Mannschaft von Urs Fischer mit einem 0:1-Rückstand in die Kabine. Zu oft spielten die Köpenicker in der Vorwärtsbewegung den Ball in die Füße des Gegners und ermöglichten den Hamburgern so gefährliche Konter. "Wir hatten eigentlich gute Chancen, haben diese aber leider nicht genutzt", ärgerte sich Florian Hübner über die vergebenen Möglichkeiten im ersten Durchgang.

Union fehlt es an Durchschlagskraft

Nach einer ereignisreichen ersten Halbzeit, beruhigte sich das Spiel im zweiten Durchgang zunächst. Der FC St. Pauli ließ die Gäste spielen und eröffnete nur wenige Räume. So ergab sich zwar ein erhöhter Ballbesitzanteil für die Eisernen, gute Chancen konnten sich die Berliner aber nicht herausspielen. Gerade Stürmer Sebastian Andersson lief sich immer wieder in der Hamburger Hintermannschaft fest und konnte keine Durchschlagskraft entwickeln. Besser machte es St. Paulis Rückkehrer Alex Meier auf der anderen Seite: In der 62. Minute setzte sich der 36-Jährige gegen gleich zwei Berliner durch und erhöhte nach einer Ecke von Marvin Knoll per Kopf auf 2:0.

Aufholjagd wird spät zerstört

Was folgte war eine Aufholjagd à la Union Berlin. Zuerst konnte Grischa Prömel in der 84. Minute auf 2:1 für die Eiserenen verkürzen und nur zwei Minuten später war es der eingewechselte Suleiman Abdullahi, der zum 2:2 ausglich. Trotzdem wurde die Mannschaft von Urs Fischer am Montagabend in Hamburg nicht für die erneut außergewöhnliche Moral belohnt. Schuld daran war Alex Meier: Nachdem Abdullahi Christopher Bruchmann im Strafraum zu Fall gebracht hatte, verwandelte der Routinier Meier den anschließenden Elfmeter in der Nachspielzeit zum späten 3:2 für St. Pauli.

"Das ist ganz bitter. Großes Kompliment, wie wir nach dem 2:0 zurück gekommen sind. Wenn du dann am Ende noch verlierst ist das schade. Wir haben ein gutes Auswärtsspiel gemacht", sagte Felix Kroos nach dem Spiel. Florian Hübner schaute dennoch nach vorne: "Heute nacht werden wir nicht gut schlafen. Wir wollten das Spiel unbedingt gewinnen und werden so spät bestraft. Ab morgen werden wir das Spiel aufarbeiten".

Durch den Sieg ziehen die Hamburger an Union Berlin vorbei, das sich nun auf dem vierten Tabellenplatz wiederfindet. Der Mannschaft von Urs Fischer gelang es nicht, den Sieg gegen Köln zu vergolden und auf einen direkten Aufstiegsplatz vorzudringen.

 

Sendung: rbb24, 04.02.2019, 21.45 Uhr

Beitrag von Jonas Bürgener

Kommentar

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2 Kommentare

  1. 2.

    Eine durch und durch mittelmäßige Mannschaft in der Bundesliga reicht doch.

  2. 1.

    Glückwunsch Pauli. Olé :-D

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