Sebastian Andersson jubelt (Quelle: imago/Jan Huebner)
imago/Jan Huebner
Audio: Inforadio | 09.02.2019 | 16:15 Uhr | Stephanie Baczyk | Bild: imago/Jan Huebner

Union Berlin feiert Heimsieg gegen Sandhausen - Nicht schön, aber gewonnen

Mit einem Arbeitssieg gegen Sandhausen ist Union Berlin zurück auf dem Relegationsplatz der zweiten Liga. Die Eisernen wussten beim 2:0 gegen den Abstiegskandidaten in der ersten Hälfte zu überzeugen - und in der zweiten zu verwalten.

Die erste positive Nachricht gab es bereits, da hatte das Spiel noch gar nicht begonnen. Kapitän Christopher Trimmel bleibt über den Sommer hinaus ein Unioner. Und auch nach neunzig Minuten war die Stimmung im Stadion an der Alten Försterei gut. Mit 2:0 (1:0) besiegten die Berliner den Tabellen-16. Sandhausen - und sprangen wieder auf auf den dritten Tabellenplatz. Es war ein Arbeitssieg für das Team von Trainer Urs Fischer. "Es gibt solche Spiele - und auch die musst du gewinnen", sagte der Schweizer nach Abpfiff, "die erste Halbzeit von uns war nicht so schlecht, da muss nur das Resultat anders aussehen. Wir müssen höher führen."

Dominanz ab der ersten Minute

Tatsächlich schien es zunächst so, als würden die Befürchtungen nicht eintreffen, die der Trainer vor dem Spiel geäußert hatte. Es werde ein "ekliges Spiel" geben, hatte Fischer da gesagt und an die Hinrunde erinnert: 0:0 spielte Union Anfang September in Sandhausen. Es war eine Partie, die wenn überhaupt wegen ihrer besonders ausgeprägten Tristesse im Gedächtnis geblieben ist.

Doch in den ersten Minuten der Neuauflage - gut fünf Monate danach - war es weder langweilig noch Sandhausen sonderlich unangenehm. Vielmehr ließ der Gegner aus dem Tabellenkeller die Köpenicker ungestört die Kontrolle über das Spiel übernehmen. Die knapp 20.000 Zuschauer im Stadion an der Alten Försterei bekamen gute Fußball-Unterhaltung geboten.

Viele Chancen, nur ein Tor

Gefährlich wurde es zunächst nach Ecken. Das erste Mal in der zweiten Minute. Da konnte Keeper Marcel Schuhen einen Bogenlampen-Kopfball von Sebastian Andersson gerade noch klären. Neun Minuten später entschied der schwedische Stürmer der Unioner das Duell dann für sich. Christopher Trimmel flankte, den ersten Kopfball von Verteidiger Marvin Friedrich konnte Schuhen mit einer Glanzparade noch abwehren, gegen den zweiten von Andersson war er machtlos (11.).

Es war das frühe 1:0 - und Union blieb gefährlich. Dass es bis zur Pause für kein weiteres Tor reichte, war für Sandhausen mehr als glücklich und für die Eisernen ärgerlich. Denn die Chancen waren da. Grischa Prömels Treffer wurde noch zurecht wegen Abseits zurückgepfiffen (24.). Doch danach folgten zwei weitere Großchancen. In der 37. Minute trieb Carlos Mané das Union-Spiel nach vorne, über Felix Kroos und Sebastian Andersson kam der Ball zu Suleiman Abdullahi. Ein ansehnlicher Angriff, der ohne Ertrag blieb, weil der 22-Jährige freistehend über das Tor schoss. Ebenso wie in der letzten Minute der ersten Hälfte Sebastian Andersson, der aus fünf Metern seinen Doppelpack verpasste (45.).

Die große Langeweile

Es sollte das letzte Highlight für lange Zeit bleiben. Denn in der zweiten Halbzeit passierte auf dem Feld wenig. "Wir hatten nicht mehr die gleiche Dynamik wie in der ersten Hälfte", bemerkte auch Fischer. Und Christopher Trimmel, der Kapitän mit dem neuen Vertrag, sagte: "Damit sind wir nicht zufrieden. Wir haben die Bälle zu leicht hergeschenkt. Das können wir besser." So wurde es doch noch das erwartete eklige - ja, dreckige - Spiel. Union verwaltete die Führung und weil Sandhausen nichts einfiel, gelang das ohne größere Probleme. Mit einer Ausnahme. In der 65. Minute war sie plötzlich aus dem Nichts da, die riesige Chance des Tabellen-16. auf den Ausgleich. Dennis Diekmeier flankte auf Fabian Schleusener, der jedoch freistehend den Ball nicht traf.

Und so konnte Union - nach einer erneuten Phase der spielerischen Langeweile - das Spiel entscheiden. Über Joshua Mees kam der Ball zu Akaki Gogia, der aus halbrechter Position ins linke Eck traf: 2:0 (87.). In der Nachspielzeit wäre fast noch das 3:0 gefallen - Sebastian Andersson traf den Außenpfosten. Am Ende konnte Union also die Rückkehr auf den Relagationsplatz feiern. "Am Schluss zählen manchmal auch einfach drei Punkte. Die waren hart erkämpft, darüber freuen wir uns", sagte Fischer. Am kommenden Samstag (13:30 Uhr) steht das nächste Duell gegen ein Keller-Team an: Es geht nach Duisburg.

 

Sendung: rbb UM6, 09.02.2019, 18 Uhr 

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereNetiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

Das könnte Sie auch interessieren

Großer Jubel bei Junior Matuwila und Fabio Viteritti. / imago/Werner Scholz
imago/Werner Scholz

3:0-Sieg in Lotte - Neun Minuten Cottbuser Ekstase

Großer Jubel bei Energie Cottbus: Die Lausitzer haben in Lotte mit 3:0 gewonnen - und springen zum ersten Mal seit dem 6. Februar auf einen Nichtabstiegsplatz. Lange war es ein Spiel ohne Höhepunkte. Dann entschieden neun verrückte Minuten die Partie.