Union-Angreifer Akaki Gogia: "Wo wir gerade stehen, das kommt nicht von irgendwo." / imago/Bernd König
Audion: Inforadio | 22.02.2019 | 10:15 Uhr | Stephanie Baczyk | Bild: imago/Bernd König

Union Berlin vor dem Spiel gegen Bielefeld - "Jedes Spiel muss ein Finale sein"

Der 1. FC Union Berlin steckt mittendrin im Aufstiegskampf. Die beeindruckende Heimbilanz soll gegen Arminia Bielefeld fortgesetzt werden. Doch bei den Gästen wartet ein alter Bekannter an der Seitenlinie. Von Jakob Rüger

Der großflächige Stromausfall in Köpenick hat auch die Mannschaft des 1. FC Union getroffen. Einige Kicker saßen am Dienstagabend gänzlich im Dunkeln. Trainer Urs Fischer hatte zwar Licht, aber kein Internet. Die Vorbereitung auf das Heimspiel gegen Bielefeld fand deshalb ausschließlich im Trainerbüro am Stadion An der Alten Försterei statt, dort fließt noch Strom.  Die Akkus beim 1. FC Union sind  aber auch so aufgeladen, mental und körperlich.

Bielefelder Qualitäten

Die Köpenicker grüßen von einem direkten Aufstiegsplatz - auch wenn Bundesliga-Absteiger Köln derzeit ein Spiel weniger auf dem Konto hat. "Wo wir gerade stehen, das kommt nicht von irgendwo", sagt Angreifer Akaki Gogia mit etwas Stolz in der Stimme. "Am Ende werden wir vielleicht auch belohnt für etwas, dass wir uns hart erarbeitet haben." Es bleibt jedoch dabei: Das Wort "Aufstieg" nimmt in Köpenick niemand in den Mund. "Es ist wichtig, dass jedes Spiel jetzt ein Finale für uns sein soll, sein muss", fordert Gogia selbstbewusst. "Was am Ende dabei herauskommt, werden wir sehen."

Die volle Konzentration gilt dem nächsten Gegner Arminia Bielefeld. "Das ist eine Mannschaft, die sich etwas zutraut", warnt Trainer Urs Fischer. "Du musst von Beginn an da sein und das über 90 Minuten. Bielefeld hat eine Qualität, es sofort auszunutzen, wenn du nachlässt." Das Team vom ehemaligen Union-Trainer Uwe Neuhaus ist mit drei Siegen ins Jahr 2019 gestartet. Die Ostwestfalen haben die Abstiegsränge verlassen und sich im Tabellenmittelfeld festgesetzt. Am letzten Spieltag gab es allerdings eine 1:3-Niederlage gegen Magdeburg.

Die Rückkehr des Uwe Neuhaus

Für Uwe Neuhaus ist die Rückkehr nach Köpenick immer noch etwas Besonderes. Von 2007 bis 2014 trainierte er den 1. FC Union, führte ihn in die zweite Liga und etablierte ihn dort. "Die sieben Jahre waren eine tolle und erfolgreiche Zeit, wir haben gemeinsam viel auf den Weg gebracht",  machte Neuhaus auf der Spieltags-Pressekonferenz der Bielefelder klar. "Aber ich fahre da nicht hin, um Bekannte zu treffen, sondern um Punkte mitzunehmen". Sentimentalitäten haben keinen Platz im knallharten Profi-Fußballgeschäft.

Abschied 2014 bei Union Berlin: Uwe Neuhaus. / imago/Sven Simon
Abschied 2014 bei Union Berlin: Uwe Neuhaus. | Bild: imago/Sven Simon

"Ich weiß, dass Uwe Neuhaus sieben Jahre hier Trainer war", sagt Trainer Urs Fischer angesprochen auf den Kollegen. "Das ist eine lange Zeit, bei der man im Fußballgeschäft auch immer etwas Glück braucht." Fußball ist ein kurzlebiges Geschäft, dass hat auch der Schweizer Fischer erfahren müssen. 2012 wurde er vom FC Zürich entlassen, 2017 beendete der FC Basel nach zwei erfolgreichen Jahren die Zusammenarbeit.  Eine siebenjährige Amtszeit in Köpenick für Fischer deshalb, "vorstellbar aber manchmal geschehen Dinge, die man in kurzer Zeit nicht vorhersehen kann."

Fischer wirft die Rotationsmaschine an

Auch deshalb hat Urs Fischer die Devise "von Spiel zu Spiel denken" ausgegeben. Mit Erfolg, im heimischen Stadion haben die Köpenicker eine beeindruckende Bilanz. Ungeschlagen und in elf Spielen nur fünf Gegentore. Die Statistik eines Aufstiegsanwärters. Für das Heimspiel gegen Bielefeld stehen bis auf Sebastian Polter (Mittelfußverletzung) alle Spieler zur Verfügung. Fischer dürfte wieder einmal die Rotationsmaschine in der Offensive anwerfen. Marcel Hartel, gerade von der ARD-Sportschau mit dem "Tor des Monats" für seinen Fallrückzieher gegen Köln (2:0) ausgezeichnet, könnte zum Beispiel seinem Kumpel Akaki Gogia auf links Platz machen.

Die Breite des Kaders ist eine weitere Qualität des 1. FC Union im Aufstiegskampf. Es ist alles angerichtet für das Heimspiel gegen Bielefeld. Jetzt müssen noch die Zuschauer am Freitagabend den Weg ins Stadion An der Alten Försterei finden. Es werden immerhin rund 21.000 erwartet. Der Stromausfall und die Sperrung der Salvador-Allende-Brücke in Köpenick dürften für einiges Verkehrschaos sorgen. Hauptsache die Unioner auf dem Platz lassen sich davon nicht anstecken.  

Sendung: rbb UM6, 21.02.2019, 18 Uhr

Beitrag von Jakob Rüger

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