Hertha-Innenverteidiger Niklas Stark. / imago/osnapix
Audio: rbb 88.8 | 15.03.2019 | 15:30 Uhr | Jakob Rüger | Bild: imago/osnapix

Bundestrainer Jogi Löw verkündet Aufgebot - Niklas Stark erstmals in die Nationalmannschaft berufen

Niklas Stark ist von Bundestrainer Joachim Löw für die Spiele gegen Serbien und die Niederlande erstmals ins Aufgebot der deutschen Nationalmannschaft berufen worden. Für den 23-Jährigen ist das der Lohn für seine guten Leistungen für Hertha BSC.

Der deutsche Fußball kommt derzeit etwas derangiert daher. Sei es das Debakel bei der jüngsten Weltmeisterschaft, das frühzeitige Ausscheiden der Bundesligisten aus der Champions League, die überraschende Ausbootung der langjährigen Nationalspieler Jerome Boateng, Mats Hummels und Thomas Müller oder der denkwürdige Rücktritt von Mesut Özil: Die Verwerfungen rund um der Deutschen liebstes Spiel sind tief.

Was bleibt, ist die Hoffnung auf Besserung - mit neuen Gesichtern.

Seit 2015 bei Hertha BSC

Eines dieser neuen Gesichter gehört Niklas Stark, seit 2015 in Diensten von Hertha BSC und nun von Bundestrainer Joachim Löw ins Aufgebot der Nationalmannschaft berufen. Entsprechend stolz zeigte sich Herthas Manager Michael Preetz über die gute Nachricht: "Die Nominierung ist eine schöne Bestätigung von Niklas' Entwicklung und seiner konstant guten Leistungen bei uns. Niklas hat sich schon länger in der Bundesliga bewiesen."

Auch Hertha-Coach Pal Dardai ist überzeugt von den Qualitäten seines Leistungsträgers und hält ihn für reif genug, höhere Aufgaben wahrzunehmen: "Wie er trainiert, wie er sich weiterentwickelt hat, wie er mit dem Team umgeht: Er hat alles, was ein Nationalspieler haben muss." Hinzu kommt: Der Bedarf an fähigen Innenverteidigern ist groß beim Bundestrainer. Erst recht, nachdem er Boateng und Hummels in den einstweiligen Ruhestand geschickt hat.

Süle. Rüdiger. Stark?

Verstecken muss sich Stark nicht vor den potentiellen Konkurrenten um einen Platz im DFB-Team. Niklas Süle vom FC Bayern und der gebürtige Berliner Antonio Rüdiger (FC Chelsea) haben derzeit wohl die besten Karten auf einen Stammplatz in der DFB-Defensive. Doch dahinter befindet sich Stark auf Augenhöhe mit Kandidaten wie Jonathan Tah (Bayer Leverkusen), Matthias Ginter (Borussia Mönchengladbach) oder Thilo Kehrer (Paris St. Germain) und kann zudem auf seine Vielseitigkeit verweisen. Immerhin kam Stark in jungen Jahren auf der taktisch anspruchsvollen Position im defensiven Mittelfeld zum Einsatz.

 

Der geborene Führungsspieler

Stark verkörpert all das, was im Fußball gerne als Führungsspieler bezeichnet wird.  Der 23-Jährige verfügt über eine natürliche Autorität, glänzt mit Übersicht auf dem Feld, kann Mitspieler mitreißen und lässt den Kopf nicht hängen, wenn es einmal unangenehm wird. Exemplarisch dafür steht Herthas Partie gegen den 1. FSV Mainz Anfang März. Mit einem Eigentor sorgte Stark für die Führung der Mainzer. Doch anstatt mit sich zu hadern, drehte der gebürtige Franke auf und erzielte kurz nach seinem Malheur den 2:1-Siegtreffer für sein Team.

Reichlich DFB-Erfahrung vorhanden

Mit seiner vielseitigen Qualitäten ist Niklas Stark beim Deutschen Fußball-Bund kein Unbekannter. Schließlich durchlief der Defensivspezialist von der U17 bis zur U21 alle Jugendnationalmannschaften, bestritt 44 Länderspiele und gewann zwei Europameistertitel. Vor diesem Hintergrund ist die Nominierung für die A-Nationalmannschaft eine logische Fortschreibung von Starks Laufbahn.

Nächster Halt BVB?

Gegen Borussia Dortmund (Samstag, 18.30 Uhr im Olympiastadion) kann Stark seine Klasse ein weiteres Mal beweisen. Und sich vielleicht für einen Wechsel zum BVB empfehlen? Dem Tabellenzweiten wird ein großes Interesse an dem Innenverteidiger nachgesagt, auch wenn sich öffentlich niemand zu diesen Gerüchten äußern will.

Starks Vertrag in Berlin läuft noch bis 2022, aber angeblich ist darin eine Ausstiegsklausel in Höhe von 25 Millionen Euro verankert. Eine Summe, die für Borussia Dortmund kein Problem darstellt. Schon gar nicht, wenn es um einen Hoffnungsträger des deutschen Fußballs geht.

Sendung: Inforadio, 15.03.2019, 14:15 Uhr

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3 Kommentare

  1. 3.

    Freue mich auch führ ihn und uns Fans. Meine einzige Sorge: Nun wird er noch attraktiver für andere Vereine.

  2. 2.

    Absolut verdient, leider wird er bald in München spielen.

  3. 1.

    Glückwunsch an Stark und Hertha BSC, die Nominierung ist auch in meinen Augen verdient!
    Jetzt wünschen wir ihm viel Erfolg und auch das nötige Quäntchen Glück, nicht wie Marvin Plattenhardt in einer absoluten Seuchenphase der DFB-Elf zum Team zu stoßen und im Spiel sinnlos ausgegrenzt zu werden.
    Die zweite Nationalelf-Nominierung innerhalb eines Jahres, der Trend bei Hertha ist eindeutig! HaHoHe

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