Eisbären-Spieler Micki DuPont gibt Münchens Derek Joslin einen Schubs (Quelle: imago/Christian Thiel)
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Eisbären starten in die Viertelfinals gegen Meister München - Am Meister führt (k)ein Weg vorbei

In den vergangenen zwei Jahren hat München die Titelträume der Eisbären platzen lassen. Diesmal treffen beide Teams bereits im Viertelfinale aufeinander. Die Berliner gehen als Außenseiter in die Best-of-Seven-Serie. Dennoch hat Meister München viel Respekt. Von Lisa Surkamp

Weite Wege zu gehen, das kennen sie bei den Eisbären Berlin. Als einer der wenigen Clubs aus der nördlichen Hälfte Deutschlands muss der Rekordmeister regelmäßig weite Strecken zurücklegen, um zu den Auswärtsspielen zu gelangen. Und auch die Anfahrt zum kommenden Gegner München ist lang. 584 Autobahnkilometer trennen Berlin von der bayrischen Landeshauptstadt.

Dort bestreiten die Eisbären am Mittwoch (19.30 Uhr) das erste Viertelfinalspiel der Best-of-Seven-Serie. An Selbstbewusstsein mangelt es dem Team von Trainer Stéphane Richer nach acht Siegen aus den letzten neun Spielen nicht. "Ganz klar, wir wollen deutscher Meister werden", sagte Verteidiger Florian Kettemer gegenüber der Deutschen Presseagentur.

"Die Karten sind jetzt neu gemischt"

Nach einer verkorksten Saison sind die Berliner rechtzeitig zu den Playoffs in Form gekommen. "Berlin ist ein harter Brocken", warnt deshalb auch Münchens Verteidiger Konrad Abeltshauser. Im Kopf dürfte er vor allem noch die knappe Finalserie aus dem vergangenen Jahr haben, in der sich München erst im entscheidenden siebten Spiel zum deutschen Meister krönte. "Die wollen sicher was zurückzahlen", befürchtet Abeltshauser.

Trotz der starken Form der letzten Wochen gehen die Berliner aber als Außenseiter in das Duell mit dem Titelverteidiger. 2017 unterlagen die Eisbären München bereits im Playoff-Halbfinale mit 1:4. In dieser Saison verloren sie zudem alle vier bisherigen Partien gegen die Bayern. "Man braucht keinen Hehl daraus zu machen: Es war keine gute Saison von uns", so Kettmer. "Aber die Karten sind jetzt neu gemischt."

Don Jackson, Trainer des EHC München, hinter der Bande (Quelle: imago/Nordphoto)Jetzt hinter der Gästebande: Münchens Trainer Don Jackson, der mit den Eisbären fünf Mal deutscher Meister wurde, gibt seinen Spielern Anweisungen.

Wiedersehen mit entlassenem Ex-Trainer Jodoin

Während München sich seit über einer Woche auf das erste Playoff-Spiel vorbereiten konnte, mussten die Hauptstädter einen sportlichen Umweg einlegen, um ins Viertelfinale einzuziehen. Gegen Straubing gewannen die Berliner in der ersten Playoff-Runde, haben aber zwei Spiele mehr in den Beinen.

Die Münchner dagegen sind ausgeruht und haben noch einen Vorteil. Ihr Trainer Don Jackson kennt den Gegner wie kaum ein anderer in der Liga. Von 2007 bis 2013 stand er hinter der Eisbären-Bande, gewann mit den Berlinern fünf Meistertitel. Und er ist nicht der einzige mit einer Vergangenheit beim DEL-Rekordmeister. Clément Jodoin übernahm zu Saisonbeginn das Traineramt bei den Eisbären und wurde nach einer schwachen ersten Saisonhälfte entlassen. Kurz darauf wurde er in München als Co-Trainer vorgestellt.

Eisbären-Coach Richer erwartet lange Serie

Es scheint so, als hätte der Meister alle Vorteile auf seiner Seite. "Wir wissen, dass München Favorit ist, aber wir nehmen gerne die Außenseiterrolle", sagte Stéphane Richer. Am Mittwoch trifft der 52-Jährige auf die beiden Berliner Ex-Coaches und erwartet noch einige weitere Wiedersehen. "Ich glaube, es wird eine lange Serie. Am Ende des Tages wird gewinnen, wer die wenigsten Fehler macht." Wenn es nach Richer geht, sind das die Berliner, denn ihr Weg in den Playoffs soll in München noch nicht zu Ende sein.

Sendung: rbb24, 13.03.2019, 21.45 Uhr

Beitrag von Lisa Surkamp

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