Sebastian Andersson verwandelt den entscheidenden Elfmeter zum 1:0. Quelle: imago/Nordphoto
Audio: Inforadio | 08.03.2019 | 23:15 Uhr | Stephanie Baczyk | Bild: imago/Nordphoto

2. Fußball-Bundesliga | 2:0 gegen Ingolstadt - Union Berlin feiert mühsamen Arbeitssieg

Union Berlin hat gegen den vom ehemaligen Union-Coach Jens Keller trainierten FC Ingolstadt einen mühsamen Sieg erzwungen. Lange Zeit taten sich die Köpenicker schwer und profitierten am Ende auch von umstrittenen Schiedsrichterentscheidungen.

Aufstiegsaspirant gegen Abstiegskandidaten. Ex-Trainer gegen seinen alten Verein. Vor dem Spiel hatte es verschiedenste Titel gegeben für die Begegnung zwischen dem Tabellenvorletzten FC Ingolstadt und dem Tabellendritten Union Berlin. Am Freitagabend dann bekamen die 21.419 Zuschauer im Stadion an der Alten Försterei bei der Rückkehr von Jens Keller nach Köpenick ein durchschnittliches Zweitligaspiel zu sehen, in dem sich Union mit 2:0 durchsetzte. Dabei waren die Köpenicker zunächst die unterlegene Mannschaft.

Ingolstadt besser - Union trifft

Urs Fischer schickte dieselbe Mannschaft auf das Feld, die am vergangenen Freitag überzeugte und in Kiel gewann. Den besseren Start ins Spiel erwischten allerdings die Gäste aus Ingolstadt. Union verschlief die ersten Minuten, kam nicht in die Zweikämpfe und Ingolstadt erspielte sich die ersten Chancen. In der achten Minute rettete Rafal Gikiewicz gegen Thomas Pledl und verhinderte den frühen Rückstand für die Köpenicker. Zwar kam Union im Anschluss besser ins Spiel, die Gäste blieben aber weiter gefährlich. Immer wieder wies Rafal Gikiewicz seine Vorderleute lautstark zurecht, die in der Anfangsphase überraschend passiv agierten.

Ein ums andere Mal verlor die Mannschaft von Urs Fischer die entscheidenden Zweikämpfe im Mittelfeld und erlaubte den Gästen aus  Bayern immer wieder in gefährliche Positionen vorzudringen. Einzig die Abschlussschwäche der Ingolstädter sorgte dafür, dass zunächst keine Tore fielen. Der erste Treffer des Spiels fiel in der 43. Minute durch einen Foulelfmeter – prompt auf der anderen Seite. Paulo Otavio hatte Felix Kroos durch eine leichte Berührung im Strafraum zu Fall gebracht, den umstrittenen Elfmeter verwandelte Andersson zum glücklichen 1:0 für Union Berlin. Ohne eine wirkliche Torchance gehabt zu haben, gingen die Gäste mit dieser Führung in die Pause. "Wir hatten in der ersten Halbzeit keinen Zugriff und die Gegner sind uns immer entwischt", zeigte sich Akaki Gogia unglücklich mit den ersten 45 Minuten.

Ingolstadt wird stark geschwächt

Auch Urs Fischer schien mit dem Auftritt seiner Elf nicht zufrieden gewesen zu sein. Der Trainer brachte nach der Halbzeit mit Suleiman Abdullahi für Carlos Mané einen neuen Offensivspieler und tatsächlich wurde Union besser. Defensiv verteidigten die Köpenicker konsequenter und auch offensiv kamen sie zu mehr Torabschlüssen. Den besten hatte Grischa Prömel in der 58. Minute.

Geschwächt wurden die Gäste in der 65. Minute zudem durch eine rote Karte nach einer Tätlichkeit. Almog Cohen wurde nach einem Handgemenge mit Akaki Gogia vom Platz gestellt, Gogia selbst kam mit der gelben Karte davon. Und es kam noch schlimmer für Ingolstadt: Nach einem Tritt in das Gesicht von Felix Kroos wurde auch Robin Krauße mit Gelb-Rot des Feldes verwiesen. Das spielte Union Berlin in die Karten: In der 80. Minute kombinierten sich die Köpenicker gut durch die Hälfte der Gäste und Akaki Gogia staubte, nachdem Suleiman Abdullahi noch am Pfosten gescheitert war, zur Vorentscheidung ab.  

Union reif für die erste Liga?

Es war der Schlussstrich unter eine durchschnittliche Zweitligapartie, die für Union Berlin das glücklichere Ende nahm. Die Köpenicker profitierten von Schiedsrichterentscheidungen gegen den FC Ingolstadt und nutzten ihre Chancen effektiv. Durch den Sieg springt die Mannschaft von Urs Fischer zumindest vorrübergehend wieder auf den zweiten Tabellenplatz und bleibt weiter in der Aufstiegsregion. "Da, wo wir gerade stehen, das kommt nicht von irgendwo", äußerte sich Akaki Gogia nach dem Spiel selbstbewusst. Die Köpenicker werden in den letzten neun Spielen der 2. Bundesliga beweisen müssen, ob sie wirklich als Aufstiegskandidat in Frage kommen.

Sendung: rbb24, 21:45 Uhr, 08.03.19

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1 Kommentar

  1. 1.

    Immer weiter so Union. Auf das die graue Maus Erna... äh, Hertha endlich Konkurrenz bekommt.

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