Almog Cohen wurde für diese Tätlichkeit vom Platz gestellt. Quelle: imago/Eibner
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Antisemitischer Post während des Spiels - Staatsschutz ermittelt wegen Tweets eines Union-Fans

Wegen eines antisemitischen Tweets eines Anhängers von Zweitligist Union Berlin während des Zweitligaspiels gegen den FC Ingolstadt nehmen der Berliner Staatsschutz und der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes Ermittlungen auf. 

Union hatte bereits im Anschluss an die Begegnung das anonym veröffentlichte Posting des offenkundigen Rechtsextremisten gegen Ingolstadts israelischen Mittelfeldspieler Almog Cohen nach der Roten Karte für den 30-Jährigen bei der Polizei gemeldet. Unter dem Post positionierten sich zahlreiche Union-Fans mit Kommentaren gegen Antisemitismus und Rassismus und stellten sich so gegen den Tweet des Union-Fans.

Am Sonntag schaltete sich das israelische Außenministerium in die Angelegenheit ein und zeigte sich bestürzt über den Tweet: "Wir sind schockiert und erwarten, dass die deutschen Behörden harte Maßnahmen gegen die Personen einleiten", sagte ein Sprecher des Ministeriums.

Ingolstadt bedankt sich bei Union Berlin

Unions Präsident Dirk Zingler fand bereits am Samstag deutliche Worte zu dem Vorfall: "Ich schäme mich für solche Unioner. Wir werden alles daransetzen, sie zu isolieren und strafrechtlich verfolgen zu lassen. Union steht für humanistische und demokratische Werte. Wer diese nicht teilt, hat in unserem Verein und in unserem Stadion nichts verloren. Wir müssen den Kampf gegen die Verrohung unserer Gesellschaft entschlossen aufnehmen und ihn konsequent führen, auch in unseren Reihen", wird der Präsident auf der Internetseite des Vereins zitiert.

Der FC Ingolstadt bedankte sich über Twitter bei Union Berlin für die schnelle Reaktion auf den antisemitischen Tweet. Auch der DFB äußerte sich am Samstag zu dem Post: "Diesen widerlichen, antisemitischen Tweet verurteilen wir in aller Schärfe und fordern, dass dem konsequent nachgegangen wird", sagte DFB-Vizepräsident Rainer Koch in einer Verbandsmitteilung.

Union Berlin hatte sich in einer umkämpften Partie mit 2:0 gegen den FC Ingolstadt durchgesetzt. In der 65. Minute wurde der Kapitän der Schanzer, Almog Cohen, wegen einer Tätlichkeit des Feldes verwiesen.

Sendung: rbb24, 08.03.19, 21:45 Uhr

Kommentar

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4 Kommentare

  1. 4.

    Ich habe selber mitten am Tag bei der S-Bahn in Pankow Union Berlin Fans (mit Union-Schals, usw.) gesehen, welche sich mit Hitlergruss begrüssten und offensichtlich zum Stadion gefahren sind....Scheinbar kommen bei Union Berlin Neonazis, welche klar mit rechtsextremen Symbolen an der Kleidung rumlaufen, problemlos ins Stadion....es gab auch im Stadion schon Handbanner aus Protest gegen die eigenen rechtsextremen "Fans"....Also nix neues...ist der Vereinsführung schon länger bekannt....

  2. 2.

    Wieder einmal zeigt sich deutlich, dumme Menschen gibt es überall und bei jedem Verein, eben nicht nur in Cottbus!

  3. 1.

    Vor dem Spiel gestern war ich beim Vietnamesen und zwei Tische weiter saßen zwei fette primitive Fußballfans laut hetztend rum. Peinlich, dass solche Typen Union-Fans sind.

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