Enttäuschung bei Hertha BSC: Salomon Kalou und Vedad Ibisevic mit hängenden Köpfen. / imago/DeFodi
Audio: Inforadio | 09.03.2019 | 18:15 Uhr | Detlev Lindner | Bild: imago/DeFodi

1:2-Pleite für Hertha BSC in Freiburg - Punktlos im Breisgau

Hertha BSC hat in Freiburg eine 1:2-Niederlage kassiert. Nils Petersen brachte die Breisgauer in Führung. Vedad Ibisevic belohnte die Berliner in Halbzeit zwei zunächst mit dem Ausgleich für eine klare Leistungssteigerung - wurde dann aber zur tragischen Figur.

Am Ende stand der Mann im Fokus, um den sich schon viele Vorberichte gedreht hatten. Und er tat es, weil er zur tragischen Figur im Schwarzwald-Stadion wurde. Sein Name: Vedad Ibisevic. Der 34-jährige Hertha-Stürmer, der durch die Verletzung von Davie Selke nach längerer Zeit wieder die Startelf-Chance bekam, traf zweimal. Und das in gerade einmal fünf Minuten. Einmal vorne - und einmal hinten. Zunächst gelang dem Routinier in der 76. Minute der umjubelte Ausgleich, kurz darauf köpfte er dann ins eigene Tor. So verlor der Hauptstadt-Klub am Samstagnachmittag mit 1:2 (0:1) in Freiburg - und rutscht auf Platz neun ab. "Das ist sehr bitter für uns. Aber wir müssen nach vorne schauen", sagte Hertha-Innenverteidiger Niklas Stark.

Schwache erste Halbzeit

Gut los ging es nicht für die Berliner. "Wir sind nicht gut reingekommen. Freiburg war einfach ein bisschen bissiger und besser in den Zweikämpfen", sagte auch Stark. Es war ein Eindruck, dem wohl kaum einer der 24.000 Zuschauer im ausverkauften Schwarzwald-Stadion widersprochen hätte. Denn der Berliner Auftritt hatte zu Beginn der ersten Hälfte erstaunliche Ähnlichkeit mit dem Usselwetter im Breisgau: Er war ziemlich trostlos. Beinahe hätte sich das schnell gerächt. Gerade einmal zwei Minuten waren gespielt, da ging ein Schuss von Janik Haberer ganz knapp am Berliner Tor vorbei - und kurz darauf kam Nils Petersen zum Abschluss (4.).

Danach begann eine Phase, die vor allem eines war: ereignislos. "Der Gegner war ja auch nicht doll", sagte Dardai. Erst nach gut zwanzig Minuten wurde es wieder richtig spannend. Bundestrainer Joachim Löw - an diesem Nachmittag Tribünengast - hatte gleich zwei Mal Grund, genau hinzusehen. Zuerst war Niklas Stark im Fokus. Spätestens seit der Ausbootung von Jerome Boateng und Mats Hummels gilt der 23-Jährige Herthaner als Option für die Abwehr der deutschen Nationalmannschaft. Und er zeigte seine Qualitäten auch außerhalb seines defensiven Kernaufgabengebiets: Ondrej Duda brachte einen Freistoß hoch in den Strafraum, Stark köpfte - und Freiburg-Keeper Alexander Schwolow klärte mit einer Reaktion der Marke Glanzparade (25.).

Petersen sorgt für Freiburger Jubel

Während Hertha also das 1:0 verpasste, fiel es zwei Minuten darauf auf der anderen Seite. Und das durch einen, der den Sprung ins DFB-Team bereits geschafft - und in der Offensive auch seinen angestammten Platz hat: Nils Petersen. Vincenzo Grifo flankte und der 30-Jährige ließ Hertha-Keeper Rune Jarstein bei seinem Kopfball keine Chance (27.).

Nun waren Comeback-Qualitäten gefragt. Eine ausgewiesene Spezialität von Hertha BSC in dieser Saison. Sechs Mal holten sie nach einem Rückstand noch Punkt - öfter als jedes andere Team in der Liga. Und es fehlte nicht viel, da wäre auch in Freiburg kurz vor der Pause der Ausgleich gelungen. Maximilian Mittelstädt flankte von der linken Seite und Duda köpfte knapp am Pfosten vorbei. Es war eine Szene, die Ibisevic sichtbar verzweifeln ließ. Der Stürmer hatte in der Mitte ebenfalls auf den Ball gewartet und das deutlich besser positioniert. Wäre die Flanke durchgekommen, der Routinier hätte sie wohl verwandelt. Doch es blieb eben im Konjunktiv - und ein 1:1 wäre zu diesem Zeitpunkt auch eher schmeichelhaft gewesen.

Ibisevic trifft vorne und hinten

Die zweite Hälfte hatte dann mit der ersten Halbzeit nicht mehr viel gemein. Hertha stellte nicht nur von Dreier- auf Viererkette um, sondern plötzlich dominierte sie auch das Spiel. Der Freiburger Strafraum war im ständigen Belagerungszustand. "Da haben wir richtig gut gespielt. Der Gegner hat tief gestanden und nicht mal Richtung Tor geschossen", sagte Dardai. Anders die Berliner. Maximilian Mittelstädt (55.) und Marko Grujic (58./74.) scheiterten aus der Distanz.

Dann starteten die besagten fünf Minuten des Vedad Ibisevic. Zunächst sorgte er für blau-weißen Jubel. Jordan Torunarigha hatte ins Zentrum gepasst - und der 34-Jährige aus sieben Metern seine Torjäger-Qualitäten unter Beweis gestellt (76.). Der Ausgleich war zu dieser Zeit ebenso hart erarbeitet wie verdient. Doch er hielt nicht lange - genauer gesagt: fünf Minuten. Da traf Ibisevic wieder. Nun aber auf der anderen Seite. Eine Ecke von Vincenzo Grifo landete auf seinem Kopf und von da aus im Hertha-Tor. Es sollte der bittere Schlusspunkt sein.

Dardai will Sieg gegen Dortmund

Die Marschrichtung für die kommende Woche ist damit klar. Sechs bis sieben Punkte hatte Dardai aus denn Spielen gegen Mainz, in Freiburg und gegen Dortmund gefordert - drei sind es aus den ersten beiden Duellen bislang geworden. "Jetzt müssen wir gegen den BVB gewinnen", sagte der Hertha-Coach. Eine einfache Rechenaufgabe. Auf dem Platz dürfte es aber am Samstag (18:30 Uhr) schwerer werden. "Aber wir spielen zuhause. Das Haus ist voll. Nach der Partie können wir eine Analyse machen. Heute ist es zu früh."

 

Sendung: rbb UM6, 09.03.2019, 18 Uhr

Kommentar

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5 Kommentare

  1. 5.

    Wann hat Hertha denn ein volles Stadion außer gegen die Bayern und vielleicht den BVB?

  2. 4.

    Es ist zum k.......! 1te Halbzeit wieder "Hasenfuss" statt frech ! Was hat sich P.D.bloß gedacht : Lustenberger statt Meier im Mittelfeld ? Sorry , Totalausfall : In Halbzeit zwo ging es ja einigermaßen ABER : Freiburg war bissiger , engagierter und, ja auch ein bisschen "dreckiger " ! So sind sie halt , da muss mann eben auch mal dagegenhalten . Das Düsseldorf mal Tabellennachbar werden würde hätte ich vor der Winterpause
    so nicht erwartet !

  3. 3.

    Tja Herr Dardai, was sagten Sie nach dem Spiel im Interview so passend: Der Gegner war nicht doll...
    Jo! Und warum haben Ihre Spieler da nicht aufgedreht, ihr Können gezeigt und gewonnen?
    Warum gelingt es Ihnen nicht dauerhaft den Siegeswillen in die Köpfe der Mannschaft "einzupflanzen".
    WARUM NICHT?
    So bleibt unsere Hertha immer nur Mittelmaß.
    Sie brauchen aber nicht um Ihren Job bangen, keine Sorge. Ihr Chef mag keine selbstbewussten Kompetenzen neben sich.
    MfG

  4. 2.

    Ich gebe Ihnen absolut recht. Dabei hat er dieses Jahr wirklich eine gute Mannschaft zur Verfügung. Aber am Ende ist man wieder damit zufrieden, nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben. Der Verein verkauft diese Vision, daß Hertha in einem eigenen stets ausverkauften Stadion die Fans begeistert. Da fehlt dann aber noch der passende Fußball dazu. So wird das nix, Stadion hin oder her.

  5. 1.

    Leider wieder der gleiche Sch.....
    Wann begreifen die Bosse endlich, dass der PAL die Mannschaft nicht weiter bringt. Ich mag den Trainer sehr,aber dafür gibt es keine Punkte. Die Auftritte der Hertha wirken irgendwie ideenlos und ängstlich.
    Hier muss sich was ändern,sonst bleiben sie die graue Maus der Liga.

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