Einer der Leistungsträger bei Hertha BSC: Valentino Lazaro. / imago/Bernd König
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Audio: Inforadio | 15.03.2019 | Valentino Lazaro im Interview | Bild: imago/Bernd König

Interview | Hertha-Verteidiger Valentino Lazaro - "Für solche Spiele lebt jeder"

Valentino Lazaro ist einer der Leistungsträger bei Hertha BSC. Da verwundert es kaum, dass der Österreicher auch das Interesse anderer Klubs auf sich zieht. Vor dem Spiel gegen Dortmund spricht er über Wechselgerüchte, Wiener Schnitzel und ein besonderes Gefühl.

rbb|24: Valentino Lazaro, Ihr Trainer Pal Dardai hat zuletzt gesagt, wenn 20.000 Zuschauer im Olympiastadion sind, höre man, wie alle Bratwurst kauen. Gegen Dortmund wird es natürlich ganz anders. Es ist ausverkauft. Was macht diese Atmosphäre mit einem Spieler?

Valentino Lazaro: Das ist einfach geil. Für solche Spiele lebt jeder. Ein volles Stadion ist für jeden der Traum. Das letzte ausverkaufte Spiel in der Liga gegen Bayern haben wir gewinnen können. An das Gefühl sollten wir uns zurückerinnern. Das war etwas ganz Besonderes. Und ich hoffe natürlich, dass wir das wiederholen können.

Nehmen Sie uns mal mit. Sie kommen unten aus den Katakomben raus, die Treppe hoch - und dann sehen Sie: Alle Plätze sind voll. Was ist das für einen Gefühl?

Man merkt einfach: Das ist ein anderes Feeling. Es ist eine extreme Anspannung da, aber auf der anderen Seite auch eine gewisse Leichtigkeit. Es ist diese Mischung - einfach das Kribbeln, für das man auf diese Spiele hinlebt. Ich freue mich extrem darauf. Aber ich würde mir natürlich wünschen, dass das öfter der Fall wäre.

Macht diese Unterstützung es dann auch ein bisschen leichter, die 90 Minuten zu absolvieren?

Ja, natürlich. Wir hoffen natürlich, dass wir den Fans ein bestmögliches Spiel liefern. Sie sollen auch während der Partie sehen: Die Mannschaft kann, die Mannschaft will - und dann natürlich voll mitziehen und uns nach vorne pushen.

Dortmund ist ein bisschen angeschlagen. Sie haben die Tabellenführung an die Bayern verloren. Ist es gerade ein guter Zeitpunkt, gegen den BVB zu spielen - oder eben genau nicht?

Wir wissen natürlich, dass Dortmund jetzt vielleicht auch ein bisschen Wut im Bauch hat. Auch wenn oft gesagt wird, dass sie sich in der Jäger-Rolle vielleicht leichter tun, bin ich mir ziemlich sicher, dass sie schnell wieder nach oben kommen wollen. Sie werden alles raushauen gegen uns. Aber wir haben oft genug bewiesen, dass wir es gegen große Gegner können - gerade auch zuhause. Wir hoffen, dass wir das wieder auf den Platz bringen können. Es ist klar, dass Dortmund eine extrem starke Mannschaft ist. Und wenn wir da nicht unsere Bestform haben, kann das auch blöd ausgehen.

Hat Dortmund eine Schwachstelle im Kader - einen Bereich, von dem Sie sagen: Da können wir angreifen?

Schwer zu sagen. Aber klar: Jede Mannschaft hat irgendwo Schwächen. Die werden wir versuchen herauszufiltern - und dann hoffen, dass wir umsetzen können, was der Trainer vorgibt.

Es gibt derzeit viele Wechselgerüchte. Niklas Stark ist immer wieder ein Thema. Sie sind es auch. Inwiefern wird in der Mannschaft darüber gesprochen?

Nicht wirklich. Natürlich verfolgen alle Spieler viel die Sport-News. Es gibt vielleicht ein oder zwei Scherze. Aber es wird jetzt nicht ernster besprochen oder in der Kabine viel darüber geredet. Wir sind alle auf den Sport fokussiert. Ich persönlich auch. Man muss gesund bleiben. Das ist das Wichtigste. Und ich will die Saison bestmöglich zu Ende spielen, weil ich noch Ziele mit Hertha habe.

Eine nicht-sportliche Frage zum Abschluss: Haben Sie als Österreicher inzwischen ein gutes Wiener Schnitzel in Berlin gefunden?

Ich habe eins gefunden. Das war ganz gut. Aber noch nicht das perfekte.

Also sollten Sie Berlin verlassen, wird es daran nicht liegen.

(lacht) Daran wird's nicht liegen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Mit Valentino Lazaro sprach Jakob Rüger. Sie hören das Interview auch als Audio beim Klick auf das Titelbild.

Rückblick auf ein besonderes Aufeinandertreffen

Sendung: Inforadio, 15.03.2019, 11:15 Uhr

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