Die Spieler von Hertha BSC jubeln mit den Fans in der Ostkurve (Quelle: imago images / Matthias Koch)
Video: rbb um 6 | 15.03.2019 | Bild: imago images / Matthias Koch

Hertha empfängt den Tabellenzweiten Dortmund - "Es braucht eine große Leistung"

Herthas Lieblingsgegner im Olympiastadion heißt Borussia Dortmund. Geht es nach den Zahlen, können sich die Berliner Hoffnungen auf einen Erfolg machen. Die Vorbereitung wurde aber durch Transfergerüchte gestört. Von Jakob Rüger

Niklas Stark hatte es nach dem Training auf dem Schenckendorffplatz eilig. Mit dem Verweis auf einen Termin, marschierte der Berliner Innenverteidiger flink an den Journalisten vorbei in Richtung Kabine. Stark war sich wohl bewusst, dass er vor dem Spiel gegen Dortmund ein gefragter Mann ist. Der BVB habe angeblich großes Interesse am Innenverteidiger, meldeten die Zeitungen unter der Woche. Hertha BSC mag der Hauptstadtklub sein, doch auf dem Transfermarkt stehen die Berliner deutlich im Schatten der großen Teams, wie Bayern oder Dortmund.

Fressen und gefressen werden

"Wir haben in den letzten Jahren immer einen großen Transfer gehabt, um die Erlöse in neue interessante, junge Spieler zu stecken", sagt Manager Michael Preetz und erinnert an John-Anthony Brooks (Wolfsburg) und Mitchell Weiser (Leverkusen). "Dieser Weg ist für uns aus finanzieller Sicht alternativlos." Neben Niklas Stark, soll auch Rechtsverteidiger Valentino Lazaro ein Kandidat für einen Sommerwechsel sein, Neapel hat wohl großes Interesse. Hertha droht seine wichtigen Leistungsträger zu verlieren. Doch es ist der Lauf des Fußballgeschäfts: die Großen nehmen von den Kleinen. Auf dem Platz gibt es da zum Glück noch Überraschungen. Vor dem Duell gegen Borussia Dortmund sind die Rollen klar verteilt und doch rechnen sich die Herthaner etwas aus.

Auch Dortmund hat Schwachstellen

"Wir haben Dortmund im Olympiastadion schon geschlagen", erinnert Preetz. "Es gab viele ausgeglichene Spiele, darauf hoffen wir auch am Sonnabend, doch es braucht eine große Leistung." Hertha BSC ist seit vier Heimspielen ungeschlagen gegen die schwarz-gelbe Borussia (2 Siege und 2 Unentschieden). Nur gegen Augsburg gibt es eine längere Serie ohne Bundesliga-Heimniederlage. Das macht Mut für das Spitzenspiel. "Jede Mannschaft hat ihre Schwachstellen", grinst Valentino Lazaro, angesprochen auf die Dortmunder. Auch dem umworbenen Österreicher ist nicht entgangen, dass dem BVB wegen fehlender Konstanz die Tabellenführung abhandengekommen ist.

Vorfreude auf ausverkauftes Stadion

"Wir müssen die Räume eng halten, um ihre kreativen Spieler einzuengen", fordert Dardai. "Konzentration ist das Schlüsselwort." Der Trainer wird auf eine defensivere Aufstellung setzen. Das hat bereits gegen spielstarke Teams wie die Bayern oder Gladbach erfolgreich funktioniert. Mit den zuletzt verletzten Lazaro und Selke stehen wieder zwei Leistungsträger zur Verfügung. Ein ausverkauftes Olympiastadion verspricht bei Flutlicht eine besondere Atmosphäre. "Für solche Spiele lebt jeder", sagt Lazaro, mit dem Leuchten der Vorfreude in den Augen. "Wenn man ins Stadion einläuft, dann ist es eine Mischung aus Anspannung und  Leichtigkeit."

"Oben reinrutschen"

Ein Gefühl bei dem man "alles um sich herum vergisst" meint Maximilian Mittelstädt. Bleibt zu hoffen, dass die vom Trainer geforderte "Konzentration" nicht darunter leidet. Ein Überraschungserfolg gegen den Tabellenzweiten und die Hertha könnte noch einmal eingreifen im Kampf um die Europapokalplätze. "Wir wollen da oben noch reinrutschen, dafür braucht es aber ein perfektes Wochenende", findet Pal Dardai. Die Qualifikation für den internationalen Wettbewerb würde dabei helfen, das junge Berliner Team zusammenzuhalten oder zumindest interessante Talente in die Hauptstadt zu locken. Hertha BSC spielt in den restlichen 9 Bundesligaspielen also auch um die eigene Zukunft. Und niemand hätte etwas dagegen, wenn Innenverteidiger Niklas Stark beweist, dass er zurecht ein Kandidat für das Champions-League-Team aus Dortmund ist.

Rückblick auf ein besonderes Aufeinandertreffen

Sendung: rbb UM6, 14.03.2019, 18 Uhr

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