Will in Freiburg wieder jubeln: Vedad Ibisevic. / imago/Jan Huebner
Audio: Inforadio | 08.03.2019 | Dennis Wiese | Bild: imago/Jan Huebner

Hertha-Routinier erhält Einsatzgarantie - Vedad Ibisevic will in Freiburg knipsen

Hertha BSC hat in der bisherigen Rückrunde die beste Punkte-Ausbeute seit zehn Jahren. In Freiburg soll dieser Wert ausgebaut werden. Auch mit den Qualitäten von Stürmer Vedad Ibisevic. Der Kapitän ist in diesen Tagen besonders gefragt. Von Dennis Wiese

Vedad Ibisevic ist und bleibt ein Knipser. Immer wieder drückte Herthas Torjäger nach der Trainingseinheit am Dienstag auf den Auslöser der Tablet-Kamera. Am Ende war das Foto von seinen Teamkollegen und einem Trainingsbesucher im Kasten. Ibisevic als Fotograf, ein besonderer Service für einen Fan. Wie schon beim Trainingsspiel wurde auch bei dieser kleinen Episode viel gelacht. Herthas Spieler haben momentan Spaß. Klar, die Berliner liegen nur vier Punkte hinter einem internationalen Platz.

Am Sonnabend (15.30 Uhr) will Vedad Ibisevic beim SC Freiburg dann auch auf dem Feld wieder den Knipser geben. Der 34-Jährige wird den angeschlagenen Davie Selke entweder ersetzen oder mit ihm gemeinsam auflaufen, sollte Selkes "Wunderheilung" gelingen, sagte Trainer Dardai bei der Pressekonferenz am Donnerstagmittag.

"Vedad ist ein Siegertyp"

Anfang Februar stand Ibisevic zuletzt in der Startelf, dann hatte der wie aufgedreht spielende Davie Selke den Kapitän auf die Bank verdrängt. "Es kam niemand zu mir und hat gesagt: 'Du bist raus'. Das hat sich so ergeben, Davie hat das gut gemacht", so Ibisevic. Selkes Ausfall wäre schlecht für die Mannschaft, aber gut für Ibisevic. So ist das nun einmal im Konkurrenzkampf.

Der Bosnier kann sich zeigen. Im Sommer läuft sein Vertrag bei Hertha aus. Zu Beginn der neuen Saison wird Ibisevic 35 Jahre alt sein. Nicht für jeden Profi das richtige Alter, um noch in der Bundesliga zu spielen. Aber Trainer Dardai weiß, was er an Ibisevic hat, nicht nur wegen der bisherigen acht Saisontore: "Vedad ist ein Siegertyp. In jedem Training brennt er. Er will immer Tore machen, will immer gewinnen. Und: Gegenüber Davie Selke ist er immer fit. Er weiß, wann er wie in einen Zweikampf gehen muss, um den Körper zu schützen. Da kann Davie viel von ihm lernen."

In Schlagdistanz zu Europa

Die Offensivspieler werden also im Mittelpunkt stehen. Das hat auch mit der Spielweise des SC Freiburg zu tun. In ihren Heimspielen der Rückrunde fielen jeweils sechs Tore: 2:4 gegen Hoffenheim, 3:3 gegen Wolfsburg, 5:1 gegen Augsburg. "Das ist bei denen ähnlich wie bei uns: Freiburg hat auch eine junge Mannschaft, da gibt es Schwankungen. Mal gewinnst du, mal kassierst du eine komische Niederlage", so Hertha-Trainer Dardai vor dem Duell der beiden dienstältesten Trainer der Bundesliga: Seit vier Jahren ist Dardai Herthas Cheftrainer, nur sein Freiburger Kollege Christian Streich ist mit mehr als sieben Jahren noch länger im Amt.   

Ibisevic und Co. haben es bislang geschafft, die chronische Hertha-Rückrundenschwäche abzuschütteln: Elf Punkte aus den ersten sieben Spielen sind ein ordentlicher Wert, vom üblichen Leistungseinbruch der vergangenen Jahre keine Spur. Zehn Spiele sind es noch in dieser Saison, Hertha ist in Schlagdistanz zu Europa: "Wir müssen jetzt eine Serie starten. Das würde uns Selbstvertrauen geben. Danach geht es gegen Dortmund und Leipzig. Da könnten wir mit einem Sieg in Freiburg ganz anders auftreten", so Ibisevic. Seine Qualitäten als Knipser sind dabei in jedem Fall wieder gefragt.

Sendung: rbbUM6, 08.03.2019, 18 Uhr

Beitrag von Dennis Wiese

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereNetiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

Das könnte Sie auch interessieren

Bayern München, Pokalsieger 2019 (Quelle: imago/Sonntag)
www.imago-images.de/Sonntag

DFB-Pokalfinale - Berliner Fußball-Fest endet mit 19. Bayern-Triumph

Wieder einmal waren es die Bayern, die am Ende den Pokal in die Höhe recken durften: Mit 3:0 gewannen die Münchner das DFB-Pokalfinale im Olympiastadion gegen RB Leipzig. Fans beider Mannschaften hatten zuvor bereits friedlich in der Innenstadt gefeiert.