Jerome Boateng (rechts) mit Joachim Löw beim training der Deutschen Nationalmannschaft vor der WM 2018. Bild: imago/Sven Simon
Audio: Radioeins | 05.03.2019 | Felix Mansel | Bild: imago/Sven Simon

Auch Hummels und Müller vorerst nicht dabei - Löw sortiert Boateng aus Nationalmannschaft aus

Das ist der angekündigte Umbruch bei der Nationalmannschaft: Bundestrainer Joachim Löw sortiert gleich drei Weltmeister von 2014 aus, unter ihnen auch der Berliner Jérôme Boateng. Davon könnte ein anderer Abwehrspieler mit Berliner Wurzeln profitieren.

Überraschung bei der deutschen Fußballnationalmannschaft: Bundestrainer Joachim Löw sortiert Innenverteidiger Jérôme Boateng aus. Neben dem Berliner müssen zwei weitere Weltmeister von 2014 Platz machen für die nächste Generation, Mats Hummels und Thomas Müller. Das teilte Löw den drei Bayern-Profis nach Angaben des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am Dienstag in München mit.

Boatengs Länderspielkarriere nach 76 Länderspielen zu Ende

"2019 ist für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft das Jahr des Neubeginns", sagte Löw der Nachrichtenagentur SID. Es sei Zeit, so der Bundestrainer, "die Weichen für die Zukunft zu stellen. Wir wollen der Mannschaft ein neues Gesicht geben." Bereits nach dem Vorrundenaus bei der Weltmeisterschaft in Russland 2018 hatte Löw einen Umbruch angekündigt, zunächst aber nur auf Sami Khedira als prominenten Namen verzichtet.

Kurz vor dem ersten Länderspiel des Jahres (am 20. März in Wolfsburg gegen Serbien) bedeutet der Neuanfang unter Löw nun aber auch für Boateng das Nationalmannschafts-Aus. Der Berliner, der seine Karriere bei Tennis Borussia und Hertha BSC begann, stand bisher in 76 Länderspielen für die deutsche Nationalmannschaft auf dem Platz, dabei gelang ihm ein Tor. Höhepunkt seiner Karriere war der Weltmeistertitel in Brasilien 2014, bei dem Boateng einer der Führungsspieler war.

"Anderen Abschied gewünscht" - Boateng verabschiedet sich auf Instagram

Mit Boatengs langjährigem Partner in der Innenverteidigung, Mats Hummels (70 Länderspiele), und Thomas Müller (100 Länderspiele) verzichtet Löw in Zukunft auf zwei weitere renommierte Spieler.

Jerome Boateng verabschiedete sich bereits einige Minuten nach Bekanntwerden der Nachricht im sozialen Netzwerk Instagram von der Nationalmannschaft. "Ich bin traurig über diese Nachricht, weil es für mich immer das Allergrößte war, mein Land zu repräsentieren", schrieb Boateng, die Entscheidung des Bundestrainers für einen Umbruch akzeptiere er, er betonte aber auch: "Ich persönlich bin davon überzeugt, dass ich weiterhin auf höchstem Niveau spielen kann und werde das auch in Zukunft zeigen." Für seine Zeit in der Nationalmannschaft hätte er sich "natürlich einen anderen Abschied gewünscht."

Das Aus von Boateng und Hummels ist die Chance für einen anderen Berliner

Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff erklärte die neue Ausrichtung der Mannschaft zu Beginn der Qualifikation für die Europameisterschaft 2020 mit der sportlichen Perspektive: "Unser Auftrag ist es, zu entscheiden, was das Beste für die Mannschaft auf dem Weg zurück an die Weltspitze ist", sagte Bierhoff und fügte hinzu: "Wir wollen nun konsequent den Neubeginn auch im Kader sichtbar machen."

Von den Veränderungen in der Innenverteidigung könnte ein anderer Berliner profitieren: Antonio Rüdiger, aktuell beim FC Chelsea in England aktiv, begann wie Jérôme Boateng seine Karriere im Berliner Jugendfußball, bei Tasmania Berlin, den Neuköllner Sportfreunden und Hertha Zehlendorf. Der 26-Jährige ist einer der Favoriten auf die nun freien Plätze in der Abwehr.

Sendung: rbb Inforadio, 05.03.2019, 16.15 Uhr

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