07.10.2018, Berlin: Fußball, 2. Bundesliga, 9. Spieltag, 1. FC Union Berlin - 1. FC Heidenheim im Stadion An der Alten Försterei (Quelle: dpa/ Hilse)
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2. Fußball-Bundesliga | Union muss nach Heidenheim - Union will Urs Fischer eine ruhige Heidenheim-Reise bereiten

Der 1.FC Union Berlin will am Freitag in Heidenheim seine Serie von zuletzt fünf Spielen in Folge ohne Niederlage weiter ausbauen. Dabei treffen die Berliner auf einen Gegner, der zwei Niederlagen in Folge auszubügeln hat. Von Rafael Krüger

"Er kann auf jeden Fall laut werden - das gab‘s in letzter Zeit öfter in der Kabine", sagt Abwehrspieler Florian Hübner, angesprochen auf seinen Trainer Urs Fischer. Laut werden?- Das ist nicht, was man erwartet, wenn man Urs Fischer am Spielfeldrand oder auf der Pressekonferenz erlebt – der Schweizer wirkt eher ruhig.

Einfallslos gegen Ingolstadt

Allerdings hatte der Union-Coach zuletzt auch durchaus Anlass zum Lautwerden. Auch wenn die positiven Ergebnisse die Köpenicker unter die ersten drei gespült haben, präsentierte sich das Team gerade gegen den FC Ingolstadt am vergangenen Freitag in der ersten Hälfte im Spiel nach vorne meist sehr träge und einfallslos.

Erst ein umstrittener Elfmeter brachte die Eisernen auf Kurs und ließ sie zur zweiten Hälfte sehr viel bissiger auftreten. Der Grund für die unterschiedlichen Halbzeiten? "Es kam mir vor, als wäre meine Mannschaft gehemmt und der Druck zu groß“ meinte der Schweizer Erfolgstrainer im Anschluss an die Partie.

Der Druck ist deutlich gewachsen

Union hatte zwar ursprünglich vor, es mit der alten Fußballerweisheit "Wir schauen von Spiel zu Spiel" zu halten und die Großen ihrer Liga, Köln und Hamburg, vor sich herzutreiben. Aber es scheint schwierig für das Team, sich durch die größer werdenden Möglichkeiten auf den Aufstieg unter Druck setzen zu lassen.  

Es ist ein Dreikampf an der Spitze geworden, zwischen dem HSV, Köln und Union mit einem nun schon deutlicher werdenden Abstand zum FC St. Pauli von immerhin vier Punkten. Urs Fischer wirkt angesichts dessen nach außen cool. Die Mannschaft mache "einen guten Eindruck" und der schlechten ersten Halbzeit des letzten Spiels kann er gar etwas Positives abgewinnen: Es sei immer auch immer "wieder wichtig, dass solche Dinge passieren", da dies auch "immer wieder ein Lernprozess für die Spieler" sei, und das helfe fürs nächste Spiel.

Zwei defensive Mittelfeldspieler fallen aus

Beim nächsten Spiel ist Union zu Gast beim 1. FC Heidenheim. Für den dortigen Auftritt steht Urs Fischer das große Puzzlen bevor, denn es sind mit Stammspieler Grischa Pröml und seinem nominellen Vertreter Nicolai Rapp gleich zwei Akteure fürs defensive Mittelfeld gelbgesperrt.

Wie er das lösen wird? - "Mit Plan A", sagt der Trainer: "Für mich ist alles Plan A." In seinem Kader seien "alle gleichwertig". Und das ist es in der Tat, was der Mannschaft bislang eine derart stabile Saison beschert hat.

Rafal Gikiewicz wird wieder mit dabei sein

Ob Union sein System aufgrund der zwei Ausfälle umstellen oder die beiden Fehlenden eins zu eins wechseln wird, bleibt abzuwarten. Bei Union sei man aber zuversichtlich, dass die beiden Gelbgesperrten kompensiert werden können.

Mit dabei sein wird mit allergrößter Wahrscheinlichkeit natürlich der von Hübner als "verrückter Typ" geadelte Rafal Gikiewicz, der vor allem im letzten Spiel den Eisernen in der ersten Hälfte mit starken eins-gegen-eins-Aktionen ein ums andere Mal den Hals rettete.

Und mit Sebastian Andersson wird gegen Heidenheim voraussichtlich auch Unions momentan erfolgreichster Torschütze auflaufen.

"Schwierige Aufgabe, in Heidenheim zu punkten"

Im Hinspiel hatten Union und Heidenheim sich 1:1 getrennt. Und noch vor wenigen Spieltagen waren beide Klubs ähnlich dicht an den Aufstiegsplätze dran. Doch Heidenheim, die Mannschaft von Trainer Frank Schmidt, ist neun Spieltage vor Schluss etwas aus dem Tritt geraten. Allerdings sollte das kein Grund für Union sein, jetzt auf Heidenheim herabzusehen. "Vielleicht war die letzte Auswärtsniederlage gegen Bochum etwas deutlicher, aber das andere Spiel gegen Regensburg hätte genauso gut auch anders heraus kommen können", urteilte Urs Fischer über die letzten Spiele der Heidenheimer.

Auch wenn die Heidenheimer mit acht Punkten Rückstand den Köpenickern wohl nicht mehr den Tabellenplatz streitig machen können, sind sie doch nach wie vor mit Platz sechs oben vertreten und in der Lage, ihrem Gegner das Leben schwer zu machen. Dementsprechend sagt der Schweizer: "Ich glaube, es wird eine schwierige Aufgabe, in Heidenheim überhaupt zu punkten".

Die Hoffnung diesmal: Dass der Trainer Fischer in der Kabine nicht wieder laut werden muss.

Beitrag von Rafael Krüger

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