Trainer Andreas Petersen (Quelle: imago/Draws)
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Vorfälle bei Halberstadt-Spiel in Babelsberg - Manipulations-Affäre: Sperre und Geldstrafe für Petersen

Um eine Partie zu manipulieren, soll der Halberstädter Sportdirektor Andreas Petersen Spieler des SV Babelsberg 03 kontaktiert haben. Der Nordostdeutsche Fußball-Verband (NOFV) verhängte nun eine Strafe gegen ihn. Petersen will sich dagegen rechtlich wehren.

Andreas Petersen, Sportdirektor des Regionalligisten Germania Halberstadt, ist am Donnerstagabend bei einer Verhandlung des Nordostdeutschen Fußball-Verband (NOFV) zu einem einjährigen Funktionsverbot und einer Geldstrafe verurteilt worden. Entsprechende Berichte des MDR vom Donnerstag bestätigte der NOFV am Freitag.

Urteil noch nicht rechtskräftig

Der Sportdirektor wurde demnach vom NOFV wegen unsportlichen Verhaltens in zwei Fällen zu einer Funktionssperre von zwölf Monaten und einer Geldstrafe von 6.000 Euro verurteilt. Andreas Petersen wird gegen das Urteil Einspruch einlegen. Damit ist das Urteil gegen ihn noch nicht rechtskräftig.  

Der Verdacht gegen den 58-Jährigen schwelte schon lange - und beschäftigt neben dem NOFV auch die Staatsanwaltschaft Magdeburg. Petersen soll vor der Partie in der Regionalliga Nordost beim SV Babelsberg 03 am 30. November (3:1) Spieler des Gegners mit der Absicht der Manipulation kontaktiert haben.

Diesen Vorwurf sieht der NOFV nach zwei Verhandlungstagen nun als erwiesen an. Petersen habe "unbefugt Einfluss auf das Spiel" nehmen wollen, "um seinem Verein Vorteile zu verschaffen", begründete der Vorsitzende Stephan Oberholz die Entscheidung des NOFV-Sportgerichts. Es soll sogar eine härtere Strafe vorgesehen gewesen sein. Dieser sei Petersen aufgrund der psychischen und wirtschaftlichen Belstung durch den Prozess entgangen.

Anwalt kritisiert NOFV

Petersen hatte die Vorwürfe gegen ihn stets bestritten. Den Vorwurf eines versuchten Spielbetrugs bezeichnete er im Dezember unmittelbar nach dem Spiel als "Riesen-Blödsinn und an den Haaren herbeigezogen". Er sprach von einem "Jux".  

Sein Verteidiger Horst Kletke bestätigte am Samstag, dass Petersen gegen das Urteil in Berufung gehen werde. Gehörte Zeugen seien nicht "in der richtigen Weise gewürdigt" worden. Bereits am Freitag sagte der Anwalt: "Es ist ein Unding, dass Teile der Urteilsbegründung schon in der Öffentlichkeit sind, bevor die Betroffenen davon in Kenntnis gesetzt werden." Auch das möchte Petersens Verteidiger juristisch prüfen.

Zudem steht seit Samstag fest, dass Andreas Petersen sein Amt als Sportdirektor beim VfB Germania Halberstadt nicht mehr ausüben wird. Bereits in der Vorwoche habe der 58-Jährige gebeten, "sein Amt als sportlichen Leiter ruhen zu lassen, weil er momentan aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage ist, dieses Amt zu führen. Diesem Wunsch habe ich entsprochen", sagte Halberstadts Präsident Erik Hartmann dem MDR.

Sendung: rbb24, 07.03.2019, 21:45 Uhr

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