Enge Duelle im Heidenheimer Regen. / imago/kolbert-press
Audio: Inforadio | 15.03.2019 | 21:15 Uhr | Jens Wolters | Bild: imago/kolbert-press

1:2-Niederlage in Heidenheim - Dämpfer im Aufstiegskampf für Union Berlin

Union Berlin hat den dritten Auswärtssieg in Folge verpasst. In Heidenheim verloren die Köpenicker mit 1:2. So schafften sie es nicht, sich für mindestens eine Nacht auf Platz zwei vorzuschieben - vor allem, weil nach der Pause kurzzeitig großes Durcheinander ausbrach.

Wenige Minuten nach dem Spiel war der Blick von Christopher Trimmel schon wieder nach vorne gerichtet. "Uns wird das nicht zurückwerfen", sagte der Kapitän von Fußball-Zweitligist Union Berlin. Mit 1:2 (1:0) hatte sein Team da gerade an einem regnerischen Freitagabend beim Tabellen-Sechsten Heidenheim verloren - und damit einen Rückschlag im Aufstiegsrennen hinnehmen müssen. Doch der 32-Jähriger strahlte auch in der Niederlage Gelassenheit aus. "Wir schauen, dass wir uns weiterentwickeln. Wir haben auch heute wieder viele Dinge gut gemacht. Das werden wir positiv mitnehmen - und nach der Länderspielpause die Antwort geben."

Torwart-Fehler sorgt für Union-Jubel

Als der Schiedsrichter zur Pause pfiff, hatte es noch gut ausgesehen für Union Berlin. Das hatte auch viel mit einem Heidenheimer Unglücksraben zu tun: Kevin Müller. Denn als Akaki Gogia in der 22. Minute aus knapp 20 Metern abschloss, war es eigentlich ein Schuss der Marke ungefährlich: Mittig und halbhoch kam er aufs Tor, besonders viel Tempo hatte der Ball auch nicht. Der Torhüter der Hausherren ließ ihn dennoch aus den Händen gleiten. Und so stand Robert Zulj bereit und hatte gar keine Mühe, das Geschenk zum 1:0 für die Köpenicker zu verwandeln.

Bis dahin - und auch danach - war es eine Halbzeit ohne große Höhepunkte. Das hatte auch viel mit der defensiven Stabilität der Unioner zu tun. 21 Gegentore hatten die Berliner bis zum Spiel in Heidenheim kassiert, der absolute Bestwert in der zweiten Liga. Und auch die Gastgeber aus Baden-Württemberg suchten über weite Strecken vergeblich eine Lücke im Abwehr-Bollwerk à la Köpenick.

"Wir haben viel richtig gemacht. Haben den Heidenheimern die Räume eng gemacht und uns nicht locken lassen", sagte Christopher Trimmel. Nur einmal gelang es den Heidenheimern, richtig gefährlich zu werden. In der 11. Minute klärte zunächst Rafael Gikiewicz stark gegen Denis Thomalla, der Nachschuss von Robert Glatzel landete danach im Tor - der Treffer wurde aber zu Recht wegen einer Abseitsstellung nicht gegeben.

Plötzlich durcheinander

Zu Beginn der zweiten Halbzeit war es dann aber dahin mit der Berliner Ordnung. Heidenheim stürmte - Union wackelte. "Wir wussten, dass einiges auf uns zukommt. Aber solche Phasen musst du eigentlich überstehen", sagte Trimmel. Eigentlich. Denn in der Heidenheimer Realität misslang das gänzlich. Neun Minuten brauchten die Schwaben, um das Spiel zu drehen. Im Mittelpunkt, wie so oft beim FCH: Marc Schnatterer.

Erst trat der 33-Jährige als Vorbereiter in Erscheinung. Seine Ecke segelte in den Strafraum und Robert Glatzel traf mit einer Schulter-Hals-Kombination - auch weil Marvin Friedrich ihn nicht energisch genug störte (48.). Und die Gastgeber ließen Union nicht mehr zur Ruhe kommen. Es war eine echte Power-Phase des Tabellen-Sechsten, die schließlich Schnatterer selbst krönte: Einen Schlenzer versenkte er unhaltbar für Gikiewicz im Eck (56.). "Da geben wir ein Spiel aus der Hand, dass wir zuvor - gerade in der ersten Halbzeit - kontrolliert haben", haderte Trainer Urs Fischer, "da stehst du auf einmal mit dem Rücken zur Wand."

"Das Ergebnis spiegelt nicht die 90 Minuten wider"

Doch Union kam in der schwierigen Phase zurück und erarbeitete sich Chance um Chance. "Wir haben zwei, drei Möglichkeiten, aus denen du ein Tor machen musst", sagte Trimmel - und: "Von dem her ist es doppelt bitter. Aber das ist der Fußball." Denn ob Suleiman Abdullahi (71.), Carlos Mané (73.) oder Robert Zulj (84.) - sie alle vergaben. Das brachte auch Urs Fischer zur Verzweiflung, der am Ende resümierte: "Ich glaube, das Ergebnis spiegelt nicht die 90 Minuten wider, die - zumindest ich - gesehen habe."

 

Sendung: rbb24, 15.03.2019, 21:45 Uhr

Kommentar

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2 Kommentare

  1. 2.

    Irgendwie fehlt dem Team in entscheidenden Momenten der "Killer"-Instinkt.

  2. 1.

    Na geht doch. Was will die Truppe in der 1. Liga

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