Dicht bedrängt: Alba-Guard Martin Hermannsson. / imago/agencia EFE
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Video: ARD Nachtmagazin | 16.04.2019 | 00:15 Uhr | Philipp Büchner | Bild: imago/agencia EFE

63:89-Niederlage in Valencia - Alba Berlin verpasst historischen Titelgewinn im Eurocup

Aus der Traum: Alba Berlin hat das dritte und entscheidende Spiel im Eurocup-Finale mit 63:89 in Valencia verloren. Damit verpassten die Albatrosse den ersten internationalen Titel seit 24 Jahren. Zwar gelang ihnen ein furioser Start - doch die Spanier schlugen zurück.

Es waren schmerzhafte Gesänge für alle, die es - ob in der Halle oder am TV-Bildschirm - mit Alba Berlin hielten. Als das Spiel in die letzten Minuten ging, schwappten sie bereits unüberhörbar durch das Pabellón Fuente de San Luis. "Campeones, campeooooones", sangen die Fans von Valencia Basket. Im Gefühl des völligen Glücks. Aus fast 9.000 Kehlen hallte das Wort - verständlich auch für jeden, der des Spanischen nicht mächtig ist. Siegessicher waren die Menschen im orangenen Zuschauer-Meer da bereits. Und sie konnten es auch sein. Denn die Albatrosse waren zu diesem Zeitpunkt abgeschlagen. Mit 63:89 (33:46) verloren die Berliner das dritte und entscheidende Spiel des Eurocup-Finales bei Valencia.

Zwischen Enttäuschung und Stolz

Damit verpassten sie den größten Erfolg eines deutschen Basketball-Klubs in einem europäischen Wettbewerb - und den ersten internationalen Titel seit dem Korac-Cup vor 24 Jahren. Die Valencianer waren es, die im goldenen Papierregen den Pokal entgegennahmen, während die Berliner ihre Gefühle ordnen mussten. "Man ist immer traurig und enttäuscht, wenn man ein Finale verliert. Aber wir sind trotzdem sehr stolz, weil wir eine überragende Eurocup-Saison gespielt haben", sagte Himar Ojeda der Deutschen Presse-Agentur. Und der Sportdirektor der Albatrosse fügte noch hinzu: "Wir dürfen nicht vergessen, gegen wen wir heute gespielt haben. Wir hätten nur eine Chance gehabt, wenn wir am oberen Limit gespielt hätten, das ist uns aber nicht gelungen."

Dabei hatte es zu Beginn richtig gut ausgesehen. Der Start von Alba Berlin wurde gleich zum Statement. Fast vier Minuten lang gelang Valencia kein einziger Punkterfolg - auf Seiten der Albatrosse flimmerte hingegen bereits eine zweistellige Zahl auf dem Videowürfel an der Hallendecke. 11:0 führten das Team von Trainer Aito Garcia Reneses. Vorne stimmte die Trefferquote der Berliner, hinten hatte vor allem einer seine Hände überall: Dennis Clifford. Es war, als hätte Alba den Schwung aus dem furiosen Heimsieg am Freitagabend direkt mit ans Mittelmeer genommen - es war eine ungebremste Fortsetzung des Rausches.

Dreier um Dreier ins Alba-Netz gejagt

Doch er fand ein recht abruptes Ende. Und das relativ bald. Denn Valencia zeigte sich unbeeindruckt. Schon als die Sirene das erste Viertel beendete, war der Alba-Vorsprung auf gerade einmal einen Punkt zusammengeschrumpft. 18:17 stand es da. Die Spanier waren nicht nur ergebnistechnisch im Eiltempo zurück in der Partie. Kaum hatte der zweite Spielabschnitt begonnen, übernahmen sie auch erstmals die Führung und spielten nun ihre Trümpfe konsequent aus. Etwa bei den Distanzwürfen. Dreier für Dreier jagten sie - mit bestechender Präzision - in den Alba-Korb. Einer der Experten in dieser Disziplin: Matt Thomas. Vier von fünf Versuchen traf der Guard des Fünften der spanischen Liga alleine bis zur Pause.

Bei Alba hingegen war spätestens Mitte des zweiten Viertels der offensive Rhythmus völlig verloren. Die Momente, die den Alba-Fans Anlass zur Hoffnung gegeben hätten, wurden weniger. Einen von ihnen hatte Rokas Giedraitis. Als bei den Berlinern gerade gar nichts lief, klaute er einen Ball, marschierte zum Korb - und stopfte ihn mit voller Wucht hinein. Rumms. Es waren die Punkte 27 und 28 für die Berliner kurz vor der Pause. Erzielt mit viel Willen, aber auch einer Portion Frust. Der Stand nach 20 Minuten: 33:46.

Große Souveränität bei Valencia

Es war eine (zu) schwere Hypothek für Alba. Nur punktuell konnten sie in der zweiten Halbzeit kleine Fehler der Gastgeber nutzen, spielten aber insgesamt zu hektisch und nervös, um den Favoriten ernsthaft in Gefahr zu bringen. Der Glaube, das Spiel drehen zu können, war schon bald kaum noch spürbar. Das lag auch daran, dass Valencia - getragen von der eigenen Halle - absolut souverän agierte, ja: Sie dominierten fast nach Belieben. Ende des dritten Viertels betrug Albas Rückstand bereits 20 Punkte (41:61). Die Partie war entschieden - und ging schlussendlich ähnlich deutlich wie 2010 aus, als Valencia Berlin in nur einem Finalspiel mit 67:44 bezwungen hatte. Es war der bittere Schlusspunkt einer Alba-Saison im Europacup, die auch jede Menge Grund zum Stolz gab. Und das Warten auf den nächsten Titel geht weiter.

Sendung: rbb24, 15.04.2019, 21:45 Uhr

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1 Kommentar

  1. 1.

    Aufrichtigen Glückwunsch an das Team von Alba Berlin zum Erreichten.

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