Archivbild: Luftaufnahme des Berliner Olympiastadions und Umgebung am 01.09.2004 mit dem Maifeld (vorn) und einigen Nebenplätzen, Heimspielstätte von Hertha BSC Berlin. (Quelle: imago/Günter Schneider)
Video: Abendschau | 03.04.2019 | Bild: imago/Günter Schneider

Verein rückt auch von Zeitplan nicht ab - Hertha beharrt auf Stadion-Neubau im Olympiapark

Trotz der Niederlage im Kampf um das Bauland bleibt Hertha BSC dabei: Man will auf dem Olympiagelände ein neues Stadion bauen. Auch am Eröffnungstermin 2025 hält der Fußball-Bundesligist fest. Der Bezirk widerspricht - und anderswo werden Fakten geschaffen.

Hertha BSC hält an seinen Plänen für ein neues Stadion im Olympiapark fest. Der Verein wolle notfalls weitere Areale im Olympiapark vorschlagen, heißt es aus Hertha-Kreisen. Aber auch mit der Genossenschaft, die ihre Häuser nicht an Hertha verkaufen will, wolle der Verein weiter verhandeln. Ein Umzug nach Ludwigsfelde in Brandenburg sei hingegen kein Thema mehr, hieß es am Dienstag.

Auch der Eröffnungstermin im Jahr 2025 bleibe bestehen, teilte der Verein mit. Bis zum 30. Juni 2025 läuft noch der Mietvertrag der Hertha im Olympiastadion. Eine Verlängerung schließt Hertha kategorisch aus. Die Zeit drängt: Im Mai 2018 war den Mitgliedern am Ende einer Präsentation "25. Juli 2025" als Zieldatum gezeigt worden - dann soll der Ball in einer neuen Arena rollen. Doch damit dieses Vorhaben umgesetzt werden kann, müsste voraussichtlich noch in diesem Jahr eine Lösung gefunden werden.

Die zuständige Behörde hält das allerdings für einen "verspäteten Aprilscherz", so der Baustadtrat von Charlottenburg-Wilmersdorf, Oliver Schruoffenegger (Bündnis 90/Die Grünen). Dem rbb sagte er am Mittwoch, ein Stadionneubau sei schon wegen der langen Planungszeiten bis 2025 nicht mehr umsetzbar: "Zwei bis drei Jahre Schaffung von Planungsrecht, ein Jahr Prüfphase  Naturschutz, Denkmal etc., innerhalb von einem Jahr baut man so ein Stadion auch nicht - das ist absurd."

Hertha kritisiert Blockade der Politik

Der Verein warf dem Senat am Mittwoch vor, dass er nicht das Planungsrecht an sich gezogen habe. Der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf blockiere die Suche nach einer Lösung, so die Kritik. Baustadtrat Schruoffeneger wies das jedoch zurück: Hertha habe bislang keine konkreten Pläne für Ersatzwohnraum vorgelegt; die eingereichten Unterlagen seien nur skizzenhaft, sagte er dem rbb. Außerdem: "Das kommt alles ein bisschen spät", so Schruoffenegger.

Die Hertha-Spitze fühlt sich derweil von der Politik regelrecht blockiert, es gebe offenbar kein Verständnis dafür, warum der Verein das neue Stadion für seine weitere Entwicklung braucht. "Ich kann ihnen versichern, dass wir auf alle Fragen Antworten haben", hatte Manager Michael Preetz vergangene Woche erklärt. Dem Abgeordnetenhaus wirft die Vereinsführung nun vor, nie auf die abgegebenen Vorschläge substantiell reagiert zu haben. Der Senat wiederum hätte aus Herthas Sicht längst das Planungsrecht an sich ziehen können - tut es aber bis heute nicht.

Zumindest da sind sich Hertha BSC und Bezirk einig. "Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir damit nichts zu tun haben wollen," sagte Baustadtrat Schruoffeneger dem rbb. Die Behörden des Bezirks jedenfalls seien mit so einem Großprojekt überfordert. Warum der Senat nicht agiert, wisse er auch nicht, so Schruoffeneger. Das Stadion sei wohl "eine heiße Kartoffel".

Genossenschaft will weitere Wohnungen bauen

Am liebsten würde Hertha in unmittelbarer Nähe des Olympiastadions auf dem Olympiagelände bauen. Doch die Genossenschaft, deren Häuser mit 24 Wohnungen auf dem Areal abgerissen werden möchten, hat die Gespräche mit Hertha BSC beendet: Die Pläne des Vereins für Ersatzwohnungen seien zu unsicher, die Gespräche wurden daher abgebrochen. Die rot-rot-grünen Regierungsfraktionen im Abgeordnetenhaus sowie die FDP und die AfD erklärten das Stadionprojekt im Olympiapark am Dienstag damit für gescheitert.

Der Club ist jedoch weiter an einem Dialog mit der Genossenschaft interessiert - auch wenn eine Lösung derzeit sehr unwahrscheinlich scheint. Es bleibe "der ausdrückliche Wunsch von Hertha BSC, diese Arena in Berlin zu bauen, idealerweise im Olympiapark", hieß es am Dienstag. Die Genossenschaft sieht nach rbb-Informationen jedoch keinen gesprächsbedarf mehr. In den kommenden zwei Wochen werde man Bauantrag für zwei weitere Wohnhäuser mit insgesamt acht Wohnungen in der Sportforumstraße stellen. Baustadtrat Schruoffeneger hatte dem rbb gegenüber bereits erklärt, dass er sich eine Ausweitung des Wohungsangebotes an diesem Standort zumindest vorstellen könne.

Kommentar

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Antwort auf [Keven Müller] vom 03.04.2019 um 20:44
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29 Kommentare

  1. 29.

    Kann es sein, dass Sie keinen Fußball mögen? Alleine Ihre unqualifizierten Beiträge zu Cottbus sagen das schon aus. Jetzt Hertha? Was kommt dann?

  2. 28.

    Kann man das nicht in Brandenburg bauen, da ist genug Platz. Für die paar Termine kann man auch mal ein Stück weiter fahren. Die echten Berliner werden eh nach Brandenburg vertrieben, also warum nicht auch das Stadion da hin...

  3. 27.

    Es ist ziemlich traurig was da so abläuft in Sachen Stadionbau. Man bekommt definitiv das Gefühl das die Politik mit allen Mitteln versucht einen Stadioneubau zu verhindern . Ein Umbau des Olympiastadions ist illusorisch. Das ist und bleibt ein Leichtathletikstadion. Es ist einfach nicht mehr Zeitgemäß, für Fußball.Wer das nicht erkennt sollte einfach mal ein richtiges Fußballstadion besuchen. Ich finde es traurig das die Politik in Berlin nicht die Weitsichtigkeit hat Chancen zu erkennen. Fußball ist auch ein Wirtschaftsfaktor für Tourismus, Gaststätten, Hotels und und. Letztendlich auch ein Imagegewinn für die Stadt. Ich persönlich glaube nicht mehr daran das hier eine Lösung zu erwarten ist. Normalerweise gehört Hertha nach Berlin. Leider wohl nicht für die Berliner Politiker.
    Bleibt abzuwarten wie es weitergeht in dieser traurigen Geschichte.

  4. 26.

    Wer ist eigentlich Hertha?
    Denkt her Preetz und seine Mannen das sie der Nabel der Stadt sind,
    oder warum versuchen sie sich über die Wünsche und auch Nöte der
    Bürger der unmittelbaren Umgebung hin weg zu setzen?
    Auch Natur- und Umweltschutz sprechen klar gegen den den Neumbau des Stadions.

    In Berlin kann man alles sein.... auch Bürger mit Wünschen und Rechten.

    Und nur weil sich Hr. Preetz hier ein Denkmal setzen will sollen alle kuschen.
    Hertha hat seine Hausaufgaben schlecht gemacht, und nun sind alle anderen daran schuld.
    Hr. Preetz sollte es vielleicht so machen wie sein Cheftrainer "Gläschen Rotwein und eine Zigarre",
    und dann sehen das er sein Projekt so nicht durch bekommt, genauso wie seine Manschaft
    am Ende der Saison eben nur Mittelmaß ist, da hilft auch kein neues Stadion.

  5. 25.

    ., und was wollten sie uns mit diesem Salmon jetzt sagen Mr. Boy? Hertha ist eben unfähig so oder so.

  6. 23.

    Momentan agieren vor allem Herta Fanatiker eindeutig als Anti-Berliner. Man glaubt wohl, dass dieser erfolglose Skandalverein Berlin regiert und Senat wie Bevölkerung springen müssen.

  7. 20.

    Das geschieht ja nun offensichtlich laut Beitrag auch bald : "In den kommenden zwei Wochen werde man Bauantrag für zwei weitere Wohnhäuser mit insgesamt acht Wohnungen in der Sportforumstraße stellen."

    Für die Hertha gilt es nun, andere mögliche Standorte auszuloten, zu prüfen und vorzuschlagen.

  8. 17.

    Es wurde noch nicht mal ein Bauort festgelegt, aber das Stadion soll 2025 eröffnet werden?
    Vielleicht sollte man mal bei anderen Bundesligastandorten Nachhilfe in Sachen Stadionneubau nehmen.

    Mir scheint, die Hertha pokert derzeit sehr hoch, ohne dabei irgendeinen Trumpf auf der Hand zu haben.
    Auch in Sachen Öffentlichkeitsarbeit mangelt es gewaltig. Ein politisches Kräftemessen gegen die städtische Politik wird die Hertha nicht gewinnen, da sie dafür viel zu wenig Rückhalt in der Gesamtbevölkerung Berlins genießt.

    Ich habe den Eindruck, von Vereinsseite macht man derzeit so ziemlich alles falsch, was man in dieser Angelegenheit falsch machen kann. Für einen Stadionneubau braucht es sehr viel mehr Fingerspitzengefühl, einen breit angelegten Dialog, einen Schulterschluss mit Politik und Bevölkerung - und nicht zuletzt wäre etwas Demut von Seiten des Bittstellers auch nicht unangebracht. Denn ja: Die Hertha ist in dieser Sache ein Bittsteller. Alles auf Null und von vorne!

  9. 16.

    Der kommerzielle Verein Hertha generiert sich in der Manier eines Großgrundbesitzers und so, als ob er Eigentümer des Olympiaparks ist. Das ist sehr unangenehm und vermutlich wäre es besser, der Verein würde ins Umland abziehen.

    Schade auch, dass das Eisbär-Kind nach dem Verein benannt wurde. Nach der schon traurigen Geschichte mit Knut im Museum ist das leider eine weitere Geschmacklosigkeit.

  10. 15.

    Herr lass Hirn von Himmel fallen. Es geht um 24 poplige Wohnungen. Dass Berlin dafür keine Lösung findet ist ein Armutszeugnis. Dafür nimmt man jetzt in Kauf den einzigen Bundesligisten aus der Stadt zu vergraulen.

  11. 14.

    ES nerven diese Hertha-Hasser und Anti-Berliner und NIMBYs die anderen nicht mal den Dreck unter den Fingernägeln gönnen und sich nur für ihre Egoismen interessieren. Ab nach Brandenburg und diesen Hassmenschen zeigen wo eine Harke ist. Soll der Senat das Ding selbst unterhalten.

  12. 12.

    Entschuldigung, das bestimmen Sie doch nicht, wann eine Diskussion zu Ende ist. Hertha will ein eigenes Stadion bauen und es selbst finanzieren. Da ist es Aufgabe des Senats, Bauland für einen steuerzahlenden Großinvestor zur Verfügung und sich den Herausforderungen einer modernen Metropole zu stellen. Nirgends wird in der Bundesliga mehr in einem Leichtathletikstadion Fußball gespielt. Die Zeiten ändern sich und die Vereine sind heute Wirtschaftsunternehmen. Und Fußball zieht die Massen in Deutschland an. Da tut man doch nichts für Minderheiten. Ich muss doch als Mieter nicht lebenslang ein Objekt mieten, das mir viel zu groß ist, sondern muss mich doch verändern können. Und wenn das im Olympiapark nicht geht, dann eben woanders. So sieht es aus. In anderen europäischen Hauptstädten gibt es mehrere Erstligisten. Nur Berlin ist auf der Fußball-Landkarte ein Dorf. Die Mieter im Olympiapark sollen sich in ihren Klitschen verkriechen. Noch ist dort Ruhe. Bald müssen für das Oly andere Nutzungsmöglichkeiten gefunden werden und dann ist dort nicht mehr nur Fußball alle zwei Wochen, sondern Konzerte, Festivals und andere Mehrzweckveranstaltungen ohne Ende. Die Leerstandskosten müssen schließlich minimiert werden.

  13. 10.

    Es herrsch absolute Wohnungsnot und Hertha hat nicht besseres zu tun, als Platz für einen Riesen-Luxusbau zu fordern! Es fehlen Wohnungen!

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