Großer Jubel bei Junior Matuwila und Fabio Viteritti. / imago/Werner Scholz
Video: rbb24 | 21.04.2019 | 21:45 Uhr | Jörg Klawitter | Bild: imago/Werner Scholz

3:0-Sieg in Lotte - Neun Minuten Cottbuser Ekstase

Großer Jubel bei Energie Cottbus: Die Lausitzer haben in Lotte mit 3:0 gewonnen - und springen zum ersten Mal seit dem 6. Februar auf einen Nichtabstiegsplatz. Lange war es ein Spiel ohne Höhepunkte. Dann entschieden neun verrückte Minuten die Partie.

Es war das i-Tüpfelchen, ein Tor mit dem Potenzial, Schönheitspreise zu gewinnen: Fabio Viteritti nahm aus 20 Metern Maß, der Ball flog - und landete passgenau im rechten Torwinkel. Die Lotter Defensive hatte den 25-jährigen Mittelfeldspieler von Energie Cottbus gänzlich alleine gelassen und gehörte somit auch nur noch zur Menge der staunenden Zuschauer. Es war das dritte Tor für die Lausitzer an diesem Sonntagnachmittag. Und es sollte gleichzeitig der Treffer zum Endstand sein. Energie Cottbus gewann deutlich mit 3:0 (0:0) in Lotte und springt erstmals seit dem 6. Februar auf einen Nichtabstiegsplatz in der dritten Liga.

Eine Tatsache, die nicht nur Claus-Dieter Wollitz strahlen ließ. Dem tat auch eine dicke Erkältung keinen Abbruch, mit der der Cottbuser Coach nach Nordrhein-Westfalen gereist war. "Ich bin sehr stolz. Wir haben vieles von dem umgesetzt, was wir uns vor der Partie vorgenommen haben", sagte der 53-Jährige beim TV-Sender Magenta Sport, während sein Team noch lautstark von den mitgereisten Fans gefeiert wurde. "Ich habe gesagt, dass wir zeigen müssen, dass wir Typen sind und in so einer Situation Leistung bringen können und wollen."

Langeweile in Lotte

Die ersten 45 Minuten könnte man im Rückblick eigentlich überspringen. Denn es passierte nichts, ja: überhaupt gar nichts. Der Druck des Abstiegskampfes lähmte sichtlich. Es war der Tabellen-14., Lotte, der gegen den 19., Cottbus, spielte. Die erste Devise schien: Risiko verhindern. Für die Zuschauer bedeutete das Ergebnis auf dem Feld vor allem gähnende Langeweile. Claus-Dieter Wollitz war jedoch keinesfalls unzufrieden. Die disziplinierte Defensive seiner Mannschaft nötigte ihm Respekt ab: "Wir haben von vornherein gezeigt, dass wird das Spiel kontrollieren wollen", sagte Wollitz: "Wir haben uns gut in den Zwischenräumen bewegt, aber den Punch im gegnerischen Sechzehner nicht gehabt."

Das änderte sich in der zweiten Halbzeit. Mit Cottbuser Ekstase in drei Akten. Ein bisschen Anschubhilfe brauchten die Lausitzer freilich. Lasse Schlüters Freistoß aus gut 20 Metern seitlicher Position war durchaus haltbar - Steve Kroll gelang das in der 58. Minute jedoch nicht. Und plötzlich stand es 1:0 für Energie Cottbus. "Das war glücklich. Der geht nicht immer so rein", sagte ein grinsender Wollitz. Das Tor sorgte für den ersten emotionalen Ausbruch auf dem Platz. Der Jubel der Cottbuser im knalligen Textmarker-Gelb war riesig.

Viteritti zum Träumen

Dieser Moment beflügelte Cottbus. Es fiel etwas ab von den Schultern der Lausitzer - das konnte jeder der 2.212 Zuschauer sehen. Und sie gerieten ins Rollen. Unaufhaltsam. Zumindest in diesen Minuten für Lotte. Nur drei Minuten nach der Führung legte Kevin Weidlich das 2:0 nach (61.). Wieder landete der Schuss im kurzen Eck. "Damit war das Spiel gegessen", sagte Wollitz. Doch genug hatte seine Mannschaft noch nicht. Denn es folgte ja noch die Krönung der Drei-Tore-Gala binnen neun Minuten. Der Schlenzer von Fabio Viteritti, der ins Tornetz segelte (68.).

Die restlichen zwanzig Minuten waren nur noch Vorbereitung auf den finalen Cottbuser Jubel vor dem Gästeblock. "Es tut gut, über dem Strich zu stehen", sagte Wollitz. Und auch wenn Braunschweig die Lausitzer am Montagabend zum Abschluss des 34. Spieltags noch zurück auf einen Abstiegsplatz stoßen kann, steht fest: Sie sind mittendrin im Kampf um den Klassenerhalt. Der Sieg hat zudem noch einmal Mut gemacht. "Wichtig ist, dass du deine Qualitäten auf den Platz bringst und die Überzeugung", sagte Wollitz: "Du musst was investieren. Dann mache ich mir keine Bange." Als nächstes messen sich die Cottbuser mit dem Tabellenführer: Osnabrück kommt eine Woche nach der "Aufstiegsfeier" in die Lausitz, am 27. April um 14 Uhr ist Anpfiff.

Sendung: rbb24, 21.04.2019, 21:45 Uhr

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2 Kommentare

  1. 2.

    Energie kannst doch - Osnabrück ist auch schlagbar und die 3. Liga bleibt erhalten - viel Glück!.

  2. 1.

    Klasse Energie, jetzt nächste Woche unbedingt nachlegen.

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