Im Blitzlicht: Hertha-Coach Pal Dardai. / imago/Contrast
Audio: Inforadio | 21.04.2019 | 21:15 Uhr | Guido Ringel | Bild: imago/Contrast

0:0-Unentschieden gegen Hannover - Stotterstart in Dardais Abschiedstour

Die Abschiedstour des scheidenden Hertha-Trainers Pal Dardai ist mäßig gestartet. Hertha BSC kam gegen den Tabellenletzten Hannover 96 nicht über ein torloses Unentschieden hinaus. Nach zuvor fünf Niederlagen in Folge wartet Hertha damit weiter auf einen Sieg.

Bereits vor dem Spiel hallten lautstarke Pal Dardai-Rufe durch das Berliner Olympiastadion, ein Spruchband mit der Aufschrift  "Dardai, einer von uns" drückte dann kurz vor dem Schlusspfiff die Dankbarkeit der Fans gegenüber dem Hertha-Trainer aus. Es war deutlich vernehm- und sichtbar, dass im Spiel gegen den Tabellenletzten aus Hannover die Abschiedstour eines beliebten Trainers – ja, eines Vereinsidols – begann.

Nach der Bekanntgabe des Abschieds Pal Dardais als Cheftrainer von Hertha BSC nach dieser Saison hatte der scheidende Coach gefordert, nach zuletzt fünf Niederlagen in Serie gegen Hannover endlich wieder zu gewinnen und die Saison mindestens auf Tabellenplatz zehn zu beenden. Diesen Tabellenplatz würde der Trainer als Erfolg und passendes Abschiedsgeschenk verstehen. Die erste dieser zwei Forderungen erfüllte ihm seine Mannschaft am späten Ostersonntag nicht. Hertha BSC trennte sich in einem ereignisarmen Spiel nur unentschieden vom Tabellenletzten Hannover 96.

"Dardai - einer von uns!" - Transparent in der Ostkurve. / imago/Annegret Hilse
| Bild: imago/Annegret Hilse

Beide Mannschaften mit einem schwachen Beginn

Auf den Tribünen herrschte zunächst große Zurückhaltung: Beide Fanlager gedachten mit einer Schweigeminute zu Beginn der Partie einem 70-jährigen Fan, der vor dem Spiel am Olympiastadion gestorben war. Auf dem Feld sahen die 38.960 Zuschauer im Anschluss, dass Pal Dardai überraschend auf Valentino Lazaro im Kader verzichtetet hatte und die Partie mit nur wenig Tempo begann. Zwar versuchten beide Mannschaften nach vorne zu spielen, das Geschehen spielte sich aufgrund vieler Fehlpässe und häufiger Fouls aber hauptsächlich im Mittelfeld ab. Einzig in der 14. Minute kam Hertha durch einen Abschluss von Mathew Leckie, den Hannovers Torwart Michael Esser parierte, zu einer Chance.

Nach 30 gespielten Minuten wurde Hertha dann druckvoller und setzte den Gast in seiner Hälfte fest. Gute Chancen spielten sich die Herthaner zunächst aber weiter nicht heraus. Immer wieder gewannen die Hannoveraner die entscheidenden Zweikämpfe und hielten Hertha so vom Tor fern. Es war das erwartet langsame Duell zweier Krisen-Klubs, die zurückhaltend und ohne Selbstvertrauen auftraten. "Es war das Spiel zwischen einer Mannschaft, die zuletzt fünf Mal und einer anderen, die acht Mal verloren hat. Da haben die letzten Nuancen gefehlt", erkannte auch Pal Dardai.

Hannover mit der besten Chance in Durchgang eins

Seiner Mannschaft war es zwar anzumerken, dass man nach der Negativserie gegen Hannover endlich wieder punkten wollte, der Hertha fehlte aber augenscheinlich die letzte Sicherheit, um die Angriffe mit dem nötigen Tempo zu Ende zu spielen. Zwar mühte sich auch Hannover lange Zeit vergeblich, die beste Chance des ersten Durchgangs gehörte aber trotzdem den Niedersachsen. In der 45. Minute konnte Hertha-Torwart Rune Jarstein einen guten Distanzschuss von Waldemar Anton gerade noch an den Pfosten lenken und rettete seiner Mannschaft so das Remis zur Pause.

    

"Ich bin ein Herthaner"

Auch im zweiten Durchgang waren gefährliche Torraumszenen Mangelware. Die beste Möglichkeit hatte nach schöner Vorarbeit von Vedad Ibisevic Ondrej Duda in der 56. Minute – der Slowake verpasste aus sechs Metern knapp. Wer hoffte, dass diese Chance den Gastgebern nun Auftrieb geben würde, lag falsch. Das Spiel nahm auch im zweiten Durchgang nur wenig Tempo auf, Hertha setzte den Tabellenletzten kaum unter Druck.

Erst kurz vor Schluss hatte Salomon Kalou zwei Chancen (87. und 90+1), die aber ebenfalls ungenutzt blieben. Somit ist Hertha schon seit sechs Spielen ohne Sieg und zumindest der Start in die Abschiedstour von Trainer Pal Dardai ist missglückt. Der Coach lief nach dem Spiel sichtlich bewegt über den Rasen des Olympiastadions und bedankte sich bei den Anhängern für die herzlichen Gesten von den Tribünen. "Ich bin jetzt schon ein paar Jahre hier, war immer direkt und ehrlich. Ich glaube, dass honorieren die Fans. Ich bin ein Herthaner".

Ob die Mannschaft den Fans folgt und ihrem Trainer in den verbleibenden vier Spielen ebenfalls den gewünschten Abschied bescheren wird, bleibt abzuwarten. Verzichten muss das Team dabei möglicherweise auf Innenverteidiger Niklas Stark, der in der Nachspielzeit mit einer Blessur am Sprunggelenk ausgewechselt wurde. Eine MRT-Untersuchung soll Aufschluss über die Schwere der Verletzung geben.

Sendung: rbb24, 21.04.19, 21:45 Uhr

Kommentar

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5 Kommentare

  1. 5.

    Ich habe zwei Fragen:
    - wie Wichtig ist, das Team, für Berlins;
    - hat Herr Preetz gut gearbeitet, oder ist er nur mit Dardais Schiff gereist?"
    Meiner Meinung nach, die Ergebnisse der Dardai-Ära, werdet die nächstes Meisterschaftsergebnis qualifiziren.

  2. 4.

    Die Spieler schaffen es scheinbar nicht, sich selbst aureichend zu motivieren, das selbst gesteckte Saisonziel zu ereichen. Die fehlende Einstellung / Kompetennz / Wille hat nun schon den Trainer den Job gekostet - und da schaffen es die Herren immer noch nicht, sich ausreichend selbst zu motivieren. Zum Glück ist das "Sparkonto" der Punkte schon groß genug. Im Abstiegskampf wäre eine Mannschaft mit diesem Ambitionsniveau chancenlos.

  3. 3.

    Das war kein Stotterstart. Gegen diese 96er nur Unentschieden zu spielen, ist ein glatter Fehlstart.

    Diesem Spielbericht nach dürfte es spannender sein, der kleinen Hertha im Tierpark bei Sonnen zuzusehen.

  4. 2.

    Was heißt denn hier "Stotterstart"? Hannover 96 hat aus den letzten 8 Spielen keinen Punkt geholt. Da muss man schon gegen Hertha spielen, um wenigstens einen Punkt zu holen. Nein, das war ein "Sch....spiel". Das einzige was an diesem Spiel gut war, war das Traumwetter.

  5. 1.

    Na mal sehen,wie Herr Dardai auch dieses Grottenspiel wieder schön redet. Die Zuschauer tun mir leid.

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