Hertha-Trainer Pal Dardai
Video: rbb um 6 | 18.04.2019 | Dennis Wiese | Bild: nordphoto / Engler

Hertha-Trainer vor Spiel gegen Hannover - "Ich bin nicht beleidigt, ich bin nicht wütend"

Die Zeit von Pal Dardai als Trainer der Hertha-Profis geht zu Ende. Er selbst gibt sich entspannt, doch die Berliner stehen unter gewaltigem Druck: Nach fünf Spielen ohne Sieg soll gegen Hannover die Wende geschafft werden. Zumindest wird es auf der Bank wieder voller.

Im Medienraum von Hertha BSC sieht es aus, als würde der FC Bayern nach Berlin kommen: Groß ist der Andrang beim ersten Presseauftritt von Pal Dardai nach der Bekanntgabe seines Abschiedes im Sommer. So geht es dann auch nicht um die anstehende Partie gegen Tabellenschlusslicht Hannover - obwohl die Hertha seit fünf Spielen auf einen Sieg wartet.

Die Journalisten erleben einen entspannten und aufgeräumten Hertha-Trainer. "Ich habe schon hundertmal gesagt, dass Pal Dardai ein Vollprofi ist, weil er praktisch in der Fußballkabine aufgewachsen ist", spielt der Ungar seinen Abschied als Cheftrainer herunter. "Ich bin nicht beleidigt, ich bin nicht wütend, ich schwimme mit der Situation bei Hertha mit. Das war schon als Spieler so."

Dardai spricht von Müdigkeit

Pal Dardai bleibt sich treu. Wut, Frust, Enttäuschung: All das spielt für ihn nach außen keine Rolle. "Für mich geht das Leben weiter", sagt der 43-Jährige lächelnd. "Ich bin ein komischer Mensch, ich komme damit klar." Doch viereinhalb Jahre haben auch ihre Spuren hinterlassen. Einer großen ungarischen Zeitung sagte Dardai zu Beginn der Woche, er sei müde. Dardai relativierte: "Ich bin nicht von der Mannschaft müde oder vom Manager, sondern von den Medien. Dass man erklären muss, was manche ab und zu nicht verstehen wollen: Das macht müde. Dann braucht man eine Auszeit. Der Punkt ist vielleicht jetzt erreicht, um mich erst mal zu erholen und ein bisschen Pause zu machen."

Preetz lässt sich nicht in die Karte schauen

Das klingt ein Stück weit nach Erleichterung. Der Druck im Verein, aber auch von außen, war zuletzt immer größer geworden. Fünf Niederlagen in Serie und wieder einmal eine schwache Rückrunde haben zu reichlich Kritik geführt, bei der Pal Dardai im Zentrum stand.

Nun soll es ein neuer Mann richten. Manager Michael Preetz lässt sich aber noch nicht in die Karten schauen. "Wir suchen jemanden, der die DNA des Vereins versteht und das behütet, für das wir stehen und was uns wichtig ist."

Chillen verboten

Über das anstehende Spiel gegen Hannover wird dann aber auch noch gesprochen. Die Personallage entspannt sich langsam beim Tabellenelften aus Berlin. Am Donnerstag nahmen Marko Grujic, Fabian Lustenberger (nach Faserriss) und Vladimir Darida (nach Oberschenkelverletzung) wieder am Mannschaftstraining teil. Hertha will gegen das Tabellenschlusslicht Hannover zurück in die Erfolgsspur. "Dieses Spiel ist wichtig für alle Herthaner", so Dardai, der direkt eine klare Ansage hinterher schickte. "Die Mannschaft war im Training sehr aggressiv und das erwarte ich auch für das Spiel am Wochenende. Es braucht niemand denken, er kann chillen, weil Pal Dardai weg ist."

Das hat auch der Manager am Mittwoch noch einmal klar gemacht. Michael Preetz hat die gesamte Mannschaft noch einmal in die Pflicht genommen. "Die Jungs stehen in der Verantwortung, sich anders zu präsentieren. Wir wollen gemeinsam dafür sorgen, dem Trainerteam nach viereinhalb Jahren einen gebührenden Abschied zu verschaffen. Die Spieler müssen sich gewaltig steigern."

Sendung: Inforadio, 18.04.2019

Beitrag von Jakob Rüger

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1 Kommentar

  1. 1.

    Da muss leider mal wieder der Falsche gehen. Das ist wie in der Wirtschaft, die nichtsnutzigen Manager bleiben, die die gute Arbeit leisten müssen gehen.

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