Enges Duell: Hier Ondrej Duda im Zweikampf mit Lucas Torro. / imago/Jan Huebner
Audio: Inforadio | 27.04.2019 | 18:15 Uhr | Philipp Hofmeister | Bild: imago/Jan Huebner

Hertha spielt 0:0 in Frankfurt - Achtungserfolg in schweren Zeiten

Nach schwierigen Wochen hat Hertha BSC bei Champions-League-Kandidat Eintracht Frankfurt einen Punkt geholt. Am Ende hieß es 0:0 - wie schon im letzten Heimspiel gegen Hannover. Dabei gab es bei müden Hessen sogar die Chance zum Sieg.

Am Ende haderte Pal Dardai - zumindest ein wenig. Das 0:0 beim Tabellenvierten Eintracht Frankfurt am Samstag war zwar zweifellos ein Achtungserfolg für Hertha BSC, zumal nach der Negativserie der vergangenen Wochen. "Aber wenn ich die letzte Torchance sehe, bin ich nicht zufrieden. Mit zehn Mann hast du den Matchball in deiner Hand. Es war mehr drin", sagte der Trainer.

Es war sein Mittelfeldspieler Per Skjelbred, der in der 90. Minute frei vor Kevin Trapp auftauchte, als die Berliner nach Gelb-Rot für Lukas Klünter (80.) nur noch zu Zehnt spielten. Mit seinem Schlenzer traf er aber die Brust des Eintracht-Keeper und nicht das Tor.

Platzregen über Frankfurt

Der Beginn des Spiels war vor allem eines: rutschig. Platzregen kurz vor Spielbeginn hatte den Frankfurter Rasen ordentlich gewässert. Es war einer, jedoch nicht der einzige Grund, der das Spiel nur äußerst schleppend in Gang kommen ließ. Von dem furiosen Angriffsfußball, mit dem Frankfurt in dieser Saison Bundesliga und Europa League aufmischt, war nicht viel - ja: eigentlich überhaupt gar nichts - zu sehen. Wenn eine Mannschaft vor 51.500 Zuschauern mehr Druck entfachte, war es Hertha BSC. Zwar war es in der Anfangsphase noch nicht wirklich gefährlich, aber: immerhin sichtbar bemüht.

"Wir haben jeder für jeden gekämpft. Wir haben uns in jeden Ball reingehauen und als Team gefightet", sagte Maximilian Mittelstädt. Das hätte sich Mitte der ersten Halbzeit fast auch in Toren ausgezahlt: Zunächst mussten die Berliner eine brenzlige Situation überstehen, als Ante Rebic Keeper Rune Jarstein prüfte - doch dann waren sie dran. Und das gleich doppelt. Zunächst musste Kevin Trapp einen Schuss von Ondrej Duda mit den Fäusten abwehren (22.), dann hatte Vedad Ibisevic die Chance zur Führung. Eine Flanke von Lukas Klünter köpfte er jedoch neben das Tor. Eine Chance, die sich der Stürmer-Routinier sonst eher selten entgehen lässt (28.).

   

Frankfurt ziemlich müde

Signalwirkung für die Hertha? Eher nicht. Stattdessen begann nun eine der besseren Phasen der Frankfurter. Rebic und Jonathan de Guzman hatten beste Chancen (32./34.). Ansonsten schien sich bei den Hessen nach den vielen englischen Wochen doch ein wenig Müdigkeit breit zu machen - im Kopf und in den Beinen. Die Fitness reichte kaum für das sonst so intensive, wuchtige (Offensiv-)Spiel und es fehlten die entscheidenden Ideen. Fehler- statt Fußball-Festival bot die Eintracht ihren Fans. Durchaus dankbar für Hertha.

Final ausnutzen konnten die Hauptstädter es jedoch nicht. Es blieb zu oft bei Ansätzen, bei (guten) Versuchen. So war in Halbzeit zwei insgesamt eher langweilig. Ausnahmen gab es freilich: Etwa den Schuss von Karim Rekik in der 56. Minute, den Trapp mit einem starken Reflex so gerade noch klären konnte. Und natürlich bei Per Skjelbred kurz vor Schluss. So blieb es beim 0:0. Ein Ergebnis, das den Herthanern das angekratzte Selbstvertrauen durchaus ein wenig aufpoliert.

"Wir haben in dieser Saison schon gezeigt, was in uns steckt, was wir für eine Qualität haben. Da brauchen wir uns auch vor Eintracht Frankfurt nicht verstecken. Wir haben phasenweise sehr guten Fußball gespielt", sagte Mittelstädt. Und auch Dardai freute sich - trotz der ausgebliebenen Krönung - nach Schlusspfiff über das, was er gesehen hatte: "Das ist der Charakter der Mannschaft. Wir haben immer einen guten Teamgeist gehabt", sagte er - und: "Wenn ich das Training beobachte oder die Jungs anschaue, sind wir immer ehrlich miteinander umgegangen. Und das war auch eine ehrliche Leistung heute."

Vielleicht wird eine solche am kommenden Samstag (15:30 Uhr) gegen Stuttgart dann ja auch nach sieben sieglosen Partien mal wieder mit drei Punkten belohnt.

Sendung: rbbUM6, 27.04.2019, 18 Uhr

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