Marko Grujic kann Benito Raman nicht aufhalten (Quelle: imago images / Annegret Hilse)
Audio: Inforadio | 06.04.2019 | Lars Becker | Bild: imago images / Annegret Hilse

1:2-Niederlage in der Bundesliga - Hertha strauchelt auch gegen Düsseldorf

Hertha BSC hat durch ein 1:2 gegen Düsseldorf bereits die vierte Bundesliga-Niederlage in Folge kassiert. Wieder einmal droht die Rückrunde, zum Debakel zu werden - worauf nicht nur die Fans eine deutliche Antwort finden.

Die Botschaft der Fans, sie war eindeutig. Mit lautstarken Pfiffen schickten die Anhänger von Hertha BSC ihre Mannschaft nach der 1:2-Niederlage gegen Düsseldorf in die Kabine. Es war bereits die vierte Pleite in Folge für die Berliner, die in der Tabelle auf den elften Platz abrutschten.

Leipzig-Debakel hat Spuren hinterlassen

"Es ist bitter", sagte Trainer Pal Dardai, "das 0:5 hat mehr Spuren hinterlassen, als wir gedacht haben." Eigentlich wollten die Berliner nach der herben Klatsche in Leipzig vergangene Woche Wiedergutmachung betreiben. Doch der selbstbewusste Aufsteiger aus Düsseldorf ließ es erst gar nicht dazu kommen. Schon in der Anfangsphase bot sich die große Chance zur Führung, aber Rune Jarstein entschärfte einen Versuch von Dodi Lukebakio (3.) mit viel Risiko außerhalb des Strafraums.

Die Elf von Trainer Pal Dardai wirkte unsicher - und lud die Fortuna durch leichtsinnige Ballverluste immer wieder zu Kontern ein. Weil sich Arne Maier am Freitag im Training eine Innenbandverletzung im Kniegelenk zuzog und dadurch für die restliche Saison ausfällt, rückte Per Skjelbred in den Kader. Und ein Fehlpass des Norwegers war es auch, der den Gästen den nächsten Konter bescherte. Benito Raman (35.) schloss linksoben zur 1:0-Führung ab.

Grujic erzielt den Ausgleich vor der Pause

Auf den Rückstand reagierten die Berliner entschlossen - und kamen so noch vor der Pause zum Ausgleich. Nach einem Diagonalpass auf Ondrej Duda wartete der Slowake lange auf den heranstürmenden Marko Grujic (41.), der im Getümmel vor dem Tor an den Ball kam und zum Ausgleich traf.

"So kann es nicht weitergehen"

Nach der Pause schien es so, als hätten die Berliner jetzt ihren Rhythmus gefunden. Ondrej Duda (57.) scheiterte am starken Düsseldorfer Keeper Rensing, der in einer Flugeinlage mit der Hand sehenswert den Ball abwehrte. Viel war eigentlich nicht mehr zu sehen von den Gästen aus Nordrhein-Westfalen.

Doch dann war er plötzlich wieder da: Benito Raman (61.). Bei seinem Schuss aus zentraler Position scheiterte der Belgier zunächst noch an Jarstein, den Nachschuss versenkte er souverän. "Das zweite Tor kommt in diesem Moment, wo wir ganz ordentlich ausgesehen haben", haderte Dardai mit dem entscheidenden Treffer. "Dieser letzte Wille, zu verteidigen, war einfach beim 1:2 wieder nicht vorhanden. So kann es nicht weitergehen", fand Valentino Lazaro deutliche Worte.

Lazaro rechnet mit der Einstellung des Teams ab

Nach der vierten Pleite in Folge redete sich der Österreicher regelrecht in Rage. "Es ist wieder mal unnötig. Wir haben nicht das gezeigt, was wir können. Es ist peinlich und passiert immer wieder. Vielleicht müssen wir da mal etwas ändern. Ich habe das Gefühl, dass wir uns, je später das Spiel wird, den Arsch nicht mehr voll aufreißen. Jeder trabt nur noch da hin und ist am Verzweifeln."

Fans in der Ostkurve sprechen sich mit einem Banner für ein Hertha-Stadion in Berlin aus (Quelle: imago images / Matthias Koch)Mit einem Transparent positionierten sich die Hertha-Fans vor dem Spiel gegen Düsseldorf eindeutig für ein Stadion in Berlin.

Hertha-Fans wollen Stadion in Berlin

Die Rückrunde der Berliner verläuft - mal wieder - erschreckend ernüchternd. Und auch abseits des Rasens hat Hertha BSC einen Rückschlag hinnehmen müssen. Dem vom Verein geplanten Stadionneubau im Olympiapark erteilte der Senat eine Absage. Damit rückt zwangsläufig auch Brandenburg wieder in den Kreis der Standort-Alternativen. Und auch darauf hatten die Hertha-Fans schon vor dem Anpfiff eine eindeutige Botschaft: "In Berlin nur Hertha, nur Hertha in Berlin".

Sendung: rbb UM6, 06.04.2019, 18 Uhr

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9 Kommentare

  1. 9.

    Die Mannscg
    Die Mannschaft präsentiert sich desolat... Grauenvoller Fußball... Vielleicht presst der Trainer gute Fußballer in zuviele taktische Konzepte und nimmt ihnen so die Lust am Fußball spielen ... Quo vadis, Hertha ?

  2. 8.

    Der sympathische Herr Dardai darf sicher noch lange Trainer bei unserer Hertha bleiben (oder ein Dardai Synonym). Er ist loyal und schaut zu seinem Chef auf, der nun wirklich keine Götter neben sich ertragen kann.

    Die Frage ist doch eher, wann geht Herr Preetz?
    Erst dann wird es einen neuen Trainer geben, der das notwendige Durchsetzungsvermögen hat, Klartext redet und nicht nur in der Pause die eitlen Köpfe wäscht.
    Bis dahin machen die Jungs auf dem Platz ihr Ding als sichere Gehaltsempfänger - auf unsere Nerven und Kosten: selten gut, meistens schlecht.
    Dagegen hilft auch kein reines Fußballstadion.

  3. 7.

    Ham die jetzt schon in Ludwigsfelde gespielt?

  4. 6.

    Auch heute wieder die Frage: Wie lange darf Herr Dardai noch wurschteln ? Tut mir sehr leid,aber er muss endlich gehen. Die Mannschaft entwickelt sich nicht weiter. Es macht keinen Spaß mehr, dieser Truppe zu zuschauen .

  5. 4.

    Mit dieser Leistung und Spielweise braucht man wirklich kein neues Stadion!
    Darum verstehe ich die ganze Diskussion nicht!

  6. 3.

    ..sp ein müder Hertha Kick! Die waren mental schon im Biergarten! Oder im neuen Stadion.

  7. 2.

    Ich bin schon gespannt, wie Herr Dárdai sich und uns das Spiel wieder schön reden wird!

  8. 1.

    Das lag bestimmt daran, dass die Hertha noch im Olympiastadion spielen musste.
    Fabulierte Dardai nicht in dieser Woche noch von "plus zehn Punkte" in neuem Stadion"? Gegen eine abstiegsgefährdete Mannschaft werden noch nicht einmal 3 Punkte geholt.
    Letztlich reicht für die Hertha auch der Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark. Jedenfalls ist der auf der Höhe des spielerischen Niveaus von Hertha BSC.

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