Pal Dardai gibt während des Hertha-Trainings Anweisungen (Quelle: imago images / Metodi Popow)
Audio: Inforadio | 27.04.2019 | 08:15 Uhr | Jakob Rüger | Bild: imago images / Metodi Popow

Hertha-Coach Dardai bastelt an der Aufstellung - Der Baumeister vom Schenckendorffplatz

Sechs Spiele ohne Sieg: Hertha BSC droht ein negativer Saisonausklang. Pal Dardai kämpft um Selbstvertrauen und personelle Alternativen. Der Trainer fühlt sich an seine Kindheit erinnert. Von Jakob Rüger

Das Verletzungspech bleibt Hertha BSC weiter treu. Für Innenverteidiger Niklas Stark ist die Saison nach einem angebrochenen Knöchel zu Ende. Wieder einmal muss sich Trainer Pal Dardai Gedanken über Umstellungen in der Startelf machen. "Es hilft nichts, wir müssen wieder basteln", nimmt es der Trainer äußerlich locker vor dem Auswärtsspiel bei Eintracht Frankfurt (Samstag, 15.30 Uhr).

"Ich habe allerdings das Glück, dass ich in meiner Kindheit sehr viel Lego gespielt habe." Pal Dardai hat also Erfahrung als Baumeister. "In der Hinrunde mussten wir viel basteln, das hat geklappt. In der Rückrunde müssen wir wieder viel basteln, aber wir holen die Punkte nicht."

Preetz lobt Frankfurter Saison

Hertha holte nur einen Zähler aus den letzten sechs Spielen, kein Bundesligateam schnitt in diesem Zeitraum schlechter ab. Die Berliner stecken ganz tief drin in der Ergebniskrise. Gegen den Tabellenvierten Frankfurt droht die nächste Pleite. Die Eintracht spielt eine überzeugende Saison und ist auf Champions-League-Kurs. "Sie spielen eine außergewöhnlich gute Spielzeit mit sehr viel Begeisterung", zeigt sich Herthas Manager Michael Preetz beeindruckt. Die Eintracht spielt, wie Hertha sich gern der Öffentlichkeit präsentiert: "Mutig, wild und hungrig".

Saison droht auszutrudeln

Es sind Attribute, die die Fans bei den Berlinern derzeit schmerzlich vermissen. Die Saison droht auszutrudeln. Die Verantwortlichen machen nicht den Eindruck, als wüssten sie, wie sich der Abwärtstrend stoppen lassen könnte. Trainer Pal Dardai setzte im letzten Spiel gegen Hannover auf seine Routiniers. Er schickte die älteste Startelf der Saison auf den Rasen. Immerhin sprang ein Punkt heraus. Ob sich die Frankfurter im eigenen Stadion allerdings offensiv so harmlos zeigen wie der Tabellenletzte Hannover, darf bezweifelt werden.

"Ich würde es Mutmacher nennen"

Vielleicht hilft den Berlinern ein Blick in die Vergangenheit als Motivation. Vor fast einem Jahr gewann Hertha in Frankfurt mit 3:0. "Motivation würde ich es nicht nennen", entgegnet Pal Dardai. "Ich würde eher von Mutmacher sprechen. Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie dort bestehen kann." Ein Mutmacher gegen das verloren gegangene Selbstvertrauen. "Ein Tor als Dosenöffner wäre wichtig", ergänzt Dardai.

Hertha muss auf den gelbgesperrten Mittelfeldspieler Marko Grujic verzichten. Dafür steht Flügelflitzer Javairo Dilrosun für einen Startelfeinsatz zur Verfügung. Rechtsverteidiger Valentino Lazaro ist nach seiner vom Trainer verordneten "Denkpause" zurück im Kader. Pal Dardai hat also vor dem Spiel gegen Frankfurt Teile zum Basteln. Fehlt nur noch die Bauanleitung für einen selbstbewussten Auftritt in Frankfurt.

Sendung: rbb24, 26.04.2019, 16 Uhr

Beitrag von Jakob Rüger

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