Bereit für die Startelf: Union-Stürmer Sebastian Polter. / imago/Zink
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Union sucht Erfolgsformel im Aufstiegskampf - Ein Hauch Coolness, eine Spur Spannung, eine Prise Polter

Seit vier Spielen wartet der 1. FC Union in der Zweiten Liga auf einen Sieg, hat wichtige Punkte im Auftstiegskampf liegen gelassen. Die 'Minikrise' stoppen könnte Sebastian Polter. Unions Stürmer steht vor seinem Startelf-Comeback nach 79 Tagen. Von Stephanie Baczyk

Sebastian Polter trägt zum Interview Badelatschen. Nicht, weil die Dinger in Mode sind - nein, der Stürmer des 1. FC Union hat noch einen Massagetermin. Bis vor einer halben Stunde hat er mit der Mannschaft trainiert, "überhaupt diese Woche sehr gut", wie Coach Urs Fischer betont. Jetzt steht er im Bauch des Stadions An der Alten Försterei, vor dem Presseraum und grinst. "Jetzt bin ich wieder da", sagt er, auf die Frage nach der körperlichen Verfassung. Seine Freude darüber ist greifbar.

Polter hatte sich Ende Januar im Spiel gegen den 1. FC Köln (2:0) am Mittelfuß verletzt, humpelte kurz vor der Pause vom Rasen, das Gesicht schmerzverzerrt. Zwei Monate später folgte das Comeback: Beim 1:3 gegen Paderborn erzielte der bullige Angreifer mit den kurzen blonden Haaren sogar das Anschlusstor. Auch beim 2:2 vergangenes Wochenende gegen Regensburg stach er als Joker von der Bank, sicherte seinem Team einen Punkt. Jetzt ist Polter wieder bereit für die Startelf - im Spiel bei der SpVgg Greuther Fürth (Samstag, 13.00 Uhr).

Fischer räumt Polter Startelfchancen ein

"Ich bin Fußballer", beginnt der 28-Jährige. "Ich bin letztendlich auch Fußballer geworden, um Ziele zu haben und Ziele zu verfolgen – und das ist natürlich auch wieder die Startelf. Aber es ist letztendlich die Entscheidung des Trainers." Nun ist Urs Fischer dafür bekannt, Veränderungen in seiner Aufstellung grundsätzlich mit einem Grinsen, gefolgt von der der Aussage "Werdet ihr dann schon sehen" zu kommentieren - aber in Polters Fall wird er doch deutlich.

"Nur immer 20, 25 Minuten zu spielen - da wirst du nicht den Rhythmus hinbekommen", so der Schweizer. "Früher oder später muss er wieder mal von Beginn weg spielen." Ob es am Samstag soweit sein wird, verrät Fischer natürlich nicht. Dafür spricht er über Charakterzüge im Aufstiegskampf. "Was du sicherlich benötigst: Entschlossenheit. Du musst versuchen, um jeden Zentimeter zu kämpfen", sagt Unions Coach - und es klingt wie eine Kampfansage. "Ich glaube, das ist schon ne Voraussetzung, wenn du schlussendlich ganz oben stehen willst."  

Mit drei Punkten zurück in die Erfolgsspur

Der eiserne Motor stottert im Aufstiegskampf, die Köpenicker haben keines ihrer letzten vier Spiele gewonnen. Und doch hat Fischer einiges von seiner Mannschaft gesehen, das ihm gefallen hat. Zum Beispiel die letzten 30 Minuten gegen Jahn Regensburg, als der 1. FC Union im eigenen Stadion fightete, sich gegen die drohende Niederlage stemmte und mit dem Tor zum 2:2-Endstand belohnte.

"Da anzuknüpfen, dieses Gefühl zu haben: Hey, wir können was erreichen! Ich glaube, dass du das mit einer Mischung zwischen Coolness, aber auch einer gewissen Spannung hinbekommst", so der Union-Coach. Dass drei Punkte in Fürth Pflicht sind, weiß Fischer. Hinter den Eisernen lauern Kiel, Paderborn, Heidenheim und St. Pauli - vier Teams, die im Aufstiegskampf zuletzt aber auch Punkte über Punkte liegen gelassen haben. Glücklicherweise - aus Berliner Sicht.

"Ich bin kein filigraner Techniker, aber werde mich reinknallen in jede Situation"

Sebastian Polter stellt sich auf ein kampfbetontes Duell gegen Fürth ein, Urs Fischer hofft, endlich "mal wieder dieses Erfolgserlebnis zu spüren". Verzichten muss der Trainer gegen die Franken auf die in dieser Spielzeit eh noch nicht eingesetzten Eroll Zejnullahu und Fabian Schönheim. Der Einsatz von Stammspieler Florian Hübner in der Innenverteidigung ist fraglich, für ihn könnte Nicolai Rapp beginnen.

Bleibt die Frage: Steht Sieben-Tore-Stürmer Polter am Samstag zum ersten Mal seit 79 Tagen in der Startelf? Er hat jedenfalls angekündigt, "die Bälle vorne festzumachen und mich reinzuknallen in jede Situation. Ich bin jetzt kein filigraner Techniker so wie Marcel Hartel oder so, das werde ich auch nie mehr werden. Aber ich versuche, meine Stärken für die Mannschaft ins Team zu bringen." Vielleicht ja von Beginn an.

Beitrag von Stephanie Baczyk

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